Was sich in Österreichs Online-Casino-Szene in diesem Jahr wirklich ändert

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Österreichs Glücksspielmarkt hat in den vergangenen Monaten mehr Bewegung erlebt als in den 26 Jahren zuvor. Ende Juni einigten sich ÖVP, SPÖ und NEOS auf einen Entwurf für ein neues Glücksspielgesetz, der die Grundlage für Online-Casinos im Land komplett neu ordnet. Wer die österreichische Casino-Szene beobachtet, kommt an diesem Thema in diesem Jahr kaum vorbei, selbst wenn die endgültige Umsetzung noch Monate entfernt liegt.

Ein Monopol vor dem Ablauf

Bislang gibt es in Österreich nur einen einzigen lizenzierten Anbieter für Online-Glücksspiel, win2day, betrieben von den Österreichischen Lotterien in Partnerschaft mit der Casinos Austria AG. Die zugrunde liegende Konzession stammt aus dem Jahr 2012 und läuft am 30. September 2027 aus. Bis dahin bleibt der heimische Markt formal geschlossen, auch wenn längst zahlreiche im EU-Ausland lizenzierte Plattformen von österreichischen Spielern genutzt werden. Eine im Auftrag des Anbieters Tipico erstellte Studie des Beraters Regulus bezifferte den illegalen Markt Anfang des Jahres auf 435 bis 616 Millionen Euro, das wären bis zu 71 Prozent des gesamten Umsatzes im Land. Genau diese Grauzone gilt als einer der Hauptgründe für die Reform. Wer sich für Neue Online Casinos interessiert, sieht schon jetzt: Auswahl gab es hierzulande längst, nur eben größtenteils abseits der offiziellen Lizenzstruktur.

Was der Gesetzentwurf konkret vorsieht

Der Entwurf sieht laut einem Bericht von DiePresse.com ein offenes Konzessionssystem vor. Grundsätzlich soll jeder Anbieter, der strenge Auflagen erfüllt, künftig eine österreichische Online-Konzession erhalten können, eine Obergrenze für die Zahl der Online-Konzessionen ist dabei nicht vorgesehen, für Lotterien bleibt es bei einer einzigen Lizenz. Zu den Auflagen zählen eine Kapitalgesellschaft mit Aufsichtsrat, ein Mindeststammkapital von 10 Millionen Euro und funktionierende Compliance-Systeme gegen Geldwäsche. Wer bislang ohne heimische Lizenz aktiv war, muss ab dem 1. Januar 2027 eine sogenannte Cooling-Off-Phase durchlaufen und das bisherige Angebot einstellen, bevor eine Konzession überhaupt möglich wird. Anbieter, die sich daran nicht halten, riskieren eine 18-monatige Sperrfrist für jede spätere Lizenzvergabe, ab 2030 verlängert sich diese Frist sogar auf 24 Monate.

Spielerschutz als zweite Säule der Reform

Neben der Marktöffnung soll ein zentrales Sperrregister entstehen, in das alle vom Glücksspiel ausgeschlossenen Personen eingetragen werden, unabhängig davon, ob sie an Automaten, im Casino oder online spielen wollten. Wer eine Konzession beantragt, muss zudem offene Schulden beim Staat und unbezahlte Ansprüche aus Spielerschutzklagen begleichen, und zwar nicht nur das antragstellende Unternehmen selbst, sondern auch andere Firmen desselben Konzerns. Nach Angaben der Regierungsparteien sollen davon rund 20.000 geschädigte Spieler profitieren. Banken und Zahlungsdienstleister werden zudem verpflichtet, Konten bekannter illegaler Anbieter zu sperren, ein sogenanntes Payment-Blocking, das sowohl nationale als auch internationale Transaktionen betreffen soll, ergänzt um Netzsperren für Webseiten ohne gültige Konzession.

Der stationäre Bereich bleibt von alldem übrigens nicht unberührt, auch wenn er in der öffentlichen Debatte weniger Aufmerksamkeit bekommt. Die Casinos Austria AG hält aktuell zwölf Spielbankenlizenzen, sechs davon laufen zum 31. Dezember 2027 aus, die übrigen sechs erst Ende 2030. Ein Nebeneinander aus neuen Online-Konzessionen und auslaufenden Casino-Lizenzen bedeutet für die kommenden Jahre also zwei parallele Verhandlungsstränge, nicht nur einen, und Beobachter der Branche dürften beide im Blick behalten müssen.

Was 2026 noch offen bleibt

Was davon schon 2026 spürbar wird, lässt sich derzeit kaum sagen, denn beschlossen ist noch nichts. Der Gesetzestext wurde Anfang August an die Europäische Kommission zur Notifikation übermittelt, was eine dreimonatige Stillhaltefrist auslöst, vor November kann der Nationalrat also gar nicht endgültig entscheiden. Für Spieler ändert sich im Alltag vorerst wenig, für die Branche dagegen schon, denn wer eine der künftigen Konzessionen anstrebt, muss die Cooling-Off-Phase einhalten, sonst drohen jahrelange Wartezeiten, sobald das Gesetz tatsächlich in Kraft tritt und die ersten Vergabeverfahren beginnen. Für Marktbeobachter heißt das konkret: Die politischen Leitplanken stehen, aber die praktische Umsetzung, von der Prüfung einzelner Bewerbungen bis zur ersten tatsächlichen Konzessionserteilung, ist ein eigenes, deutlich längeres Kapitel.

Unterhaltung bleibt gefragt, digital wie live

Dass Menschen weiterhin bereit sind, für Unterhaltung Zeit und Geld auszugeben, zeigt sich nicht nur an Gesetzesreformen. Auch abseits des Bildschirms füllen Live-Formate weiterhin Säle. Am 5. September gastiert der amtierende Zauberkunst-Meister Luke Dimon mit seiner Show Luke und Trug im Klosterhof Georgenthal, zwei Stunden Bühnenprogramm aus Magie, Comedy und Publikumsinteraktion. Ob auf der Bühne oder am Bildschirm, das Bedürfnis nach gut gemachter Unterhaltung verschwindet nicht, es verändert nur seine Form und, wie der österreichische Fall zeigt, gelegentlich auch seinen rechtlichen Rahmen.

Die Richtung der Reform steht damit fest, auch wenn die Details erst in den kommenden Monaten Gestalt annehmen. Bis zur ersten tatsächlichen Konzessionsvergabe dürfte noch einige Zeit vergehen, Beobachter rechnen frühestens mit dem Auslaufen der aktuellen Superkonzession im Herbst 2027 mit echten Neuzugängen im legalen Markt. Wer die Entwicklung weiterverfolgen will, sollte sich also eher auf 2027 als auf dieses Jahr als das entscheidende Jahr einstellen, auch wenn die politische Weichenstellung schon jetzt gefallen ist.

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