Gotha: Streit um neue Verkaufsflächen in der Gartenstraße
Gotha: Fraktion Freie Wähler/Piraten/Grüne lehnt neue Verkaufsflächen in der Gartenstraße ab
Neue Läden in der Gartenstraße gefährden die Innenstadthändler.
Am kommenden Donnerstag soll der Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan Nr. 89b weiteres Baurecht für Verkaufsflächen in der östlichen Gartenstraße schaffen.
Der gleiche Investor, der 2020 die „Altstadtgalerie“ im westlichen Teil errichtete, plant dies. Die Folgen für die historische Innenstadt waren fatal. Obwohl die damalige fachliche Analyse auf dem Papier keine negativen Auswirkungen auf den innerstädtischen Handel feststellte, zogen Innenstadt-Läden in das neue Einkaufszentrum.
Die dm-Drogerie, Mayers-Markenschuhe und Ernstings-Family verließen die Erfurter Straße. Das Angebot der Altstadt schrumpfte. Das Kaufhaus Moses reduzierte sein Sortiment und zog an die Peripherie. Der wichtigste „Magnet“ der Hauptgeschäftslage verschwand.
Bestandteil der Beschlussunterlagen ist auch eine Auswirkungsanalyse für das geplante Einkaufszentrum. Die Fraktion Freie Wähler/Piraten/Grüne bemerkt verwundert, dass das gleiche Büro, welches das städtische „Einzelhandels- und Zentrenkonzept“ verfasste, die Analyse erstellte.
Die von der Saller Unternehmensgruppe beauftragte Firma fand eine Lösung, die ihr eigenes Konzept ergänzt. Der Leerstand in der Innenstadt habe laut dieser Konzepte keine Verbindung zum Neubau in der Gartenstraße. Doch die historische Altstadt leidet unter erschreckendem Leerstand, verursacht durch neue Verkaufsflächen mit guter Verkehrsanbindung und begrenzten Parkplätzen.
Die Fraktion Freie Wähler/Piraten/Grüne lehnt neue Verkaufsflächen ab und hofft auf eine Mehrheit im Stadtrat gegen den Beschluss.
„Diese Vorlage treibt das Aussterben der Gothaer Innenstadt voran“, sagt Felix Kalbe, stellvertretender Stadtratsvorsitzender. „In der aktuellen wirtschaftlichen Lage wird der Überlebenskampf unserer Altstadt erschwert. Das Miteinander der Händler und Märkte macht unsere Residenzstadt aus. Ein weiterer Parkplatz, der nur kurzzeitiges Verweilen fördert, zieht in verstärktem Maße weitere Kunden von den Innenstadtläden ab. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für eine lebendige Innenstadt einsetzen. Wer im Stadtrat die besten Lagen für dieses Vorhaben freimacht, verramscht Gotha weit unter Wert.“
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Die Argumentation, durch ein neues EKZ sterben die Innenstadt-Läden, ist nur die halbe Wahrheit. Viele Läden in der Altstadt/Innenstadt haben unmögliche Öffnungszeiten. Schließen Samstag 13:00 oder 14:00 Uhr. DAS ist unattraktiv, besonders für Berufstätige, die Samstag einen Einkaufsbummel mit der Familie machen wollen. Und wenn ich mir die „weiten“ Wege von der Jüdenstraße bis zur Erfurter Straße anschaue, ist das auch nicht attraktiv. Und schließlich die Parkmöglichkeiten. Alles in allem- ich bin der Meinung, die Innenstadthändler sind in der Bringpflicht. Was soll denn Politik noch alles machen. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Wunderlich ist der Vorschlag zur weiteren Bebauung nicht. Die kahlen Flächen stören. Ebenso das hässliche Gleisbett. Man hat auch vergessen, dass die Straße GARTENstraße heißt. Gärten sind weg, aber viel GRÜN ist auch nicht geplant und bisher gepflanzt. War nicht auch einmal eine Brücke für Fußgänger vorgesehen, um den Verkehrsfluss beibehalten zu können? Die Innenstadt könnte belebt werden, wenn die Mieten andere wären und nicht jedes Stuhlbein Geld kosten würde. Auch fehlen Bäume in der Innenstadt, diverse schöne Beleuchtung und interessante Skulpturen. Das zur Innenstadt. Im Westviertel ist schon zu viel Müll verteilt. Es fehlt viel, um „Gotha adelt“ durchgängig würdig zu sein. H.C.
Mein Partner und ich sind dieses Jahr im Februar vom Land in die Moßlerstrasse gezogen. Dauerparkplätze zu mieten ist ausgeschlossen. Laufend bekommen wir „Knöllchen“ !
Das Altstadtforum mit den Einkaufsmöglichkeiten ist eine gelungene Lösung. Ein weiteres Einkaufszentrum ist eine Verschandelung der Residenzstadt. Eine bessere Lösung wäre eine Begrünung der vorhandenen Fläche sowie zusätzliche kostenlose Parkmöglichkeiten für Anlieger und Besucher der Innenstadt, die nicht nur auf zwei Stunden begrenzt sind.