Bildnachweis: iStock.com/ huettenhoelscher

Thüringer Arbeitsschutzbericht 2025 veröffentlicht: Arbeitsschutzbehörden verstärken Überwachung

Anzeige

Die Thüringer Arbeitsschutzbehörden haben ihre Kontrolltätigkeit im Jahr 2025 weiter intensiviert. Insgesamt führten die Beschäftigten des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz (TLV) 15.377 Überprüfungen durch. Das waren rund 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit nähert sich Thüringen weiter der ab dem 1. Januar 2026 bundesgesetzlich vorgeschriebenen Kontrollquote von fünf Prozent aller Betriebe pro Jahr an.

Gleichzeitig stieg die Zahl der festgestellten Beanstandungen von 11.585 auf 12.803. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht 2025 der Thüringer Arbeitsschutzbehörden hervor, den das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie jetzt veröffentlicht hat.

„Gute Arbeit ist auch sichere und gesunde Arbeit. Die Ergebnisse des Jahresberichts zeigen, wie wichtig eine wirksame staatliche Arbeitsschutzaufsicht ist. Außerdem wird deutlich, dass wir bei der Prävention nicht nachlassen dürfen. Ziel ist es, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen möglichst gar nicht erst entstehen“, erklärt Thüringens Arbeitsministerin Katharina Schenk.

Arbeitsunfälle gestiegen – weniger schwere und tödliche Unfälle

Im Jahr 2025 wurden den Thüringer Arbeitsschutzbehörden insgesamt 7.288 Arbeitsunfälle gemeldet (2024: 6.738). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um rund 8,2 Prozent. Zugleich ging die Zahl der schweren Arbeitsunfälle von 34 auf 28 zurück. Drei Menschen verloren bei Arbeitsunfällen ihr Leben, im Jahr 2024 waren es sechs.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Unfallprävention weiterhin eine zentrale Aufgabe bleibt. Besondere Gefährdungen bestehen unter anderem bei Arbeiten auf Baustellen, beim Umgang mit Maschinen sowie bei Tätigkeiten mit Absturzrisiken.

Im Jahr 2026 wurden den Thüringer Arbeitsschutzbehörden bislang 5.588 Arbeitsunfälle gemeldet, davon 38 schwere Arbeitsunfälle. Vier Menschen sind in diesem Jahr tödlich verunglückt (Stand: 14. Oktober 2026).

Schwerpunktkontrollen auf Baustellen zeigen erhebliche Sicherheitsmängel

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeitsschutzaufsicht lag 2025 im Bereich der Sicherheit auf Baustellen. Im Rahmen einer landesweiten Schwerpunktaktion wurden zwischen Mai und Oktober 2025 insgesamt 499 Kontrollen auf 374 Baustellen durchgeführt.

Bei 397 Kontrollen stellten die Aufsichtsbehörden Mängel fest, insgesamt 575 Einzelmängel wurden dokumentiert. Besonders häufig betrafen diese fehlende oder unzureichende Absturzsicherungen an Gerüsten, Dächern und Baugruben.

„Gerade auf Baustellen können schon kleine Sicherheitsmängel schwerwiegende Folgen haben. Vorschriftsmäßige Absturzsicherungen sind keine Nebensache, sondern eine grundlegende Voraussetzung für sicheres Arbeiten. Hier stehen die Unternehmen in der Verantwortung, ihre Beschäftigten wirksam zu schützen“, betont Schenk.

Psychische Belastungen stärker berücksichtigen

Neben klassischen Unfallgefahren rückt zunehmend auch die psychische Gesundheit der Beschäftigten in den Fokus des Arbeitsschutzes. Hohe Arbeitsintensität, Zeitdruck, ungünstige Arbeitszeiten und Veränderungen durch die Digitalisierung können die Gesundheit beeinträchtigen.

Die Ergebnisse des Arbeitsprogramms zum Schutz vor psychischen Belastungen im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) zeigen weiterhin Verbesserungsbedarf: Bei 17 Prozent der untersuchten Betriebe wurden psychische Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung nicht einbezogen. Lediglich bei 37 Prozent wurde deren Berücksichtigung als angemessen bewertet.

„Arbeitsschutz bedeutet mehr als die Vermeidung körperlicher Verletzungen. Für leistungsfähige Unternehmen und eine zukunftsfähige Arbeitswelt müssen auch psychische Belastungen systematisch erfasst und bei der Gestaltung von Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden“, so die Ministerin.

Prävention von Berufskrankheiten bleibt wichtige Aufgabe

Auch die Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen bleibt eine Herausforderung. Im Jahr 2025 wurden den Thüringer Arbeitsschutzbehörden 2.044 Verdachtsfälle auf eine Berufskrankheit bekannt. In 613 Fällen wurde eine Erkrankung als berufsbedingt eingeschätzt.

Zu den häufigsten Berufskrankheiten zählen weiterhin Lärmschwerhörigkeit sowie durch natürliche UV-Strahlung verursachte Hautkrebserkrankungen. Darüber hinaus spielen Erkrankungen infolge des beruflichen Umgangs mit Asbest eine wichtige Rolle.

Die Arbeitsschutzbehörden setzen deshalb weiterhin auf eine risikoorientierte Überwachung, gezielte Schwerpunktaktionen und die Beratung von Unternehmen.

Arbeitsschutz gemeinsam weiterentwickeln

Mit dem Jahr 2025 endete zugleich die dritte Periode der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie. In Thüringen wurden im Zeitraum von 2021 bis 2025 insgesamt 4.364 Betriebsbesichtigungen mit Systembewertung durchgeführt. Damit wurde das vereinbarte Ziel von 2.800 Besichtigungen deutlich übertroffen.

Im Mittelpunkt standen die Verbesserung betrieblicher Gefährdungsbeurteilungen, die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen, der Schutz vor psychischen Belastungen und der sichere Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen.

„Wir wollen einen Arbeitsschutz, der nicht erst reagiert, wenn etwas passiert, sondern vorausschauend handelt. Dafür brauchen wir verantwortungsbewusste Unternehmen, engagierte Beschäftigte und eine leistungsfähige Arbeitsschutzverwaltung. Nur gemeinsam können wir die Arbeitswelt dauerhaft sicherer und gesünder gestalten“, unterstreicht Schenk.

Arbeitsschutz im Überblick

Der Jahresbericht 2025 der Thüringer Arbeitsschutzbehörden informiert über die Kontroll- und Überwachungstätigkeit des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz, die Entwicklung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie über besondere Schwerpunktaktionen und Projekte.

Das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz ist für den Vollzug des Arbeitsschutzrechts im Freistaat zuständig. Im Berichtsjahr umfasste der Zuständigkeitsbereich 85.692 Betriebe und insgesamt 930.777 Beschäftigte.

Der vollständige Jahresbericht 2025 der Thüringer Arbeitsschutzbehörden steht auf der Internetseite des Thüringer Sozialministeriums unter https://soziales.thueringen.de/verbraucherschutz/arbeitsschutz zur Verfügung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mit der Nutzung dieses Formulars erteile ich meine Zustimmung das meine Daten ausschließlich zum Zweck der Beantwortung Ihres Anliegens bzw. für die Kontaktaufnahme und die damit verbundene technische Administration gespeichert und verwendet werden. Rechtsgrundlage für die Verarbeitung dieser Daten ist unser berechtigtes Interesse an der Beantwortung Ihres Anliegens gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Zielt Ihre Kontaktierung auf den Abschluss eines Vertrages ab, so ist zusätzliche Rechtsgrundlage für die Verarbeitung Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. Ihre Daten werden nach abschließender Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Dies ist der Fall, wenn sich aus den Umständen entnehmen lässt, dass der betroffene Sachverhalt abschließend geklärt ist und sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.