Energiesperren: Hohe Kosten belasten Verbraucher:innen
vzbv-Marktcheck offenbart teure Folgen für Betroffene.
- Verbraucherbeschwerden zu Energiesperren sind 2025 stark gestiegen
- vzbv-Marktcheck: hohe Kosten und große Preisunterschiede für die Sperrung
- Verbraucherzentrale fordert stärkeren Schutz vor Energiesperren
Energiesperren betreffen laut Bundesnetzagentur eine wachsende Zahl an Verbraucher:innen. Das zeigt sich auch in den Verbraucherzentralen, die im Jahr 2025 bundesweit über 1.700 Beschwerden zu (Liefer-)Sperren im Bereich Strom und Gas erfasst haben. Im Vergleich zum Jahr 2024 ist das Beschwerdeaufkommen um 36 Prozent gestiegen, im Vergleich zum Jahr 2023 hat es sich mehr als verdoppelt (+108 Prozent). Ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt außerdem deutliche Preisunterschiede für die Sperrung und Entsperrung eines Strom- und Gasanschlusses. Die Verbraucherschützer fordern präventive Schutzmechanismen und eine flächendeckende Stärkung der Verbraucherrechte bei Energiesperren.
„Energiesperren sind für betroffene Haushalte eine existenzielle Belastung. Wer ohnehin mit steigenden Energiepreisen kämpft, gerät durch zusätzliche Sperr- und Entsperrkosten schnell in eine Schuldenspirale“, sagt Florian Munder, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. „Deshalb braucht es flächendeckend wirksame Schutzmechanismen gegen Energiesperren. Wer in Zahlungsschwierigkeiten gerät, muss frühzeitig Unterstützung erhalten, bevor es zu einer Sperre kommt.“
Hohe Kosten bei Energiesperren und große Preisunterschiede
Ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands unter Betreibern von 58 Energienetzen zeigt: Die Preisspannen für die Kosten von Sperrungen und Entsperrungen sind groß.
- Strom: Preisspanne: 92 – 231 Euro, durchschnittliche Kosten: 145 Euro
- Gas: Preisspanne: 92 – 315 Euro, durchschnittliche Kosten: 168 Euro
Die Untersuchung zeigt außerdem Defizite bei Transparenz und Vergleichbarkeit: So sind Preisblätter mitunter schwierig auffindbar, Kostenpositionen werden uneinheitlich dargestellt oder der Umgang mit der Umsatzsteuer variiert. Für Verbraucher:innen kann dadurch unklar bleiben, welche tatsächlichen Kosten im Falle einer Sperre entstehen.
Verbraucherzentrale fordert besseren Schutz und faire Kostenregelungen
„Es braucht klare gesetzliche Rahmenbedingungen, die verhindern, dass Energiesperren die Überschuldung der Betroffenen weiter in die Höhe treiben“, sagt Munder. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine Weiterentwicklung des bestehenden Rechtsrahmens und setzt sich insbesondere ein für eine:
- Ausweitung des Schutzes vor Energiesperren in Sonderverträgen
- Stärkung und Weiterentwicklung von Abwendungsvereinbarungen zur Vermeidung von Energiesperren
- Klare Definition für „angemessene“ Kosten für Sperren und Entsperrungen
Methode
Beschwerdestatistik: Die Auswertungen der Beschwerdestatistik basieren auf der Vorgangserfassung aller 16 Verbraucherzentralen in den insgesamt rund 200 Beratungsstellen in Deutschland. Die Vorgangserfassung stellt die statistische Erfassung aller Verbraucheranliegen dar, die im Rahmen der institutionellen Verbraucherarbeit an die Verbraucherzentralen herangetragen werden. Direkte Rückschlüsse auf die Häufigkeit des Vorkommens bestimmter Verbraucherprobleme in der Gesamtbevölkerung sind daraus jedoch nicht ableitbar.
Marktcheck: Im Rahmen eines Marktchecks hat die Marktbeobachtung der Verbraucherzentrale die Webseiten der Betreiber von 58 Energienetzen in Deutschland untersucht – jeweils 29 für Strom und Gas. Aus jedem Bundesland – mit Ausnahme der drei Stadtstaaten – wurden die Strom- und Gasnetze für die beiden Städte mit der höchsten Bevölkerungsdichte ausgewählt. Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum vom 17. bis 18. Februar 2026.
Quelle: https://www.vzbv.de/pressemitteilungen/energiesperren-hohe-kosten-belasten-verbraucherinnen

