Aus Bad Tabarz nach Brüssel: Tabarzer Trachtenverein präsentiert Thüringer Kultur
Thüringer Tracht und Brauchtum haben am 1. September zur auswärtigen Kabinettsitzung der Landesregierung in Brüssel für einen besonderen Thüringer Akzent gesorgt: Der Tabarzer Trachtenverein aus Bad Tabarz war Teil der ersten Thüringer Europa Kirmes und hat gemeinsam mit dem Kirmes- und Trachtenverein Mengersgereuth-Hämmern aus dem Landkreis Sonneberg ein Stück Thüringer Heimat in die europäische Hauptstadt getragen.
Für die Mitglieder des Tabarzer Trachtenvereins war der Auftritt mehr als eine Präsentation regionaler Tradition. Mit Musik, Tracht und gelebtem Brauchtum zeigten sie Vertreterinnen und Vertretern europäischer Institutionen, von Regionen, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, was Thüringen ausmacht. Damit wurde Thüringer Kultur dort sichtbar, wo politische Entscheidungen für ganz Europa getroffen werden.
Die auswärtige Kabinettsitzung in Brüssel hatte dabei einen klaren politischen Hintergrund: Die Thüringer Landesregierung nutzte ihren Aufenthalt, um mit europäischen Entscheidungsträgern über die künftige Ausgestaltung des EU-Haushalts, die Struktur- und Agrarförderung sowie die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft Thüringens zu sprechen. Zugleich ging es darum, Thüringen auf europäischer Ebene stärker zu vernetzen und seine Interessen frühzeitig einzubringen. Die Europa-Kirmes bildete den gesellschaftlichen und kulturellen Abschluss dieser politischen Arbeit und brachte Thüringerinnen und Thüringer mit europäischen Partnern ins Gespräch.
Ministerpräsident Mario Voigt:
„Thüringen lebt von Menschen, die ihre Heimat mit Leidenschaft vertreten. Die Mitglieder des Tabarzer Trachtenvereins zeigen hier in Brüssel, was das ganz konkret bedeutet: fest verwurzelt in der Heimat und zugleich offen für Europa. Genau diese Verbindung wollten wir mit der Europa-Kirmes sichtbar machen. Denn Thüringer Tradition und europäische Offenheit sind kein Gegensatz – sie gehören zusammen.“
Die Veranstaltung knüpft dabei bewusst an die Geschichte der Thüringer Kirmes in Brüssel an. Bereits 1910 war die „Thüringer Kirmes“ aus Sonneberg bei der Weltausstellung in Brüssel zu sehen. Damals präsentierten Sonneberger Unternehmen, Handwerker, Modelleure und Schülerinnen und Schüler der Industrieschule ein aufwendig geschaffenes Abbild Thüringer Kirmestradition, das mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde. 116 Jahre später sind es nun nicht mehr Figuren und Modelle, sondern Thüringerinnen und Thüringer selbst, die ihre Kultur nach Brüssel bringen.
Die jetzige Europa Kirmes steht darüber hinaus für einen zweiten, ebenso wichtigen Gedanken: Begegnung schafft Verbindungen. Thüringer Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft kamen mit europäischen Entscheidungsträgern und Partnern ins Gespräch. Die traditionelle Kirmes wurde damit zum Bild für ein modernes europäisches Netzwerk, in dem persönliche Kontakte, gemeinsame Interessen und neue Ideen entstehen können.


