Fachtag in Jena zu mentaler Gesundheit an Schulen

Bild von Giovanna Cornelio auf Pixabay
Anzeige

Wie sehr Schulerfolg von Haltungen und von gutem Schulklima abhängt, haben am 28. April 2026 rund 130 Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Schulverwaltung, Lehrerbildung und Unterstützungssystem in Jena diskutiert. Organisiert von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung im Auftrag des Thüringer Bildungsministeriums fand der diesjährige Fachtag des Thüringer ESF-Projekts „Erfolg macht Schule 2.0“ unter der Überschrift „Starke Schule – starkes WIR. Gemeinsam für mehr Lernerfolg, Wohlbefinden und mentale Stärke“ statt. „Der enge Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Lehr- und Lernerfolg ist wissenschaftlich erforscht. Es ist daher gut und wichtig, dass die Schulentwicklung dieses Thema stärker in den Mittelpunkt rückt und dass Schulgemeinschaften genau fragen, wie sie sich gegenseitig stärken und unterstützen können“, sagt Bildungsminister Christian Tischner.

In Vorträgen, Workshops und moderierten Tischgesprächen lernten und diskutierten die Teilnehmenden über konkrete Fragen aus dem Schulalltag, darunter die Entwicklung emotionaler Kompetenzen in der Schule, die Mitgestaltung des eigenen Lernens durch Kinder und Jugendliche, eine positive Feedback- und Fehlerkultur, aber auch Themen wie Schutz vor Diskriminierung, Teamarbeit im Kollegium oder der Umgang mit Störungen im Unterricht. 

Das Programm wurde durch zwei Keynotes gerahmt. Prof. Dr. Uta Klusmann von der Humboldt-Universität Berlin zeigte anhand aktueller Studien auf, wie belastet Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte, oft sind. Auch die rund 30 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Regel- und Gemeinschaftsschulen in Thüringen brachten immer wieder ihre Perspektiven ein. Sie wünschen sich ein offenes Ohr von Lehrkräften für die mentalen Herausforderungen und gemeinsame Gespräche, um Lösungsstrategien zu entwerfen. Auch schlechte Noten führen oft zu Stress, was nicht selten dazu führt, einfach aufzugeben, gaben die Schülerinnen und Schüler in die Runde.

Auch die rund 30 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Regel- und Gemeinschaftsschulen in Thüringen brachten immer wieder ihre Perspektiven ein. Sie wünschen sich ein offenes Ohr von Lehrkräften für die mentalen Herausforderungen und gemeinsame Gespräche, um Lösungsstrategien zu entwerfen. Auch schlechte Noten führen oft zu Stress, was nicht selten dazu führt, einfach aufzugeben, gaben die Schülerinnen und Schüler in die Runde.

Diesen Befund untermauert auch die Forschung: „Beim Lernen ist es wichtig, den eigenen Fortschritt und die Anstrengung zu sehen und darüber auch Feedback zu erhalten“, betonte Dr. Katharina Asbury vom Kieler Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN), die die zweite Keynote des Tages zum Thema „Growth Mindset als Haltung und professionelle Praxis“ hielt. 

Growth Mindset bezeichnet ein psychologisch untermauertes, hoch wirksames Konzept unterstützender pädagogischer Kommunikation. Es basiert auf der Überzeugung, dass Fähigkeiten nicht festgelegt sind, sondern sich durch Anstrengung, Übung und Ausdauer entwickeln lassen. Diese innere Haltung ist maßgeblich für den Schulerfolg des Einzelnen. Fehler werden nicht als Scheitern, sondern positiv als wertvolle Lernchancen verstanden. „Wir wissen aus der Forschung, dass ein Growth Mindset bei Schülern, also der innere Glaube daran, dass Kompetenzen gelernt und verbessert werden können, maßgeblich sind für Lernerfolg – mehr als die Annahme von reinem Talent“, so Dr. Asbury. Auch die positive Haltung zu Fehlern spiele eine wichtige Rolle. „Lehrkräfte können über die Art, wie sie Leistung einschätzen und an Schüler rückmelden, lernhinderliche oder aber auch lernförderliche Glaubenssätze verankern.“

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mit der Nutzung dieses Formulars erteile ich meine Zustimmung das meine Daten ausschließlich zum Zweck der Beantwortung Ihres Anliegens bzw. für die Kontaktaufnahme und die damit verbundene technische Administration gespeichert und verwendet werden. Rechtsgrundlage für die Verarbeitung dieser Daten ist unser berechtigtes Interesse an der Beantwortung Ihres Anliegens gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Zielt Ihre Kontaktierung auf den Abschluss eines Vertrages ab, so ist zusätzliche Rechtsgrundlage für die Verarbeitung Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. Ihre Daten werden nach abschließender Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Dies ist der Fall, wenn sich aus den Umständen entnehmen lässt, dass der betroffene Sachverhalt abschließend geklärt ist und sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.