Alter Schatz in neuem Glanz: Wie restauriert man eigentlich eine barocke Tischuhr?
„Objekte im Dialog“ mit Metallrestauratorin Susann Böhm – Donnerstag, 11. Juni, 17 bis 19 Uhr
Wunderkammer Friedenstein (Jüdenstraße 1, 99867 Gotha)
Eine prunkvolle Tischuhr aus Silber, um 1710 in Augsburg gefertigt, steht im Mittelpunkt des Vortrags „Alter Schatz in neuem Glanz“ am Donnerstag, 11. Juni 2026, in der Wunderkammer Friedenstein. Die Metallrestauratorin der Friedenstein Stiftung Gotha Susann Böhm gibt im Rahmen der Reihe „Objekte im Dialog“ spannende Einblicke in die Restaurierung und Geschichte der barocken Uhr.
Susann Böhm nimmt die Gäste mit auf eine Reise durch das Restaurierungstagebuch, das sie gemeinsam mit dem Erfurter Restaurator Thomas Wurm angefertigt hat, und ergründet u.a. folgende Fragen: Wie geht man mit einem stark geschädigten Objekt um? Lässt sich der einstige Glanz wieder erlebbar machen? Was lässt sich über die verwendeten Materialen, die Objektgeschichte und die Zugehörigkeit des Objekts zur Sammlung in Erfahrung bringen? Welche Methoden kommen dabei zum Einsatz? Was ist auf dem frontalen Medaillon noch erkennbar und was hat es mit dem versteckten Loch mitten im Sockel der Uhr auf sich?
Die außergewöhnliche Tischuhr gelangte einst als Geschenk der Kaiserin Maria Theresia (1717–1780) an Prinz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1737–1815) in den Besitz der Herzogsfamilie und blickt auf eine bewegte Geschichte zwischen Coburg und Gotha zurück:
Das silberne Glanzstück diente zeitweise der Ausstattung von Schloss Ehrenburg in Coburg, kam 1827 infolge des Dynastiewechsels unter Ernst I. nach Gotha und wurde schließlich 1879 im Herzoglichen Museum ausgestellt. Danach geriet die ehemalige Preziose wohl fast in Vergessenheit. Der natürliche Alterungsprozess und die darauffolgenden bewegten Jahre hinterließen ihre Spuren.
Im Rahmen des Projekts „Gotha transdigital“ konnte die Tischuhr nun umfassend restauriert werden, sodass sie heute wieder als Zeugin einer prachtvollen Zeit glänzt. Die Uhr ist aktuell im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek im Rahmen der Sonderausstellung „Coburg | Gotha | 1826. Ein Herzog. Zwei Residenzen“ zu sehen.
Die Veranstaltung findet von 17 bis 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, da gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Es ist eine Anmeldung per E-Mail unter wunderkammer@friedenstein-stiftung.de erforderlich.
In der Veranstaltungsreihe „Objekte im Dialog“ gewähren Wissenschaftler:innen und Mitarbeiter:innen Einblicke in ihre „stillen Kämmerchen“ und erzählen von der Bedeutung eines bisher nicht ausgestellten Objektes. Die Reihe wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Projekts „Open Friedenstein!“ gefördert.
Das Projekt „Gotha transdigital“ wird aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) gefördert.


