Zehn Jahre Deutsches Burgenmuseum
Das Deutsche Burgenmuseum Veste Heldburg feiert sein zehnjähriges Bestehen. Bei einem Festakt am 8. September 2026 wurde das Jubiläum im Beisein des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt begangen. Das 2016 eröffnete Museum wird von einem Verein getragen und vom Land Thüringen gefördert. Die Dauerausstellung widmet sich unterschiedlichen Aspekten des Baus und der Nutzung von Burgen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Hinzu kommen Wechselausstellungen und viele Veranstaltungen für überregionale und regionale Zielgruppen.
„Das Deutsche Burgenmuseum ist ein Erfolg gemeinsamen Engagements von Ehrenamtlichen, von Kulturinstitutionen und insbesondere von Akteuren der Region“, würdigt Ministerpräsident Mario Voigt das Projekt. „Der Freistaat Thüringen unterstützt dieses herausragende Projekt aus voller Überzeugung. Denn: Thüringen hat die höchste Residenzdichte aller deutschen Flächenländer und zugleich eine besonders vielfältige Burgenlandschaft. Das Deutsche Burgenmuseum passt deshalb in besonderer Weise zu unserem Land. Ein Museum mit überregionalem Anspruch neu zu gründen und zu betreiben, erfordert Mut, langen Atem und die gemeinsame Anstrengung vieler überzeugter Menschen. Dafür danke ich allen damals und heute Beteiligten. Sie haben das Deutsche Burgenmuseum ins Grüne Herz Deutschlands geholt und zu einem wichtigen Teil unseres kulturellen Reichtums gemacht.“
Das Deutsche Burgenmuseum geht zurück auf eine Idee des Burgenforschers Prof. Dr. G. Ulrich Großmann, damals Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. „Das Konzept haben wir 2010 in einer großen Sonderausstellung in Nürnberg erprobt und dann in die Entwicklung einer Dauerausstellung überführt“, so Großmann. „Wir nehmen das Phänomen Burg im Ganzen in den Blick, zeigen die Vielschichtigkeit von mehr als 1.000 Jahren Burgengeschichte bis in die jüngere Vergangenheit und räumen dabei mit einigen Mythen und romantischen Vorurteilen auf. Die Veste Heldburg ist der ideale Ort für das Museum, denn in ihrer Vielfalt ist sie zugleich das wichtigste Exponat.“
Mit dem Ziel der Eröffnung des Deutschen Burgenmuseums hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) wesentliche Teile der Veste Heldburg bis 2014 mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) saniert. STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer erläutert das denkmalpflegerische Konzept: „Ein Brand hatte 1982 den Französischen Bau, das Herzstück der Veste, nahezu vollständig seiner Innenausstattung beraubt. Die erhaltenen Fragmente aus dem 16. bis 20. Jahrhundert setzten die Vorzeichen – es galt, die Spuren der Epochen zu erhalten und lesbar zu machen. Das Museum hat also bewusst keine rekonstruierten Räume einer bestimmten Zeit zur Verfügung, sondern Zeugen einer bewegten Geschichte mit vielen anregenden Elementen, an die der Rundgang anknüpfen kann. Wir sind dankbar, dass mit dieser Symbiose die Burg die ideale Nutzung erfährt.“
Den Betrieb des Museums verantwortet der Trägerverein Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg e.V. unter dem Vorsitz des Heldburger Bürgermeisters Christopher Other. „Das Deutsche Burgenmuseum ist ein touristisches Leuchtturmprojekt für das südlichste Thüringen“, so Other. „Unterschiedliche Akteure und Körperschaften tragen es gemeinsam. Die Stadt Heldburg sieht sich dabei besonders in der Verantwortung, denn der Erfolg eines so ambitionierten Vorhabens steht und fällt mit dem gesellschaftlichen und politischen Rückhalt vor Ort. Ich freue mich, dass wir das Museum zu einer festen Adresse unter den Museen im südthüringisch-fränkischen Raum machen konnten. Die Anfänge sind aber den Mitgliedern des Fördervereins Veste Heldburg e.V. zu verdanken, die seit der Friedlichen Revolution ehrenamtlich die Veste zugänglich gemacht und unermüdlich mit Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen präsentiert haben.“


