Neuer SCHUFA-Score: Viele Fragen bleiben offen

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Verbraucher:innen berichten von Score-Verschlechterungen und Verunsicherung durch das neue Scoring-System.

  • Verbraucher:innen berichten von schlechterer Bewertung ihrer Bonität (Score) bei gleicher finanzieller Situation
  • Betroffene passen teilweise ihr Verhalten an – aus Sorge vor Verschlechterung ihres Scores
  • Verbraucherzentrale fordert nachvollziehbare und faire Bonitätsbewertung 

Mit der Einführung des neuen SCHUFA-Scores im März 2026 soll die Bewertung der Bonität transparenter und nachvollziehbarer werden. Die Erfahrungen der Verbraucherzentralen zeichnen unterdessen ein anderes Bild. Für Betroffene bleibt immer wieder unklar, warum sich die Bewertung ihrer Bonität mit Einführung des neuen Scores verändert hat. 

„Der SCHUFA-Score hat großen Einfluss auf unsere wirtschaftliche Teilhabe: vom Ratenkredit bis zum Mobilfunkvertrag. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen nachvollziehen können, warum sich die Bewertung ihrer Bonität verändert und welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind“, sagt Ramona Pop, Vorständin beim Verbraucherzentrale Bundesverband. „Wer plötzlich einen schlechteren Score erhält, obwohl sich nichts geändert hat, zweifelt zurecht an der Fairness des Systems.“

Score-Verschlechterungen ohne erkennbaren Grund

Seit der Einführung des neuen SCHUFA-Scores berichten Verbraucher:innen von Problemen mit dem Scoring-System. Eine Auswertung von Einzelfallschilderungen aus der Beratungspraxis der Verbraucherzentralen zeigt: Betroffene konnten nicht nachvollziehen, warum sich die Bewertung ihrer Bonität verschlechtert hat. Und das, obwohl sich weder ihre finanzielle Situation noch ihr Zahlungsverhalten verändert hat. Auf Nachfrage bei der SCHUFA erhielten Betroffene zum Teil keine hilfreichen Erklärungen dazu, welche Faktoren ihren Score beeinflusst haben und wie diese gewichtet werden. So bleibt unklar, wie die plötzliche Abwertung  der eigenen Bonität zustande kommt.

Sorge vor schlechterem Score beeinflusst Alltagsentscheidungen

Verbraucher:innen berichteten außerdem von ihrer Sorge, dass alltägliche Entscheidungen negative Auswirkungen auf ihren Score haben könnten.So wird befürchtet, dass sich etwa ein Umzug, der Wechsel des Strom- oder Mobilfunkanbieters oder die Tatsache, noch nie einen Kredit aufgenommen zu haben, negativ auf ihre Bewertung auswirken könnten.

Diese Unsicherheit bleibt nicht ohne Folgen: Bisweilen berichteten Verbraucher:innen, dass sie bestimmte Entscheidungen aus Sorge vor möglichen Auswirkungen auf ihren SCHUFA-Score vermeiden oder aufschieben. Unter den betrachteten Fällen hatten besonders Menschen in Umbruchphasen ihres Lebens sowie jüngere Verbraucher:innen den Eindruck, dass ihre Lebenssituation im Scoring-System schlechter bewertet wird als klassische Erwerbs- und Lebensverläufe.

„Ein Bonitätssystem wie der SCHUFA-Score darf Verbraucherinnen und Verbraucher nicht davon abhalten, ihre Lebensumstände zu verändern. Wer wichtige Entscheidungen aus Unsicherheit oder Sorge um die eigene Bewertung aufschiebt, wird in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt“, so Ramona Pop.

Hintergrund

Die SCHUFA speichert nach eigenen Angaben Daten von rund 68 Millionen Menschen in Deutschland. Bonitätsbewertungen sind Bestandteil vieler alltäglicher Unternehmensentscheidungen, etwa bei der Vergabe eines Kredits, dem Abschluss von Girokonten oder Mobilfunkverträgen. 

Im März 2026 hat die SCHUFA einen neuen Score eingeführt. Das neue Scoring-System soll gesetzliche Vorgaben erfüllen und die Bewertung der Bonität transparenter machen. Die Erfahrungen der Verbraucherzentralen zeigen jedoch, dass Verbraucher:innen weiterhin Schwierigkeiten haben, Bewertungen und Veränderungen ihres Scores nachzuvollziehen.

Methode

Grundlage der Analyse ist eine Auswertung von Einzelfallschilderungen aus der Beratungspraxis der Verbraucherzentralen im Zeitraum von März 2026 bis Mai 2026. Bei den Einzelfallschilderungen handelt es sich um ausführliche Beschreibungen besonders auffälliger Sachverhalte aus der Verbraucherberatung, die qualitativ ausgewertet werden können. Rückschlüsse auf die Häufigkeit entsprechender Fälle in der Verbraucherberatung oder in der Gesamtbevölkerung sind daraus nicht möglich.

Quelle: https://www.vzbv.de/meldungen/neuer-schufa-score-viele-fragen-bleiben-offen

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