Trockene Reinigung von Technik: Einsatzfelder und Grenzen des Verfahrens
An technischen Bauteilen lassen sich Öl, Harz, Staub oder eingebrannte Rückstände nicht immer vollständig mit Wasser, Lösemitteln oder Bürsten entfernen. Manchmal müssen Maschinen für die Reinigung weitgehend zerlegt und anschließend getrocknet werden. Der Einsatz von Trockeneis bei der Reinigung kann den Aufwand verringern, denn nach dem Auftreffen wird das Strahlmittel gasförmig.
Wie geeignet das Verfahren im konkreten Fall ist, hängt von der Verschmutzung, dem Untergrund und den betrieblichen Bedingungen ab. Daher ist eine sorgfältige Vorprüfung wichtig, denn sie entscheidet stärker über das Ergebnis als ein möglichst hoher Strahldruck. Zwischen dem Zeitgewinn und den erforderlichen Schutzmaßnahmen wird daher auch in Thüringer Betrieben sorgfältig abgewogen.
Wie Trockeneis Verschmutzungen von Oberflächen löst
Bei der Reinigung mit Trockeneis werden feste Kohlendioxidpellets mit Druckluft beschleunigt und gezielt auf die verschmutzte Fläche gebracht. Mit einem Trockeneisstrahlgerät können diese Pellets genau dosiert und präzise am Einsatzort aufgebracht werden. Anschließend unterstützen der Strahlimpuls und die Volumenzunahme das Ablösen der Verschmutzung von der Oberfläche.
Das Strahlmittel hinterlässt kein Schmelzwasser. Auf stark abgekühlten Teilen kann sich allerdings Kondenswasser bilden. Aus diesem Grund sind Materialtests und gut abgestimmte Einstellungen notwendig. Je nach Schmutzbelastung können die abgelösten Rückstände anschließend abgesaugt oder aufgefangen und fachgerecht entsorgt werden.
Maschinen, Fahrzeuge und Anlagen stellen unterschiedliche Anforderungen
An Werkzeugmaschinen lassen sich stark öl- und fetthaltige Ablagerungen an Gehäusen, Führungen oder zugänglichen Innenbereichen bearbeiten, sofern Lager und Sensoren geschützt sind. Formen und formgebende Werkzeuge kommen für Trennmittel-, Harz- oder Klebstoffreste infrage. In Fahrzeugwerkstätten sind Motor- und Getriebeteile sowie ausgewählte Unterbodenbereiche typische Prüffälle; gealterte Dichtungen, Lack und Leitungen verlangen besondere Vorsicht. Bei größeren Anlagen erhöhen Zugänglichkeit und Stillstandszeit den Aufwand. Für Betriebe, die Maschinenstillstand vermeiden wollen, ist eine abschnittsweise Planung im Betrieb sinnvoll. Ob das Verfahren Zeit spart, entscheidet der konkrete Vergleich mit Demontage, Nassreinigung und manueller Nacharbeit.
Belag und Untergrund setzen der Reinigung Grenzen
Nicht jeder Belag reagiert günstig auf den Kältereiz. Spröde oder versprödende Anhaftungen lassen sich häufig besser lösen als tief eingedrungene Verschmutzungen in porösen Werkstoffen oder elastische Schichten. Für folgende Konstellationen sind ein Vorversuch und gegebenenfalls ein anderes Verfahren erforderlich:
- lose oder beschädigte Lacke und Beschichtungen
- gealterte Kunststoffe, Gummiteile oder dünne Bauteilkanten
- offene Lager, Steckverbindungen und schwer abschirmbare Spalten
- tiefe Korrosion oder dicke mineralische Verkrustungen
- Flächen mit gefordertem Rauheitsprofil oder nachzuweisender Desinfektion
Mit Trockeneis kann weder eine chemische Dekontamination noch eine definierte Oberflächenvorbereitung ersetzt werden. Abgetragene Lacke, Öle oder Gefahrstoffe bleiben als Rückstände zurück und bestimmen Schutzmaßnahmen, Auffangtechnik und Entsorgungsweg.
Arbeitsschutz beginnt bereits bei der Einsatzplanung
Beim Strahlen kommen hoher Luftdruck, fliegende Partikel, Lärm, Kälte und freigesetztes Kohlendioxid zusammen. Es ist daher wichtig, Schlauchkupplungen korrekt zu sichern und den betreffenden Bereich abzusperren. Schutzvisier, Gehörschutz, kältebeständige Handschuhe und Schutzkleidung können je nach Gefährdungsbeurteilung in unterschiedlicher Form erforderlich sein.
Kommt belastender Staub hinzu, kann zusätzlich ein Atemschutz erforderlich werden. In engen, tief liegenden oder schlecht belüfteten Bereichen sind wirksame Lüftung und eine CO₂-Überwachung entscheidend. Das farb- und geruchlose Gas kann gesundheitsschädlich wirken und Sauerstoff verdrängen. Die DGUV Information 213-115 zu Tätigkeiten mit Trockeneis beschreibt erforderliche Schutzmaßnahmen und organisatorische Anforderungen. Erst nach Kontrolle des Umfelds darf der Bereich wieder freigegeben werden.
