Gotha: Geothermie im Quartier Vereinsstraße in Gotha-Ost geplant

Foto: Gothaer Stadtwerke Energie
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Gothaer Stadtwerke Energie und Gothaer Spar- und Bauverein beschließen Zusammenarbeit – innovatives Wärmekonzept

Die Zukunft der Wärmeversorgung liegt in dezentralen Lösungen für einzelne Quartiere. In Gotha startet derzeit ein solches Projekt. Das Vorhaben: Rund 30 Gebäude mit insgesamt rund 250 Wohneinheiten im Quartier Vereinsstraße in Gotha-Ost sollen künftig über ein Wärmenetz versorgt werden. Die Wärme entsteht unter Nutzung oberflächennaher Geothermie. 

Von den 30 Gebäuden, die über das geplante Wärmenetz versorgt werden, gehören 16 der Gothaer Spar- und Bauverein e. G. (GSB). Die GSB gilt als wichtige Kooperationspartnerin für die Gothaer Stadtwerke Energie GmbH (GSWE). Denn die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes hängt immer mit der Anschlussdichte zusammen. Die geplante Zusammenarbeit zwischen den Gothaer Stadtwerken und der GSB wurde durch eine Kooperationsvereinbarung bekräftigt. In diesem Dokument befürworten beide das Interesse an einer Zusammenarbeit zum Ausbau des Wärmenetzes. Tobias Marx, Vorstand der GSB, wurde das Dokument von Ferdinand von Stryk, Bereichsleiter Erzeugung und Wärmenetz der GSWE, übergeben. „Die Absichtserklärung ist der erste Schritt zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung in Gotha-Ost. Wir freuen uns darauf, mit einem starken Partner wie der GSB zusammenzuarbeiten“, sagte Ferdinand von Stryk. Tobias Marx ergänzte: „Mit diesem Projekt gehen wir in Richtung Zukunft. Gemeinsam leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende in Gotha.“

Zu den geplanten Anschlussnehmern zählen nicht nur Wohngebäude, sondern auch die Gemeinschaftsschule sowie das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke in der Pfullendorfer Straße. 

Machbarkeitsstudie 

Am Beginn des Projektes steht eine Machbarkeitsstudie, die es auf Herz und Nieren prüft – unter anderem auf Wirtschaftlichkeit. Die Studie wird aus Fördermitteln des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) finanziert. „Wir rechnen damit, dass die Ergebnisse der Studie bis Ende 2026 vorliegen. Wenn sie positiv sind, gehen wir in die Umsetzung“, sagt Ferdinand von Stryk. Den jährlichen Wärmebedarf des Quartiers schätzen die Gothaer Stadtwerke Energie auf rund 3,5 Gigawattstunden. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2029 vorgesehen. 

Oberflächennahe Geothermie 

Für die Wärmegewinnung im Quartier haben die Kooperationspartner das Prinzip der Oberflächengeothermie vorgesehen. „Das ziehen wir in Betracht, weil wir die Möglichkeit haben, eine nahegelegene Freifläche für die Kollektoren zu nutzen“, sagt Ferdinand von Stryk. Bei oberflächennaher Geothermie wird die im Boden gespeicherte Wärme aus den oberen Erdschichten aufgenommen und mithilfe von Wärmepumpen auf ein nutzbares Temperaturniveau fürs Heizen der Räume gebracht. „Der Energieeinsatz dafür ist vergleichsweise gering, die Versorgung damit sehr effizient“, schließt von Stryk.  

Bild

Bild: v. l. n. r.: Franko Hunger, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gothaer Spar- und Bauverein e. G.; Ferdinand von Stryk, Bereichsleiter Erzeugung Wärmenetz der Gothaer Stadtwerke Energie GmbH; Tobias Marx, Vorstand der Gothaer Spar- und Bauverein e. G.; Philipp Schenk, Projektmanager GSWE und Robert Baumgärtner, Leiter des Bereiches Markt der GSWE

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