Foto: jüdischer Friedhof Gotha © Hendrik Krumbein

ACHAVA Festspiele Thüringen übertreffen leicht die Besucherzahlen von 2025

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Weimar, Samstag, 10. Oktober 2026; mit zwei fulminanten Konzerten gehen die ACHAVA Festspiele Thüringen dieses Wochenende in die Schlussrunde. Anna Mateur, Thomas Quasthoff und Dominique Horwitz singen in zwei ausverkauften Vorstellungen Werke aus 90 Jahren Schlager-Geschichte in der bald 90 Jahre alten Sendehalle Weimar. Am Sonntag ab 11 Uhr findet außerdem noch das Verkaufshappening der Werke des Schweizer Künstlers Urs Jaeggi statt. Viele Werke sind schon reserviert. 

Dieses Jahr wurden etwa 24.000 Besucherinnen und Besucher der ACHAVA Festspiele in der Kernzeit des Festivals gezählt. „Wir sind glücklich über die gute Resonanz des Festivals insgesamt und auch die wachsenden Schülerzahlen über das Jahr. Die ACHAVA Festspiele Thüringen sind ein wichtiger Partner für außerschulische Bildung geworden. Neben Kultur und Unterhaltung ist das weiterhin die wichtigste Säule unserer Arbeit.“ Fasst Martin Kranz, Intendant der ACHAVA Festspiele Thüringen, das diesjährige Festival zusammen.

Insbesondere die Verbrechen der Nazizeit wurden präsent bei den Zeitzeugenberichten von Lady Milena Grenfell-Baines (97), die 1938 als Kindertransport-Kind mit ihrer jüngeren Schwester allein in England landete und der 94-jährigen Französin Lili Keller-Rosenberg (betreut durch das Institut français Thüringen), die mit zwei kleineren Geschwistern und ihrer Mutter die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen überlebte. Letztere ernannte die Jugendlichen zu Botschaftern für Frieden und Respekt in der Welt. Beide absolvierten voller Elan mehrere Schulbesuche, sprachen zu Schüler:innen in der Sendehalle und bereicherten das Programm des ACHAVA Schülerforums im Thüringer Landtag. Hier trafen Jugendliche auch auf zwei Vertreter von „Meet a Jew“ – einem Dialog-Format des Zentralrats der Juden in Deutschland. Kathrin Schuchardt aus Weimar referierte über und gegen Hate-Speech, Rabbiner Gabor Lengyel machte jüdisches Leben heute sichtbar und Irina Levin, als Vertreterin der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, brachte den Jüngeren spielerisch Fakten zum Judentum nahe. 

Erfolgreich war auch der Meisterkurs Gesang mit Thomas Quasthoff, der in einem ausverkauften Abschlusskonzert in der Sendehalle mündete. Sechs Sänger:innen aus Südkorea, Canada, China, Japan und der Ukraine begeisterten auf höchstem Niveau. Auch im kommenden Jahr soll es weitere Meisterkurse in verschiedenen Disziplinen geben in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und als Kooperation mit der Art Mentor Foundation in Luzern (Schweiz). Sie sind Teil des groß angelegten Bildungsprogramms der Stiftung Sendehalle Weimar und der ACHAVA Festspiele Thüringen. Die Schweizer Stiftung fördert auch den ACHAVA Campus für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene u.a. bei den Themen Demokratie und Geschichte.

Ein musikalisches Highlight in Gotha und Eisenach war das Auftakt-Konzert mit Maybebop und der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. In der folgenden Woche spielten der Konzertmeister Alexej Barchevitch, Prof. Jascha Nemtsov (Klavier, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar) und der bekannte Schofar- und Hornspieler Bar Zemach im ausverkauften Ekhof-Theater und im Rokokosaal des Stadtschlosses in Eisenach ein Kammerkonzert der besonderen Art.

Das umfangreichste Programm in einer Stadt bot das ACHAVA-Team Eisenach. Hier wurden im E-Werk drei Ausstellungen präsentiert, Filme gezeigt, Schülergespräche durchgeführt, das große Familienfest gefeiert und getanzt und gekocht. Heute Abend endet hier das Festival mit einem Konzert in der Alten Mälzerei „L’Oud Whispers. Das Flüstern der Laute“.

In Gotha holte die Banda Comunale wieder einen ganzen Stadtteil vom Sofa. Die Dresdner Marching Band besteht selbst aus 20 Musikern aus mindestens 10 Ländern und spiegelte auch musikalisch die Vielfalt der Nationen in Gotha West am Coburger Platz.  Beim ACHAVA Fest der Kulturen engagierten sich lokale Vereine, Anwohner und Bürger:innen sowie „Thüringen Zusammen – Brücken bauen im ländlichen Raum“, die Stadtbibliothek Gotha und das Stadtteilzentrum Gotha West. Ein gelungenes Fest für Groß und Klein mit Gerichten aus Ländern, darunter Eritrea, Syrien, Somalia, Afghanistan, Türkei, Irak, Ukraine, Deutschland, Schweiz, Ungarn oder Bulgarien, Begegnung und Musik. Die erfolgreiche Premiere dieses Formats soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. 

Bis zum 23. Oktober läuft noch die Ausstellung zum KZ-Frauenlager Mühlhausen „Bilder vom Tatort. Bilder von Menschen“ in der Stadtbibliothek Mühlhausen. Gemeinsam mit der Weimarer Mal- und Zeichenschule haben sich Mühlhäuser Schüler:innen auf die Suche nach der Geschichte ihres Wohnortes gemacht und eine sehenswerte Schau mit Cyanotypien (Blaudrucken) geschaffen.

EPILOG

Am 13. Dezember ist wieder Weihnachtsstimmung in der Sendehalle Weimar mit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, dem Filmnachmittag für die ganze Familie, inkl. Kaffee, Kakako und (Nuss)Kuchen.

In Kooperation mit der TLZ Thüringische Landeszeitung.

Ganzjährig

DIE ZEUGEN – großformatige Portraitfotos von Buchenwald-Überlebenden von Thomas Müller. Open-Air-Ausstellung vom Bahnhof Weimar bis zum Bauhaus Museum. www.diezeugen.de

Paradiesbaum auf dem Erfurter Petersberg. Ein Olivenbaum für den Frieden. Gestaltet und gefertigt von Ruth Horam (1932, Tel Aviv – 2.08.2021, Jerusalem) und Nihad Dabeet (13.04.1968, Ramle – 15. 01. 2024, Ramle (Israel). www.paradiesbaum.org

Die nächsten ACHAVA Festspiele Thüringen finden statt vom 11. – 26. September 2027.

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