Foto: v.l.n.r. Johannes Schneider Projektleiter PG Kompetenzzentrum für Ländliche Mobilität (KoLMo) Christian Jacob, Bürgermeister Nesse-Apfelstädt Steffen Trapp, Leiter Haupt- und Finanzverwaltung Nesse-Apfelstädt Martin Günther, WOHNSTADT Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft Hessen mbH, Geschäftsstelle Weimar/ © BBSR/Czybik & Schmid Media/ Guido Schiefer

Ausgezeichnete Mobilität: Die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes Nesse-Apfelstädt gewinnt im Bundeswettbewerb

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Landgemeinde Nesse-Apfelstädt für bessere Anschlüsse an ländlichen Bahnhöfen ausgezeichnet

Nesse-Apfelstädt, 14. Oktober 2026.
Mit der Schaffung von Park- und Ride-Parkplätzen, einer Fahrradabstellanlage und eines zeitgemäßen Zuganges zum Bahnhof in der Ortschaft Neudietendorf sowie der Verknüpfung mit dem regionalen Busverkehr, wurde die Attraktivität und die gute Erreichbarkeit der Nahverkehrsangebote wesentlich verbessert.
Dafür wurde das Projekt „Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes Nesse-Apfelstädt“ heute im Bundeswettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ ausgezeichnet.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) würdigen mit dem Wettbewerb insgesamt 20 Projekte. Sie zeigen, wie sich Bahnhöfe in ländlichen Räumen besser mit Bussen, On-Demand-Angeboten, Fuß- und Radverkehr sowie weiteren Mobilitätsangeboten verknüpfen lassen. Ziel sind verlässliche Reiseketten, die auch ohne eigenes Auto im Alltag funktionieren.

Zeitgemäßer Zugang zu Bussen und Bahnen in Neudietendorf für die gesamte Region

Die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes in Neudietendorf begann bereits vor 15 Jahren. Damals prägten ein unattraktives Bahnhofsareal, fehlende Parkplätze sowie mangelnde barrierearme Zugänge für den Fuß- und Radverkehr das Bild und wirkten sich negativ auf das Ortsbild und die Reisenden aus.

Die Landgemeinde Nesse-Apfelstädt hat deshalb mit Fördermitteln von EU, Bund und Land das Bahnhofsempfangsgebäude und angrenzende brachliegende Flächen und Gebäude erworben, die abgängigen Gebäude abgerissen, in zwei Bauabschnitten über 160 Parkplätze geschaffen, dass Bahnhofsempfangsgebäude saniert und mit modernen Aufenthaltsmöglichkeiten, Toiletten, Gewerbeeinheiten und zusätzlichen Fahrradabstellmöglichkeiten ausgestattet.

Daneben wurden die angrenzende Bahnhofstraße sowie die Anbindung zum nahegelegenen Busbahnhof mit drei barrierearmen Fahrgaststeigen sowie eine angrenzende Parkanlage umfassend saniert und so für alle Verkehrsteilnehmer eine wesentliche Verbesserung des Zu- und Abganges und für die Einwohnerschaft die Aufenthalts- und Lebensqualität im Ortskern von Neudietendorf erhöht 

Christian Jacob, Bürgermeister, Landgemeinde Nesse-Apfelstädt: „Das erste große gemeinsame Projekt der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt, was schon vor 15 Jahren mit Mut und aus heutiger Sicht auch Weitsicht auf den Weg gebracht wurde, hat sich als gute Investition für die gesamte Region und für die Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum herausgestellt. Die täglichen Nutzerzahlen und die Auslastung der Parkmöglichkeiten zeigen, dass ein guter Zugang zum Nahverkehr gerade in ländlichen Regionen wichtig ist.“

Eines von 20 ausgezeichneten Projekten

„Die Neugestaltung des Bahnhofsumfeld Nesse-Apfelstädt“ gehört zu den 20 Gewinnerprojekten des bundesweiten Wettbewerbs „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“. Das Projekt erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro.

Sabine Poschmann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Wer auf dem Land lebt, darf ohne eigenes Auto nicht abgehängt sein. Gute Mobilität bedeutet Teilhabe – und sie macht Gemeinden zu attraktiveren Orten zum Leben und Arbeiten. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, was vor Ort möglich ist, wenn Kommunen und Verkehrsunternehmen gemeinsam anpacken. Davon brauchen wir mehr.“

Dr. Peter Jakubowski, Leiter des BBSR: „Ein guter Bahnanschluss hilft wenig, wenn man die letzten Kilometer nicht weiterkommt. Die ausgezeichneten Projekte setzen genau dort an: Sie stimmen Busse auf Züge ab, bringen Menschen aus den Ortsteilen zum Bahnhof und sorgen für sichere und kurze Wege beim Umsteigen. Das sind Lösungen, die den Alltag konkret erleichtern. Und viele davon lassen sich auch andernorts umsetzen. Genau deshalb machen wir sie mit diesem Wettbewerb sichtbar.“

Alle ausgezeichneten Projekte werden auf Mobilikon, dem Online-Nachschlagewerk des BBSR für kommunale Mobilität, vorgestellt. Es bündelt Praxisbeispiele und Informationen zu Mobilitätslösungen und unterstützt Kommunen dabei, passende Ansätze für die Situation vor Ort zu finden.

Hintergrund: Bundesprogramm Region gestalten

Der Wettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ wurde im Rahmen des Bundesprogramms Region gestalten durchgeführt. Mit dem Programm unterstützt das BMWSB Projekte mit besonderem Fokus auf ländliche Räume. Ziel ist es, neue Ansätze für die räumliche Entwicklung zu erproben und Erkenntnisse für andere Regionen nutzbar zu machen.

Das BBSR begleitet die Projekte wissenschaftlich, bereitet Erfahrungen für die kommunale Praxis auf und macht übertragbare Lösungsansätze zugänglich.

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