Gotha: Große Sorge um Partnerstadt Adua
Erneute Eskalation in Tigray: Engagement auch in schwierigen Zeiten im Rahmen des Projekts „Bildung in Adua“
Die Lage in der nordäthiopischen Region Tigray hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Nach einer Phase fragilen Friedens sind Ende September erneut schwere Kämpfe ausgebrochen. Die Auseinandersetzungen zwischen äthiopischen Regierungstruppen und bewaffneten Gruppierungen haben sich rasch ausgeweitet. Inzwischen verschärfen auch Berichte über das Vorrücken eritreischer Truppen und gegenseitige Drohnenangriffe die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Die humanitäre Lage wird zusätzlich durch eine schwere Dürre, Ernteausfälle und die zunehmende Knappheit lebenswichtiger Güter verschärft.
Auch Gothas Partnerstadt Adua ist von der erneuten Eskalation betroffen. Nach Informationen der lokalen Partner gibt es dort Drohnenangriffe, bei denen Menschen getötet und verletzt wurden. Die Präsenz eritreischer Soldaten in der Stadt sorgt für zusätzliche Angst und Verunsicherung unter der Bevölkerung.
Wasser, Lebensmittel und Medikamente werden knapp
Die Versorgungslage in Adua ist äußerst angespannt. Der Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten ist stark eingeschränkt. Besonders dramatisch ist die Situation bei der Wasserversorgung: Nach Angaben der lokalen Partner ist der vom Freundeskreis GothAdua e. V. unterstützte Brunnen derzeit die einzige verfügbare Quelle für sauberes Trinkwasser.
Zugleich wächst die Sorge vor einer Hungersnot. Obwohl derzeit eigentlich Regenzeit ist, sind die Niederschläge seit Monaten ausgeblieben. Die anhaltende Trockenheit gefährdet die Ernten und damit die Lebensgrundlage vieler Familien.
Das Krankenhaus in Adua ist nach den vorliegenden Informationen weiterhin geöffnet. Die Schulen sind offiziell geschlossen. Dennoch gibt es eine Art Notbetreuung für Kinder. Sie soll ihnen trotz der schwierigen Umstände ein Stück Normalität und Sicherheit ermöglichen und zugleich sicherstellen, dass sie etwas zu essen bekommen.
Geplante Reise aus Sicherheitsgründen abgesagt
Die angespannte Sicherheitslage wirkt sich auch unmittelbar auf die Zusammenarbeit zwischen Gotha und Adua aus. Eine Gothaer Delegation wollte sich am 8. Oktober auf den Weg in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba machen, um dort Vertreter aus Adua zu treffen und sich über die Situation vor Ort auszutauschen.
Die Reise musste jedoch aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Hinzu kamen erhebliche Einschränkungen des Flugverkehrs, nachdem Flughäfen im Zuge der Kämpfe besetzt worden waren. Ein sicheres und verlässliches Reisen war damit nicht gewährleistet.
Hilfe für die Menschen in Adua wird fortgesetzt
Auch unter diesen erschwerten Bedingungen setzt der Freundeskreis GothAdua e. V. seine Zusammenarbeit mit der österreichischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt fort. Gemeinsam mit lokalen Partnern engagiert sich die Organisation im Rahmen des Projekts „Bildung in Adua“ innerhalb der Initiative HOPEfT – Hope for Tigray.
Für den Freundeskreis GothAdua e. V. bleibt es ein zentrales Anliegen, die Menschen in der Partnerstadt auch in dieser schwierigen Zeit nicht allein zu lassen. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie wichtig verlässliche Partnerschaften sind.
Die Situation in Adua und der gesamten Region Tigray bleibt äußerst unsicher. Der Freundeskreis GothAdua e. V. verfolgt die weitere Entwicklung in engem Austausch mit seinen Partnern und wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird. Dafür ruft der Verein zu Spenden auf, die unmittelbar vor allem den Kindern zugutekommen sollen.
Spendenkonto:
Freundeskreis GothAdua e. V.
IBAN: DE58 8205 2020 0300 0686 62
BIC: HELADEF1GTH
Bank: Kreissparkasse Gotha

