Thüringen in der Krankenhaushygiene gut aufgestellt

Bild von Cor Gaasbeek auf Pixabay
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Experten diskutieren mit Praktikern neuste wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen Multiresistente Erreger und Krankenhaushygiene

In Erfurt diskutieren heute rund 90 Wissenschaftler mit Praktikern darüber, wie die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse in weitere Verbesserungen auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene münden können. An der Veranstaltung nimmt auch die Thüringer Gesundheitsstaatssekretärin Tina Rudolph mit einem Grußwort teil. 

Trotz der allgemein sehr hohen Hygienestandards kommt es in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts jährlich zu etwa 400.000 bis 600.000 Infektionen, die im Rahmen einer medizinischen Behandlung oder der Pflege erworben werden. Eine große Rolle spielen dabei die sogenannten multiresistenten Krankheitserreger (multiresistente Keime). Das sind Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotika immun sind, weshalb eine Behandlung derartiger Infektionen schwierig und aufwendig ist. 

Gesundheitsministerin Katharina Schenk betont: „Das Gesundheitswesen steht angesichts der wachsenden Bedrohung durch multiresistente Krankheitserreger vor der großen Herausforderung, effektive Präventionsmaßnahmen ständig weiterzuentwickeln und umzusetzen, damit solche Infektionen erfolgreich eingedämmt werden können. Um dieses Ziel in Thüringen flächendeckend zu erreichen, ist ein konzertiertes Vorgehen aller betroffener Institutionen des Gesundheitswesens erforderlich.

Rainer Poniewaß, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen, ergänzt: „Hygiene ist eines der zentralen Themen im Krankenhaus und die Qualitätssicherung nimmt in den Thüringer Kliniken einen hohen Stellenwert ein. Die Thüringer Krankenhäuser ergreifen bereits seit Jahren erfolgreich umfangreiche und effektive Maßnahmen, um Infektionen innerhalb der Häuser zu vermeiden. Sie haben daher eigeninitiativ vor vielen Jahren die Initiative für einen gemeinsamen Austausch ergriffen, um sich regelmäßig über die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse auf Stand zu bringen sowie mittels gemeinsam erarbeiteter Anregungen und Hinweise entsprechende Infektionen zu vermeiden. Wir freuen uns besonders darüber, dass Frau Ministerin Schenk und das Thüringer Gesundheitsministerium diese Initiative maßgeblich unterstützen und damit auch die langjährig bewährte Zusammenarbeit zwischen den Thüringer Krankenhäusern und dem Thüringer Gesundheitsministerium unterstrichen wird.“

In den Thüringer Krankenhäusern werden rund 500.000 Patienten jährlich stationär aufgenommen und bleiben dort durchschnittlich 7,3 Tage. Die Anfälligkeit vieler Patientinnen und Patienten für Infektionskrankheiten ist hoch, denn sie sind durch Krankheiten oder Verletzungen, nach einer Operation oder aufgrund ihres Alters oft geschwächt und verfügen über geringere Abwehrkräfte. In vielen Fällen entstehen die multiresistenten Erreger nicht ursächlich im Krankenhaus, sondern sie werden von Patientinnen und Patienten unbemerkt mitgebracht. Studien kommen zu dem Schluss, dass rund ein Drittel aller im Krankenhaus erworbenen Infektionen durch geeignete Präventionsmaßnahmen im Vorfeld vermeidbar gewesen wären. 

Das Bundes-Infektionsschutzgesetz und die Thüringer Hygieneverordnung geben den gesetzlichen Rahmen und Mindeststandards zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen vor. Einen wesentlichen Erfolgsfaktor bei der Bekämpfung multiresistenter Erreger stellen entsprechende Netzwerke dar, die sich in Thüringen durch eine langjährige gute Zusammenarbeit der Akteure vielerorts bereits erfolgreich etabliert haben. Hierzu gehört auch der seit dem Jahr 2011 kontinuierlich stattfindende Hygiene-Workshop, der gemeinsam von der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen und dem Thüringer Gesundheitsministerium in Kooperation mit der Landesärztekammer Thüringen durchgeführt wird. 

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