Arbeitsgruppe zur Zukunft der Kindergärten nimmt ihre Arbeit auf 

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Thüringen entwickelt einen Fahrplan für eine verlässliche Kindergartenlandschaft

Die Arbeitsgruppe „Zukunft Kindertagesbetreuung“ ist heute in Erfurt zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Minister Christian Tischner und Bildungsstaatssekretär Dr. Bernd Uwe Althaus eröffneten die Beratungen, an denen Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der freien Träger, der Gewerkschaften, der Landeselternvertretung, der Kindertagespflege und der Kirchen sowie mehrerer Ressorts der Landesregierung teilnehmen. Die Gruppe soll im weiteren Jahresverlauf gemeinsame Empfehlungen für einen „Zukunftsplan Kindergarten“ erarbeiten.

„Ein reiner Gesprächskreis wäre mir zu wenig. Wir wollen konkrete Empfehlungen erarbeiten, die in der Praxis ankommen“, sagte Minister Tischner zum Auftakt. „Deshalb holen wir die Menschen an einen Tisch, die unsere Kindergärten jeden Tag tragen: die Kommunen, die Träger, die Erzieherinnen und Erzieher und die Eltern. Thüringen ist Kindergartenland, und das soll so bleiben.“

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen vier Handlungsfelder: eine gut erreichbare und bedarfsgerechte Einrichtungslandschaft, die Qualität und die Sprachbildung, der Bildungsauftrag mit gelingenden Übergängen in die Grundschule sowie die langfristige Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen. Die Empfehlungen sollen in mehreren Sitzungen entstehen und in die Vorbereitung einer zweiten Novelle des Thüringer Kindergartengesetzes sowie in den „Zukunftsplan Kindergarten“ einfließen.

Einen besonderen Akzent setzt das Ministerium bei der demografischen Entwicklung. Weil die Kinderzahlen sinken, entsteht im frühkindlichen Bereich eine demografische Rendite. Diese Mittel sollen in der frühkindlichen Bildung bleiben. „Kurze Beine, kurze Wege – das muss sich ein Flächenland leisten“, so Tischner. „Die Spielräume, die durch sinkende Kinderzahlen frei werden, gehören in unsere Kindergärten. Wir nutzen sie für gute Qualität und für Einrichtungen, die für Familien gut erreichbar bleiben.“ Auch die Kindergartenfinanzierungskommission kam zu dem Ergebnis, dass die demografische Rendite für die frühkindliche Bildung zu nutzen ist.

Die Entscheidungen über die Kindertagesbetreuung vor Ort treffen die Kommunen. Aufgabe des Landes ist es, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, zu beraten und tragfähige Lösungen zu ermöglichen. Dazu gehören bereits laufende Maßnahmen: ein zusätzlicher Landeszuschuss für kleine Einrichtungen, das Landesprogramm zur Strukturanpassung ab 2027 und das dritte beitragsfreie Kindergartenjahr. Mit dem Transferprojekt „Thüringer Qualitätskompass“ werden zudem 150 Kindertageseinrichtungen mit zusätzlichem Personal, Fachberatung und wissenschaftlicher Begleitung unterstützt, unter anderem bei der Sprachbildung und einer Sprachstandserhebung im fünften Lebensjahr.

Hintergrund:

Die „AG Zukunft Kindertagesbetreuung“ wurde am 2. Juli 2019 gegründet und knüpft an ein bewährtes Format an. Zu den Mitgliedern zählen der Gemeinde- und Städtebund Thüringen, der Thüringische Landkreistag, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, der Landesverband für Kindertagespflege, die Landeselternvertretung, die Gewerkschaften GEW und ver.di sowie Vertreter der Kirchen. Von Seiten der Landesregierung sind das Bildungsministerium, die Staatskanzlei, das Finanzministerium, das Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung, das Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz sowie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Frauen vertreten. Die Arbeit wird vom Deutschen Jugendinstitut wissenschaftlich begleitet.

Die Kindergartenfinanzierungskommission hatte ihren Bericht am 12. Mai 2026 vorgelegt und die Finanzierungsgrundlagen als tragfähig bestätigt. Die Gesamtzuweisungen des Landes für Kindergärten lagen 2025 bei mehr als 680 Millionen Euro. Für den verbesserten Personalschlüssel stellt das Land seit 2025 rund 150 Millionen Euro jährlich zusätzlich bereit.

Diese Medieninformation wurde veröffentlicht unter:
https://bildung.thueringen.de

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