Gotha: CDU-Fraktion fordert Änderungen am Windenergie-Plan für Sundhausen
CDU-Fraktion fordert klare Kante in Stellungnahme zur Windenergie: Ortsteile schützen, Belastungsgrenzen wahren!
GOTHA. Die CDU-Fraktion im Stadtrat Gotha bringt einen umfassenden Änderungsantrag zur städtischen Stellungnahme zum 2. Entwurf des 2. Sachlichen Teilplans „Windenergie“ Mittelthüringen ein. Mit konkreten Forderungen will die Fraktion sicherstellen, dass die Interessen der Gothaer Bürgerinnen und Bürger sowie der Schutz von Landschaft und Kulturdenkmälern im Planungsverfahren gegenüber der Regionalen Planungsstelle konsequent durchgesetzt werden.
Der geplante Ausbau von Windenergieanlagen im Vorranggebiet W42 westlich von Sundhausen trifft den Ortsteil unvorbereitet hart. Bereits heute erbringt Sundhausen mit rund 30 Hektar bestehenden Freiflächen-Photovoltaikanlagen und weiteren 40 bis 50 Hektar in Planung über 6 Prozent seiner Gemarkungsfläche für die Energiewende. Eine zusätzliche Verdichtung durch Windkraftanlagen droht den Ortsteil zu umzingeln und unzumutbar überzubelasten.
Die CDU-Fraktion verlangt daher von der Stadtverwaltung, in der offiziellen Stellungnahme deutliche Nachbesserungen vorzunehmen:
Überbelastung stoppen: Die kumulative Belastungsgrenze Sundhausens muss in der Abwägung strikt berücksichtigt werden.
Gleichrangiger Schutz für Anwohner: Sämtliche rechtmäßig bestehenden Wohnnutzungen im Außenbereich – wie etwa am Stockborn – müssen adäquate Schutzabstände erhalten, um optisch bedrängende Wirkungen zu verhindern.
Lückenlose Schattenabschaltung: Für geplante Anlagen wird eine automatische Abschaltung vorgeschrieben, sobald Schattenwurf auf bewohnte Grundstücke auftritt.
Denkmalschutz am Boxberg: Um die historische Sichtachse der denkmalgeschützten Galopprennbahn auf dem Boxberg zu bewahren, müssen Bauhöhen begrenzt und Standorte feinbegrenzt werden.
Gesicherte Erschließung: Die infrastrukturelle Erschließung und Netzanbindung dürfen keinerlei finanzielle oder bauliche Lasten für Gotha und Sundhausen verursachen.
Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Maximilian Fliedner:
„Wir bekennen uns grundsätzlich zu einem geordneten und rechtssicheren Ausbau erneuerbarer Energien. Aber Energiewende darf nicht auf dem Rücken einzelner Ortsteile und deren Anwohner ausgetragen werden. Sundhausen leistet bereits einen überproportional hohen Beitrag für Solarstrom. Wir lassen nicht zu, dass der Ortsteil nun auch noch von Windriesen umzingelt wird. Die Stadtverwaltung muss gegenüber der Regionalkonferenz klare Kante zeigen und den Schutz unserer Bürger sowie unseres kulturellen Erbes am Boxberg ohne Wenn und Aber einfordern.“
Der vorliegende Entwurf der städtischen Stellungnahme greift aus Sicht der CDU-Fraktion zu kurz. Mit dem Änderungsantrag erhält die Stadtverwaltung den klaren Auftrag, eine ausgewogene, inhaltlich geschärfte und bürgernahe Position zu vertreten.


