Grabung am Bromacker 2026 ist erfolgreich abgeschlossen
310 Funde und rund 1.700 Besuchende in 3 Wochen. Bromacker (zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz).
Die diesjährige Grabung an der Fossillagerstätte Bromacker ist beendet und war wieder ein voller Erfolg. Diverse Funde inklusive seltener Tausendfüßer, zahlreiche Insektenflügel sowie zwei Kleinschädel und ein neuartiger Grabgang von Ursauriern versprechen spannende neue Erkenntnisse über das 294 Millionen Jahre alte Ökosystem vom Bromacker. Rund 1.700 Besuchende in nur 19 Grabungstagen nutzten die Gelegenheit, die Ausgrabung aus nächster Nähe zu erleben und sich mit den Forschenden auszutauschen. Darunter waren auch 180 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Gotha, die hier ihre Wandertage erlebten.
Der Bromacker im Thüringer Wald zählt weltweit zu den bedeutendsten Fossillagerstätten für frühe Landwirbeltiere und ihren Lebensraum. Seit 2020 graben internationale Teams, bestehend aus Fachleuten der Paläontologie, Geologie, Zoologie und Botanik jedes Jahr mehrere Wochen am Bromacker. Das Team umfasst Studierende, Doktoranden, Professoren, technische Mitarbeitende und Wissenschaftskommunikator:innen. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien aus dem Unterperm vor 294 Millionen Jahren ermöglichen Rückschlüsse auf die Evolution von Ursauriern, Insekten, Tausendfüßern, Urzeitkrebsen und Pflanzen.
An der dreiwöchigen Grabung nahmen etwa 40 internationale Forscher:innen teil. Insgesamt wurden in diesem Jahr 310 Funde geborgen. Die Projekt- und Grabungsleiter Dr. Tom Hübner von der Friedenstein Stiftung Gotha und Prof. Jörg Fröbisch vom Museum für Naturkunde Berlin sind begeistert von den neuen Funden. „Die diesjährige Ausgrabung am Bromacker war wieder ein Riesenerfolg und hat zahlreiche neue Einblicke eröffnet. Besonders spannend ist die Entdeckung zwei kleiner Schädel sowie eines seltenen Tausendfüßers. Spektakulär ist auch die Freilegung eines neuartigen Grabgangs eines kleinen Ursauriers, der sich in einem weiten Bogen in die tieferen Schichten zieht und zu den bisher längsten Funden gehört.“
Auf der Projektwebseite (bromacker.de) sowie dem Instagram-Kanal (@bromacker_chroniken) gibt es zahlreiche weitere Eindrücke und Ergebnisse der letzten Ausgrabungen und den aktuellen Stand der Forschung im Projekt. Viele Originalfossilien sind zudem im BROMACKER Lab im Westturm von Schloss Friedenstein zu sehen.
Während der Grabungszeit wurden verschiedene Veranstaltungen, wie Führungen und Familientage angeboten, die zahlreiche neue Besucher:innen an den Bromacker lockten.
Der Freistaat Thüringen setzt nach Ablauf des bisherigen Bundesprojekts seit Sommer 2025 die Förderung mit Landesmitteln fort. Mit der Fortführung der Ausgrabungen, Präparation, Sammlungsbetreuung und diverser Bildungsangebote sowie Vermittlungsformate soll auch der Welterbestatus des UNESCO-Titels des Geoparks Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen abgesichert werden. Die Forschung am Bromacker ist dafür maßgeblich.


