Bad Tennstedt: Arbeiten am ehemaligen Hospitalgebäude

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert
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Ensemble aus freistehender Kapelle und Krankenhausgebäude

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Fachwerkinstandsetzung des ehemaligen Hospitalgebäudes in Bad Tennstedt dank zahlreicher Spenden sowie der treuhänderischen Elisabeth und Fritz Thayssen-Stiftung in der DSD 15.000 Euro zur Verfügung. Das ehemalige Hospitalgebäude ist ein Ensemble aus freistehender Kapelle und Krankenhausgebäude am historischen Ortsrand. Die Gebäude sind mit Chor bzw. Giebel nach Osten gerichtet. Das Bauwerk weist zahlreiche Schäden auf. Zielstellung ist die Öffnung des Hauses für die Öffentlichkeit als Treffpunkt mit Ausstellung zur Leprosoriumsgeschichte, Besuchercafé, Blüh- und Kräutergarten.

Bad Tennstedt besaß bereits im Mittelalter eine Badestube, die spätestens 1378 bestand. Eine Kapelle sowie ein Hospital werden in Tennstedts Chronik erstmals 1506 als „Leprosorium“ bzw. „Hospitalis extra muros“ – also Hospital außerhalb der Stadtmauern – beschrieben. Nach einem Stadtbrand 1685 erfolgte der Wiederaufbau von Kirche und Hospital. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Komplex vielfältig genutzt, als Leprosorium, als Siechenhaus, als Altersheim und zu DDR-Zeiten als Wohngebäude für Familien.

Bei dem ehemaligen Hospitalgebäude handelt es sich um einen solitären längsrechteckigen, zweigeschossigen Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Satteldach. Der Haupteingang ist an der nördlichen Längsseite. Die Fassade besitzt eine unregelmäßige Fensterverteilung, die zumeist jedoch als hochrechteckige Sprossen-Doppelfenster ausgebildet ist. Das Obergeschoss ist fachwerksichtig und besitzt kleinere, annähernd quadratische Fenster. Die beidseitigen Giebel zeigen ebenfalls die Gefachkonstruktion. Das Satteldach besitzt eine Betonsteindeckung und mehrere Schleppgauben.

Das denkmalgeschützte, ehemalige Hospital ist ein Zeugnis lokaler und überregionaler Medizingeschichte. In seiner Grundstruktur ist das nach 1685 wieder errichtete Hospitalgebäude weitgehend erhalten. Im Erdgeschoss fanden Mitte des 20. Jahrhunderts Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen statt.

Das einstige Hospitalgebäude gehört zu den über 600 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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