Blackjack in Thüringen: vom Kartentisch im Verein ins Netz

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Im Vereinsheim heißt das Spiel Siebzehn und Vier. Es begann als französisches Kartenglücksspiel des 18. Jahrhunderts, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus in den USA das Casinospiel Black Jack. Das Ziel überstand den Weg unverändert: mit zwei oder mehr Karten näher an 21 Punkte herankommen als der Bankhalter, ohne diesen Wert zu überschreiten.

Geändert hat sich alles dazwischen, und daran hängt das Geld. Ob die Bank bei einer weichen 17 stehen bleibt, ob eine geborene Einundzwanzig 3:2 oder 6:5 zahlt, wie viele Pakete im Schlitten liegen: Jede dieser Hausregeln verschiebt den Bankvorteil um einen Betrag, den man ausrechnen kann.

Der Krypto-Anbieter Shuffle beschreibt unter blackjack online genau diese Ebene: Kartenwerte und Spielzüge, die Tischformate vom Softwaretisch bis zum Live-Dealer, dazu einen eigenen Abschnitt über die Regeln, die die Gewinnchancen verändern, samt Hinweis auf die teureren Nebenwetten.

Kundschaft aus Deutschland nimmt der Betreiber nach Abschnitt 8.3 seiner Nutzungsbedingungen nicht an. Es geht hier also um die Mechanik des Spiels und nicht um ein Konto.

Am Stammtisch zieht der Bankhalter nach Belieben

Die Vereinsfassung kennt keine feste Bankregel. Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten, der Bankhalter nur eine. Erst wenn alle bedient sind, deckt er auf, zieht seine zweite Karte und danach nach Belieben weitere. Ob er auf 16 stehen bleibt oder auf 18 noch kauft, entscheidet er selbst.

Auch das Geld läuft anders. Der Bankhalter legt ein Banco aus, die Summe der Gegeneinsätze darf diese Banksumme nicht übersteigen, und 21 Punkte mit zwei Karten gewinnen je nach Abrede häufig im Verhältnis 2:1.

Im Casino ist diese Freiheit abgeschafft. Der Croupier muss bei 17 oder mehr Punkten stehen bleiben und bei 16 oder weniger eine weitere Karte ziehen. Ein Ass zählt er mit elf, solange er damit nicht über 21 kommt. Ass und Sechs sind für ihn siebzehn Punkte, und weiterziehen darf er nicht, selbst wenn alle Gäste höher stehen.

Altenburg lebt seit über 500 Jahren von Spielkarten

Thüringen hat mit Karten mehr Geschichte als mit Spielbanken. Das Spielkartenmuseum im Residenzschloss Altenburg verteilt über 500 Jahre Spielkartenherstellung am Ort auf fast zehn Räume, bis hin zu einer Werkstatt, in der frisch gedruckte Bogen zum Trocknen hängen.

Der Name des bekanntesten Ergebnisses ist dort datiert. 1813 taucht Skat zum ersten Mal in einer Spielkladde auf, gewachsen aus Tarocchi, L’Hombre, Solo und Schafkopf und vom Museum als Gemeinschaftsarbeit Altenburger Bürger beschrieben. Der Begriff kommt vom italienischen scatare, dem Beiseitelegen: Zwei Karten bleiben liegen, und um diesen Rest dreht sich das halbe Spiel.

Spielbanken hatte der Freistaat dagegen kaum. Die Spielbank Erfurt öffnete am 15. Dezember 2005 und schloss Ende 2014; sie war die einzige staatlich konzessionierte des Landes. Am Kartentisch im Verein hat ihr Ende nichts geändert.

Erst ein Regelbuch macht ein Spiel vergleichbar

Skat blieb nicht bei Abreden. Die einheitlichen Regeln verabschiedete am 22.11.1998 der 27. Deutsche Skatkongress in Halle an der Saale, und die Internationale Skatordnung versteht sich seither als international verbindliches Regelwerk für alle Skatspielerinnen und Skatspieler. Die Fassung von November 2022 hat 57 Seiten.

Der Inhalt ist wenig feierlich: wie gegeben wird, wie gereizt wird, wie man bei Regelverstößen und Zweifelsfällen verfährt. Der Deutsche Skatverband sitzt am Markt 10 in Altenburg, das Internationale Skatgericht ebenfalls, und 2016 nahm die Deutsche UNESCO-Kommission das Skatspiel in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

Der Nutzen einer aufgeschriebenen Regel liegt woanders als im Feierlichen. Wer gegen eine Abrede verliert, kann nur den Abend vergleichen. Wer gegen eine angeschriebene Regel verliert, kann sie nachrechnen, und beim Black Jack liegt das Ergebnis dieser Rechnung seit Jahrzehnten in Prozentpunkten vor.

Die Regeln, die den Bankvorteil verschieben

In deutschen Spielbanken wird mit sechs Paketen zu 52 Blatt gespielt, also mit 312 Karten. Verdoppeln ist nach den ersten beiden Karten unabhängig von deren Wert erlaubt, auch in geteilten Händen. Wer zwei Asse teilt, bekommt auf jedes nur eine weitere Karte, und mehrfaches Teilen ist hier in der Regel nicht zulässig.

Die größte einzelne Stellschraube ist die Auszahlung. Eine Regelübersicht zum Black Jack beziffert den Abstand zwischen 3:2 und 6:5 mit rund 1,39 Prozentpunkten, mehr als jede andere Hausregel in derselben Aufstellung.

Danach kommt lange nichts. Bleibt der Croupier bei der weichen 17 stehen, spart das gegenüber der amerikanischen Fassung 0,22 Prozentpunkte. Der Sprung von acht Paketen auf ein einziges bringt 0,48, ein angebotenes Late Surrender rund 0,07.

Eine Zeile der Aufstellung erklärt sich nicht von selbst. In Europa nimmt der Geber seine zweite Karte erst am Schluss und prüft vorher nichts, das sogenannte No-peek. Verdoppelte und geteilte Einsätze stehen damit gegen einen späten Blackjack des Hauses offen, und das kostet 0,11 Prozentpunkte.

HausregelGünstigere FassungAbstand im Bankvorteil
Auszahlung für den Blackjack3:2 statt 6:5rund 1,39 Prozentpunkte
Weiche 17 beim CroupierCroupier bleibt stehen0,22 Prozentpunkte
Anzahl der Kartenpaketeein Paket statt acht0,48 Prozentpunkte
Prüfung auf BlackjackGeber prüft sofort statt No-peek0,11 Prozentpunkte
Aufgeben der HandLate Surrender wird angebotenrund 0,07 Prozentpunkte

*Abstände in Prozentpunkten des Bankvorteils, nicht in Prozent davon. Werte abgerufen am 17. September 2026.*

Die Zahlen haben einen Haken, den dieselbe Quelle nennt. Die Auszahlung 6:5 ist inzwischen in fast allen Häusern am Las Vegas Strip üblich und wird gern gerade an Einzeldecktischen angeboten, wodurch der Vorteil des einen Pakets mehr als aufgezehrt wird. Ein Tisch mit einem Deck ist also nicht automatisch der bessere.

Warum die Bank trotzdem vorn bleibt

Auf dem Papier sitzen die Vorteile beim Gast. Er entscheidet, während der Croupier einer starren Regel folgt; er darf verdoppeln und teilen; seine geborene Einundzwanzig zahlt 3:2, die des Croupiers kassiert dagegen nur den Einsatz. Eine einzige Asymmetrie kippt die Bilanz: Wer über 21 kommt, hat sofort verloren, auch wenn sich der Croupier im selben Coup ebenfalls überkauft.

Wie teuer diese Asymmetrie den Spieler kommt, stand zuerst im September 1956 im Journal of the American Statistical Association. Roger R. Baldwin, Wilbert E. Cantey, Herbert Maisel und James P. McDermott rechneten dort auf den Seiten 429 bis 439 von Band 51, Heft 275 mit unendlich vielen Paketen, wodurch die Wahrscheinlichkeit für ein Ass immer bei 1/13 liegt.

Daraus stammt die Basisstrategie: für jede Kombination aus eigener Hand und offener Karte des Gebers der rechnerisch beste Zug. Gegen eine Sechs des Croupiers bleibt der Spieler schon mit zwölf Punkten stehen, gegen eine Sieben kauft er bis siebzehn.

Heraus kommt kein Vorteil, sondern ein kleinerer Nachteil. Bei europäischen Regeln mit sechs Paketen und einem Geber, der auf weicher 17 stehen bleibt, liegt der Bankvorteil bei 0,451 %, bei amerikanischen Regeln bei 0,548 %. Wer eine Runde mit 100 Euro beginnt und fehlerfrei spielt, setzt durch Teilen und Verdoppeln im Mittel 111,67 Euro und verliert davon im Mittel 0,53 Euro.

Gemessen an anderen Tischen ist das wenig; beim Roulette kostet die mehrfache Chance 2,70 %. Teuer wird es trotzdem, und zwar auf demselben Tuch. Die Insurance zahlt 2:1 und wirkt dadurch ausgeglichen, hat aber einen Bankvorteil von rund 7,7 %.

Die Wette auf ein Überkaufen des Croupiers trifft mit 28,16 %, zahlt 5:2 und kostet 1,44 %, gut das Dreifache des Hauptspiels. Wer bei eigener geborener Einundzwanzig gegen ein Ass des Gebers even money zu 1:1 annimmt, schließt wirtschaftlich dieselbe Versicherung ab, nur unter anderem Namen.

Der Schlitten, der sich nichts merkt

Eine Methode ging über die Basisstrategie hinaus, und sie hing an einer Bedingung. Edward O. Thorp veröffentlichte sie im Januar 1961 unter dem Titel A Favorable Strategy for Twenty-One in den Proceedings of the National Academy of Sciences. 1962 folgte das Buch Beat the Dealer, und 1964 stellte der Spiegel das System unter dem Titel 17 und 4: Formel des Glücks einem deutschen Publikum vor.

Die Bedingung war der Schlitten. Früher legte man die Karten eines Coups beiseite und zog die nächsten aus dem Rest; erst wenn der Stapel zu ungefähr drei Vierteln abgespielt war, wurde neu gemischt. In dieser Lücke steckte die ganze Rechnung, denn die Zusammensetzung des Rests wanderte von Coup zu Coup.

Gezählt wurden dabei meist nicht die einzelnen Werte, sondern nur zwei Gruppen: die Karten von 2 bis 6 als niedrig, die Zehner, die Bilder und die Asse als hoch.

Viele europäische Häuser setzen heute Kartenschlitten mit eingebauter Mischmaschine ein. Die Karten eines Coups gehen sofort zurück und werden dort gleich wieder unter die übrigen gemischt, womit die einzelnen Runden voneinander unabhängig sind. Was eben lag, sagt nichts mehr über das, was als Nächstes kommt.

Am Softwaretisch fehlt diese Verbindung von vornherein. Dort wird vor jeder Hand aus einem vollständigen Paket ausgeteilt, und aus 52 Karten liegt die Wahrscheinlichkeit für Ass plus Zehnerkarte bei 4,83 %, in der ersten Hand wie in der fünfhundertsten. Ein Zählwert findet dort keinen Halt, und als Verfahren, mit dem sich im Netz Geld verdienen ließe, taugt das Mitzählen nicht.

Am Live-Tisch fallen echte Karten vor einer Kamera, doch wann gemischt wird und wie tief der Schlitten läuft, entscheidet der Tisch. Auswählen kann ein Spieler nur, was vor dem ersten Einsatz angeschrieben steht: Auszahlung, weiche 17, Zahl der Pakete, Verdoppeln, Teilen, Surrender. Das ist wenig, und es ist mehr, als der Bankhalter am Vereinstisch je preisgegeben hat.

Blackjack ist ab 18. Wer merkt, dass aus dem Spiel etwas anderes geworden ist, erreicht die Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht in Erfurt unter 0361 3461746.

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