Informationsbericht des Oberbürgermeisters zur Sitzung des Stadtrates Gotha am 24. März 2026

Oberbürgermeister Knut Kreuch © Lutz Ebhardt
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– Es gilt das gesprochene Wort ­-

Sehr geehrter Herr Stadtratsvorsitzender,
sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates,
liebe Beigeordnete und Ortsteilbürgermeister,
liebe Gothaerinnen und Gothaer,

ein Informationsbericht soll sein, wie eine Wahlprognose – kurz und knapp und das Wichtigste vorhersagen, so wollen wir es auch zur heutigen Stadtratssitzung halten.

Zuerst das historische I-Tüpfelchen. Wir alle sind heute ins Haus geschritten durch das Portal, alle schauten nach unten, keiner erhob den Blick nach oben, so wie es immer ist, damit hat auch niemand gesehen, welch schönes Wappen über der Tür zu sehen ist. Es ist das Wappen jenes Mannes, der heute vor 585 Jahren in Meißen geboren wurde, es ist Kurfürst Ernst von Sachsen, der „Vater der Ernestiner“ jenes Geschlechtes, dem wir das größte Erbe der Menschheit in einer deutschen Mittelstadt zu verdanken haben!

Los geht’s mit Aktuellem!

Gotha, die geförderte Europa-Stadt

Mit dem Start der großen Baumaßnahmen für den Hauptbahnhof Gotha und den klimaneutralen energetischen Stadtumbau konnten wir beginnen, denn die EFRE-Fördermittelbescheide sind da. Für den Bahnhof Gotha sind Mittel in Höhe von 13.186.539 Euro bereitgestellt worden. Derzeit verhandeln wir mit dem Freistaat Thüringen noch über eine Option, diese Mittel noch weiter zu optimieren. Am 17. April 2026 wird der Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, Herr Steffen Schütz, offiziell den Fördermittelbescheid übergeben und wir können nach exaktem Zeitplan sofort loslegen. Die Baumaßnahme ist seitens der Baugesellschaft Gotha mbH und ihrer Partner exakt durchgeplant.

Neben der großen Freude bei vielen Bürgerinnen und Bürgern, dass es endlich losgehen kann, lese ich auch vereinzelte Stimmen, der Stadtrat wüsste nichts von der Baumaßnahme usw. Ich muss dazu feststellen, dass wir seit Jahren an einem Zukunftskonzept arbeiten, dass wir dieses Konzept mit vielen Partnern beraten, dass wir Vorverträge geschlossen haben und auch immer wieder die Deutsche Bahn in die Entscheidungsfindung genommen haben. Bisher gab es bereits zwei Bürgerveranstaltungen im Bahnhof, wo wir die Konzepte vorgestellt haben, die nächste Versammlung folgt in Kürze.

Dass wir ein Kultur- und Stadtarchiv am Standort des Bahnhofes als Alleinstellungsmerkmal errichten, ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Stadt Gotha seit Jahren für die Pflichtaufgabe der Archivierung kein geeignetes Gebäude besitzt und dieses nicht in alter denkmalgeschützter Bausubstanz zu schaffen ist, weil, die Lagerung und Archivierung von Dokumenten besondere Voraussetzungen erfüllen müssen, die mit den zulässigen Deckenlasten in denkmalgeschützten Gebäuden unvereinbar sind.

Das wir mit unserem Konzept überzeugen konnten, eine historische Bausubstanz zu schaffen und eine hundertprozentige Nutzung dazu, zeigt die Bewilligung der entsprechenden Fördermittel. Ich habe wenig Verständnis für jene, die negatives suchen, um negatives zu verbreiten! Mit Beschluss B 077/25 hat der Stadtrat zu Gotha übrigens den Investitionsbeschluss für das Kultur- und Stadtarchiv Gotha gefasst und somit eine wichtige Investition in unserer Stadt befördert.

Klimaneutrale Stadt- und Wohn- und Quartiersentwicklung

Entsprechend der Konzepte des Stadtrates Gotha ist es der Gothaer Stadtwerke Energie in den letzten Wochen gelungen mit der Wohnungsbaugenossenschaft Gotha das EFRE-Projekt: Ausbau Fernwärme und Wärmespeicher abzuschließen, danach können 17 zusätzliche Wohnblöcke der Genossenschaft bis 2027 umgerüstet werden. Gleichzeitig hat der Freistaat Thüringen beschlossen, seine Liegenschaften in der Bahnhofsstraße an das Fernwärmenetz der Stadt Gotha anzuschließen und sich somit solidarisch an der klimaneutralen Fortentwicklung der Stadt Gotha zu beteiligen.

Für den Wärmespeicher in Gotha-Neustadt, früher Gotha-West, konnte am 12. März der symbolische Spatenstich zum Start der Bauarbeiten durchgeführt werden. Der neue Wärmespeicher wird ein markantes Zeichen am Ortseingang von Gotha aus Richtung Waltershausen sein.

Gothaer sind die fleißigsten Thüringer

Mit diesen Schlagzeilen überraschten die Medien im März 2026. Nachdem in ganz Deutschland und Thüringen die geleistete Arbeitszeit gesunken ist, liegt Gotha mit 1.381 Arbeitsstunden pro Jahr, deutlich über dem Thüringendurchschnitt mit 1.360 Stunden und weit vor Weimar mit 1.330 Stunden. Das in Gotha die Arbeitszeit so hoch ist, liegt eindeutig an der hohen Struktur produzierender Unternehmen, deren Arbeitszeit deutlich über der Arbeitszeit bei Handel, Verkehr, Lager oder Gastgewerbe liegt. Das solche Entwicklungen nicht selbstverständlich sind, dass wissen wir in Gotha. Deshalb setzen wir viel Kraft in die Wirtschaftsförderung, wo wir jetzt schon die Werbung für den „Tag der offenen Firmen“ am 29. August 2026 gestartet haben, einen Azubi-Speed-Dating am 12. und 13. März 2026 in der Stadthalle durchführten, an dem sich 600 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen und 46 Firmen beteiligten. Dieser Tag ist für Unternehmen und für künftige Auszubildende eine wichtige Vermittlungsbörse. Viele Unternehmen begehen in diesen Tagen ihr 35-jähriges Jubiläum, so Bildungseinrichtungen wie die VHS oder die GOBI bzw. in Kürze auch die FÖBI. Allen diesen Unternehmen gilt unsere Gratulation und die Bitte, weiter fleißig zu bilden, damit wir genügend Auszubildende für unsere Unternehmen bekommen.

Mit dem „Immobilienforum“ wollen wir in den nächsten Tagen wieder für mehr Transparenz sorgen in Fragen von Standortentwicklung und den Möglichkeiten der Investition in Gotha. Unser Thema in diesem Jahr ist der Flächennutzungsplan.

Wir freuen uns, dass viele Unternehmen in Gotha investieren, so voestalpine in der Südstraße oder die Sauerländer Spanplatte in eine Altholzreinigungsanlage, auch machen die Bauarbeiten am Altstadtort Brauerei Gotha und die neuen Planungen der Paulaner Brauerei gute Fortschritte.

Gothas attraktive Innenstadt

Meldungen von Bürgern „die Gothaer Innenstadt ist tot“ sind keine Hilfe beim Kampf der Stadtverwaltung um attraktive Ladengeschäfte und ein interessantes Stadtleben. Berichte wie „ich kaufe gern in Gotha“, oder „ich lasse gern reparieren in Gotha“ das wären Schlagzeilen, über die sich jeder freut. Die Stadt Gotha trägt keine Verantwortung an privaten Leerständen, aber, sie ist Partner und Vermittler für alle, die mit uns gemeinsam nach Lösungen suchen. Leider kann ich auch heute für das Bauhaus-Kaufhaus keine Lösung präsentieren, auch wenn wir in den letzten Wochen viele Gespräche führten.

Wir haben uns gekümmert um die Absenkungen in der Mönchelsstraße und freuen uns, dass die Geschäfte dort gern unsere Blumenkästen haben wollen, um sie selbst in blühende Pflege zu nehmen, wir freuen uns, dass am alten Waisenhaus eine neue Wohnmöglichkeit entsteht und dass wir die Chance eröffnet haben ganz in der Nähe auch Wohnparkplätze zu machen, damit auch dieses Problem sich löst. Nun wollen wir heute Vorkehrungen treffen, damit sich das Marktwesen der Stadt Gotha noch weiter verbessert, denn ein lebendiger Markt füllt die Stadt, es ist schön zu erfahren, dass in der Pfortenstraße das Fachgeschäft für Wohntextilien wieder öffnet, dass die Buchhandlung „Hannah Höch“ eine Nachfolge gefunden hat und das sich die ganze Stadt auf den Ostermarkt oder das Gothardusfest freut.

Jetzt gilt es Sponsoren zu werben für den Blumenschmuck in der Innenstadt und ich hoffe, dass wir neben den vertrauten Partnern auch neue Partner finden werden, die dieses schöne Zeichen für eine blühende Stadt setzen.

Pilotprojekt beschleunigter Glasfaserausbau:

Gotha wurde als Modellstadt zum beschleunigten Glasfaserausbau ausgewählt. Dadurch wird das Stadtgebiet schneller als geplant mit Glasfaser versorgt werden. Die Telekom wird mit mehreren Teams gleichzeitig den Umbau vorantreiben. Die Stadt bereitet sich ebenfalls darauf vor und wird ein Team aus Mitarbeitern der Ämter 30 und 60 zusammenstellen, welches die Arbeiten für die Stadt begleitet. Hierzu wird in Kürze ein LOI zwischen der Telekom und der Stadt Gotha unterzeichnet. Der Start dieses einzigartigen Pilotprojektes, an welchem nur 2 Städte deutschlandweit teilnehmen, wird auf den April 2026 anvisiert. Mit den Ortsteilen haben wir vereinbart, wenn wir geplant gut vorankommen, dass wir auch versuchen wollen unsere Ortsteile schnell an dieses Telekomnetz zu bringen.

Standort für Sicherheit und Zukunft in Gotha schaffen

Die vom Stadtrat der Stadt Gotha angeregte Diskussion für die Feuerwehr in Gotha eine klare Perspektive zu schaffen, hat dazu geführt, dass Grundstücke in der Parkstraße, die sich im Besitz städtischer Unternehmen befinden, für den Neubau einer Feuerwache vorgesehen sind. Deshalb werden wir einen Bebauungsplan für den Standort in Auftrag geben um schnellstens Baufreiheit zu schaffen. Gleichzeitig haben wir Gespräche mit den zuständigen Behörden angestoßen, die verantwortlich sind, für die Schaffung eines neuen Standortes des Technischen Hilfswerkes in Gotha. Der Deutsche Bundestag hat für 200 Projekte des THW in Deutschland jeweils 17 Millionen Euro pro Objekt bewilligt. Zu den bevorzugten Standorten gehört auch Gotha. Deshalb zeigen wir großes Interesse daran, dass die Investitionen für Brandschutz und das Technische Hilfswerk in einem Zukunftsstandort Sicherheit Gotha gemeinsam entwickelt werden.

Zum Stadtfeuerwehrtag am 28. März 2026 werden unsere Planungen sicherlich große Zustimmung finden.

Frühling bringt grünes Leben

Es beginnen die Bauarbeiten am Bolzplatz Big Palais, die Mönchparkmauer in Siebleben wird weiter saniert, auf dem Krahnberg wollen wir am 2. April neue Wanderrouten einweihen.

Danken möchte ich allen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Unternehmen und Vereinen, die sich am Subbotnik-Monat März beteiligt haben, wo wir wieder tonnenweise Müll gesammelt haben. Kürzlich war ich auf dem Etagenparkplatz in der von-Zach-Straße. Man muss sich mal diesen Irrsinn vorstellen: Da stellt die Stadt Gotha großzügig kostenlose Parkplätz zur Verfügung und als Dank wird alles was beweglich ist aus den Autos rausgeschmissen, dass man das Gefühl hat, man parkt auf einer Mülldeponie. Sieht so etwa Dankbarkeit aus? Ist es selbstverständlich, dass die Stadt Gotha Grundstückseigentümern oder Autobesitzern kostenlose Parkplätze anbieten muss? Vielleicht ist es Zeit, dass Jeder zahlen muss, dann herrscht auch Sauberkeit!

Bibliothek lädt ein

Stadtschreiber Thomas A. Herrig liest in der Bibliothek, das schreibLab 25 öffnet am „Welttag des Buches“, die Polizei ist Kulturort für eine Lesung. Wunderschöne Fotos, unseres leider schon verstorbenen Kollegen Matthias Roos, laden zum Besuch der Stadtbibliothek ein.

Eine große Osterferienaktion startet wieder in den Kinder- und Jugendtreffs.

Gotha die Sportstadt

Am 7. April ist der Spatenstich für das Kunstrasenspielfeld im „Volkspark-Stadion“ und pünktlich zum 100-jährigen Bestehen im Sommer kann der Platz eingeweiht werden. Am 9. Mai feiert Wacker Gotha sein 100-jähriges im Stadion, am 10. Mai ist Schlossparklauf und am 15. Mai die TMP-Jugendtour.

Ausblick

Anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Haus Sachsen-Coburg und Gotha“ finden überall Ausstellungen statt. Gotha will dieses Jubiläum mit einem ganz besonderen Projekt begehen. Wir laden ein am 20. September 2026, das ist der neue KINDERTAG, an diesem Tag wollen wir aus Gotha mit einem Trabi-Korso bzw. mit Fahrzeugen, die vor der deutschen Wiedervereinigung in unsrer Region gebaut worden sind, nach Coburg fahren, und der Schwesterstadt einen Besuch abstatten, ich wette das wir es schaffen 200 Leute zusammenzubringen. Nähere Informationen erfolgen in Kürze, seien Sie dabei „Wenn wir den Duft des Ostes“ in den Westen fahren.

Ich danke Ihnen.

Aktuelle Nachrichten und Meldungen aus der Stadt Gotha finden Sie auf Gotha-Aktuell – Stadt Gotha.

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