Kulturstaatsminister Wolfram Weimer besucht Weimar
Finanzierungsabkommen für die Klassik Stiftung Weimar unterzeichnet – Spatenstich für Werkstattneubau des Deutschen Nationaltheaters Weimar
Im Rahmen seiner einwöchigen Kulturbautenreise hat Staatsminister Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, heute die Kulturhauptstadt Weimar besucht. Gemeinsam mit Thüringens Kulturminister Christian Tischner und Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine unterzeichnete er im Beisein von Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Dr. Ulrike Lorenz, das Finanzierungsabkommen für die Klassik Stiftung Weimar für die Jahre 2027 bis 2031. Die Unterzeichnung fand in den restaurierten Dichterzimmern des Residenzschlosses Weimar statt. Am Nachmittag folgte der erste Spatenstich für den Werkstattneubau des Deutschen Nationaltheaters Weimar.
Die Klassik Stiftung Weimar zählt zu den größten und bedeutendsten Kulturstiftungen in der Bundesrepublik. Sie ist nicht nur für zwölf UNESCO-Welterbestätten in und um Weimar verantwortlich, sondern auch für singuläre Sammlungen wie die handschriftlichen Nachlässe Johann Wolfgang von Goethes und Friedrich Nietzsches oder die von Lucas Cranach illustrierte Lutherbibel verantwortlich, die zum Weltdokumentenerbe zählen. Mit dem Abkommen setzen die Zuwendungsgeber und Stiftungsträger Bund, Freistaat Thüringen und Stadt Weimar wieder ein gemeinsames Zeichen für die nachhaltige Sicherung des kulturellen Erbes in Weimar. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für die Fortführung der Arbeit der Klassik Stiftung Weimar auf hohem Niveau sowie die Erhaltung und Weiterentwicklung ihrer bedeutenden Sammlungen, Museen, Archive und historischen Liegenschaften für kommende Generationen.
Gemäß dem Abkommen beabsichtigen Bund und Land, der Klassik Stiftung Weimar von 2027 bis 2031 jährlich jeweils 15,09 Millionen Euro für die institutionelle Förderung zur Verfügung zu stellen. Die Stadt Weimar wird jährlich 2,25 Millionen Euro beitragen. Die institutionelle Förderung beläuft sich folglich auf eine Gesamtsumme von 32,43 Millionen Euro pro Jahr. Darüber hinaus sollen weitere jährliche Zuwendungen für große Investitionen bereitgestellt werden.
Bei seinem Besuch informierte sich Kulturstaatsminister Weimer gemeinsam mit Minister Tischner, Oberbürgermeister Kleine und Dr. Lorenz über zentrale Orte und aktuelle Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar. Zu den Stationen zählten das Goethe-Nationalmuseum, das Goethe- und Schiller-Archiv sowie die Baustelle des Residenzschlosses Weimar.
Bundeskulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte:
„Mit der Unterzeichnung des gemeinsamen Finanzierungsabkommens für die Klassik Stiftung Weimar setzen wir ein starkes Zeichen für die nachhaltige Sicherung unseres kulturellen Erbes und schaffen eine verlässliche Grundlage für den Erhalt bedeutsamer Kultureinrichtungen in Deutschland. Die nun beginnende Generalsanierung des Deutschen Nationaltheaters ist zugleich eine Investition in die Zukunft: in einen Ort, der Menschen zusammenführt, künstlerischen Austausch ermöglicht und kreative Impulse weit über Thüringen hinaus sendet. Ein Ort, der Identität stiftet.“
Thüringens Kulturminister Christian Tischner fügte hinzu:
„Der heutige Besuch verbindet zwei zentrale kulturpolitische Vorhaben in Weimar: die verlässliche Finanzierung der Klassik Stiftung Weimar und den nächsten sichtbaren Schritt für die Zukunft des Deutschen Nationaltheaters. Beides zeigt: Kultur braucht Planungssicherheit, starke Partnerschaften
und moderne Infrastruktur. Thüringen steht zu seiner Verantwortung für diese herausragenden Einrichtungen und für Weimar als lebendigen Ort von Kultur, Forschung und gesellschaftlichem Dialog.“
Dr. Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, betonte:
„Wir sind dankbar, dass unsere Träger ein so positives Signal für die Klassik Stiftung Weimar setzen. Der Finanzierungsrahmen ermöglicht uns, die Schauplätze und Sammlungen des deutschen Weltkulturerbes weiter zu erhalten und für die Existenzfragen des 21. Jahrhunderts aufzuschließen. Das heißt in den nächsten Jahren vor allem auch, die digitale Transformation voranzutreiben und Goethes Wohnhaus mit neuen Vermittlungsansätzen einem breiten Publikum nachhaltig nahe zu bringen. Gemeinsam mit Bund, Land und Stadt für die Zukunft unserer Herkunft und die Herkunft unserer Zukunft zu sorgen, macht uns stark.“
Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine erklärte:
„Dieser 17. Juni ist ein wichtiger Tag für die Kulturstadt Weimar. Die Klassik Stiftung Weimar erhält mit der Fortschreibung der Finanzierungsvereinbarung die nötige Planungssicherheit für ihre wichtige Kultur- und Bindungsarbeit. Zugleich wird sie in die Lage versetzt, für die Touristen der Stadt weiterhin nachhaltige Besuchermagnete anzubieten bzw. Reiseanlässe zu schaffen. Ich danke dem Bund und dem Land, dass sie die Stiftung auch in den nächsten Jahren auf sehr hohem Niveau unterstützen. Die Stadt Weimar erhöht (vorbehaltlich des noch zu treffenden Stadtratsbeschlusses) dagegen erstmals seit über 20 Jahren ihren finanziellen Anteil. Dies ist ebenfalls ein wichtiges Signal. Auch der Spatenstich für den Werkstattneubau des DNT – als erstes Teilprojekts im Rahmen der Generalsanierung – markiert für uns eine bedeutende Wegmarke. Die Fertigstellung des Werkstattgebäudes ist dringend notwendig, um mit den Sanierungsarbeiten am Haupthauses ab 2029 beginnen zu können. Angesicht der stetig steigenden Baupreise dürfen wir keine mehr Zeit verlieren.“
Am Nachmittag besuchte Kulturstaatsminister Weimer das Deutsche Nationaltheater (DNT) und die Staatskapelle Weimar. Dort informierte er sich gemeinsam mit Minister Tischner, Oberbürgermeister Kleine, Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Weimar sowie der Teamintendanz des DNT über die Generalsanierung des Hauses. Anschließend fand in der Lützendorfer Straße auf dem Gelände im Norden Weimars der erste Spatenstich für den Neubau der Werkstätten des Theaters statt. Die Errichtung des neuen Werkstattgebäudes markiert den Anfang der umfassenden Generalsanierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Der Neubau wird auf die Anforderungen eines modernen Theaterbetriebs ausgerichtet und schafft unter anderem Räumlichkeiten für den Malsaal, die Tischlerei und die Schreinerei. Mit diesem Schritt werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Hauptgebäude am Theaterplatz technisch modernisiert und das Theatererlebnis für die Besucherinnen und Besucher nach Abschluss der Sanierungsarbeiten auf ein neues hohes Niveau gehoben werden kann.
Die Teamintendanz des DNT, bestehend aus Valentin Schwarz, Dorian Dreher und Timon Jansen, erklärte: „Mit dem symbolischen ersten Spatenstich für den Werkstattneubau geht die Generalsanierung des DNT in die Ausführungsphase und damit in die nächste Etappe auf dem Weg zum Theater der Zukunft. Der Neubau der Theaterwerkstätten sichert uns zukunftsfähige Arbeitsplätze. Wir verfügen über eine wertvolle Manufaktur, in der jedes Bühnenbild vor Ort in Weimar gefertigt wird – just-in-time. Diese Aufgabe können wir mit der neuen Werkstatt auch in den kommenden Jahrzehnten gewährleisten. Mit der voraussichtlichen Fertigstellung im Jahr 2029 sind die funktionalen Voraussetzungen gegeben, um mit dem Bau am Haupthaus zu beginnen und auch im Interimsbetrieb grandiose Bühnenbilder fertigen zu können. Dieser reibungslose Übergang des Spielbetriebs ermöglicht es uns als Teamintendanz, unsere Mitarbeitenden in dieser Phase wertschätzend baulich zu unterstützen und Aufführungen an verschiedenen Orten der Theaterstadt Weimar zu erleben. Somit können wir Theatererlebnisse am DNT lückenlos und hochwertig für die Stadtgesellschaft zur Verfügung stellen. Dafür allen Projektverantwortlichen unser großer Dank!“
Die Fertigstellung des Werkstattgebäudes ist für das Jahr 2029 geplant. Sie ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Auszug der Werkstätten aus dem Haupthaus und damit für den Beginn der Sanierungsmaßnahmen am historischen Theatergebäude in der Innenstadt. Die Gesamtkosten der Maßnahme wurden mit dem Finanzierungsabkommen vom 8. April 2024 auf 167 Millionen Euro festgelegt. Bund und Land beteiligen sich hälftig jeweils mit 83,5 Millionen Euro.
Das Deutsche Nationaltheater Weimar zählt zu den bedeutenden Orten deutscher Geschichte und Kultur. Unter der Leitung von Johann Wolfgang von Goethe wurde hier Anfang des 19. Jahrhunderts Literatur- und Schauspielgeschichte geschrieben. 1919 wurde im Deutschen Nationaltheater die Verfassung der ersten Demokratie auf deutschem Boden verabschiedet. Die Förderung der Generalsanierung durch Bund und Land unterstreicht die nationale und internationale Bedeutung Weimars als Kultur- und Theaterstandort.


