Gotha: Margarethenstraße wieder für den Verkehr freigegeben
Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren und einem Monat wird die grundhaft erneuerte Margarethenstraße am Donnerstag, 2. Juli 2026, wieder für den Verkehr freigegeben. Mit dem Abschluss der Baumaßnahme verfügt der rund 400 Meter lange Straßenzug über eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur.
Zugleich wurde das altstadttypische Erscheinungsbild durch die Verwendung hochwertiger Natursteinmaterialien erhalten und weiterentwickelt. Die ersten Planungen für die Erneuerung der Margarethenstraße reichen bis in die Jahre 2008 und 2009 zurück.
Im Jahr 2021 wurden die Planungen erneut aufgenommen und konkretisiert. Der offizielle Baubeginn erfolgte am 6. Mai 2024. Die Gesamtmaßnahme gliedert sich in zwei Abschnitte: die historische Margarethenstraße und die sogenannte Planstraße zwischen Gartenstraße und Gerbergasse. Die Bezeichnung Planstraße wurde verwendet, da an dieser Stelle historisch keine ausgebaute Straße bestand. Über viele Jahre war der Bereich lediglich provisorisch befestigt. Mit dem nun abgeschlossenen Ausbau wurde der rund 90 Meter lange Abschnitt erstmals dauerhaft als Straße hergestellt und ebenfalls der Margarethenstraße zugeordnet.
Historisches Erscheinungsbild wiederhergestellt
Die historische Margarethenstraße wurde nach ihrem überlieferten Vorbild mit der typischen Pflasterfassung und Gliederung wiederhergestellt. Für die denkmalgerechte Sanierung erhielt die Stadt Gotha Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“. Der Fördersatz beträgt 80 Prozent. Die Kosten für Planung und Bau dieses Abschnitts belaufen sich auf rund 1,15 Millionen Euro.
Auch der neu angelegte Straßenabschnitt zwischen Gartenstraße und Gerbergasse wurde altstadttypisch mit Natursteinpflaster gestaltet. Für diesen Teil der Maßnahme wurden Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten“ bereitgestellt. Da es sich um eine neu angelegte Straße handelt, beträgt der Fördersatz 66,6 Prozent. Die Planungs- und Baukosten für diesen Abschnitt liegen bei rund 1,096 Millionen Euro.
Damit belaufen sich die gesamten Planungs- und Baukosten für beide Straßenabschnitte auf rund 2,246 Millionen Euro.
Hochwertige Natursteinmaterialien und neue Beleuchtung
Im Zuge der Straßenbaumaßnahme wurden insgesamt etwa 820 Meter Bordsteine gesetzt. Rund 700 Quadratmeter vorhandenes Basaltpflaster konnten aufgenommen und wiederverwendet werden. Ergänzend wurden etwa 860 Quadratmeter neues Basaltpflaster sowie 550 Quadratmeter Granit-Kleinpflaster verlegt. Die Gehwege erhielten auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern neues Mosaikpflaster aus Granit. Für eine zeitgemäße und energieeffiziente Beleuchtung sorgen künftig 23 neue Straßenleuchten.
Versorgungsnetze umfassend modernisiert
Die Straßenbaumaßnahme wurde zugleich genutzt, um die unterirdische Infrastruktur umfangreich zu erneuern und für die zukünftigen Anforderungen auszubauen. Durch die WAG wurden rund 285 Meter Trinkwasserleitungen und etwa 130 Meter Abwasserkanal erneuert beziehungsweise neu verlegt. In der Pfarrgasse erfolgte zudem eine Erweiterung des Fernwärmenetzes. Darüber hinaus wurde das Stromversorgungsnetz modernisiert. Für die zukünftige Glasfaseranbindung verlegte die Deutsche Telekom rund 600 Meter Leerrohre. Um die Erreichbarkeit der Grundstücke für den Anliegerverkehr während der Bauzeit sicherzustellen, war der vorübergehende Abbruch der Treppenanlage am Erfurter Wall erforderlich. Diese Maßnahme war Bestandteil der bauzeitlichen Verkehrsführung.
Anwohner frühzeitig informiert
Während der Planungs- und Bauphase fanden insgesamt drei Informationsveranstaltungen für die Anwohnerinnen und Anwohner statt. Dabei wurden der jeweilige Planungsstand, der vorgesehene Bauablauf und die mit der Baumaßnahme verbundenen Einschränkungen erläutert.
„Mit der Freigabe der Margarethenstraße schließen wir eine anspruchsvolle und umfangreiche innerstädtische Baumaßnahme erfolgreich ab. Historisches Stadtbild, hochwertige Gestaltung und moderne technische Infrastruktur wurden hier auf überzeugende Weise miteinander verbunden“, erklärt Oberbürgermeister Knut Kreuch.
Abschließende Begrünung im Herbst
Die noch ausstehenden Pflanzarbeiten werden entsprechend der geeigneten Pflanzzeit im Herbst 2026 ausgeführt. Vorgesehen sind die Pflanzung von vier weiteren Bäumen sowie die Gestaltung und Bepflanzung der Grünfläche. Die Verkehrsfreigabe am 2. Juli 2026 wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Im Anschluss an die Baumaßnahme ist außerdem die Umsetzung eines Wandbildes an der Sparkasse vorgesehen.
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