Gotha: Erstes Teilprojekt der Sanierung von Schloss Friedenstein abgeschlossen

Neues Treppenhaus im Westflügel von Schloss Friedenstein,Foto STSG, Franz Nagel
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Auf Schloss Friedenstein in Gotha hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) das erste Teilprojekt der Sanierung fertiggestellt, die von Bund und Land mit insgesamt 110 Millionen Euro gefördert wird. Im Mittelpunkt des abgeschlossenen Projekts mit einem Volumen von rund 10 Millionen Euro standen die Dachsanierung am Westflügel und ein neues Treppenhaus mit Aufzug im Westflügel. Zum Projektabschluss wurde das neue Treppenhaus feierlich in Nutzung genommen. Die nächsten Teilprojekte sind planerisch vorbereitet und können nach abgeschlossener Prüfung begonnen werden.

Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, würdigt das Erreichte: „Mit der Fertigstellung des ersten Teilprojekts ist für Schloss Friedenstein ein echter Meilenstein erreicht. Wir bewahren das Kulturdenkmal, ermöglichen aber durch sanfte Modernisierung seine Nutzung für heutige Besucher und ihre Ansprüche. Insbesondere die durch den Fahrstuhl erreichte Barrierefreiheit ist ein wirklicher Schritt in Sachen Besucherfreundlichkeit. Schloss Friedenstein wird so immer attraktiver für seine Besucher.“

„Der heutige Tag ist für uns ein Meilenstein, auf den wir lange hingearbeitet haben“, so STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer. „Mit der bereits abgeschlossenen Dachsanierung am Westflügel und dem nun fertiggestellten neuen Treppenhaus ist ein wesentlicher Schritt geschafft. Wir freuen uns sehr darüber, blicken aber zugleich auch voraus, denn die nächsten umfassenden Teilprojekte sind auf dem Genehmigungsweg. Wir stehen in den Startlöchern für die Sanierung der künftigen Museumsräume im Westflügel und der Bibliotheksbereiche im Ostturm. Die Bauarbeiten dafür sollen 2027 in großem Stil starten.“

Das neue Treppenhaus mit Aufzug nimmt zudem Sanitäranlagen und Arbeitsräume für den Betrieb von Schloss und Museum auf. Es schafft Nutzungsverbesserungen für die künftigen Museumsräume der Friedenstein Stiftung Gotha im Westflügel. Im Museumsrundgang erschließt das Treppenhaus künftig Westflügel und Westturm auf allen Ebenen und schafft durch einen Aufzug einen hohen Grad an Barrierefreiheit im Museumsrundgang. Nicht zuletzt dient es als baulicher Fluchtweg, der für den sicheren Betrieb notwendig ist. Damit schaffen die Baumaßnahmen wichtige Voraussetzungen für Objektsicherheit und Brandschutz.

Im Treppenhaus ist ab jetzt zudem die Ausstellung „Camaro – Hölzernes Theater“ mit hochwertigen Reproduktionen nach Gemälden von Alexander Camaro und Fotografien des Ekhof-Theaters von Marcel Krummrich zu sehen. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Alexander und Renata Camaro Stiftung nach Gotha geholt.

Mehr Raum für die naturkundlichen Ausstellungen im Westturm 

Der Aufzug ermöglicht erstmals einen barrierefreien Zugang zu den naturkundlichen Ausstellungen der Friedenstein Stiftung Gotha, die zudem wieder mehr Raum bekommen. Im Übergang zum Westturm zeigt die Friedenstein Stiftung ab sofort unter dem Titel „Ausgepackt. Naturschätze aus dem Depot“ in wechselnden Präsentationen Objekte aus der bio- und geowissenschaftlichen Sammlung: Präparate und Modelle von Tieren, Pflanzen und Pilzen sowie Fossilien, Minerale und Gesteine. Den Anfang dieser Reihe machen die Zehnfüßer: Die kleine Ausstellung „Im Krebsgang. Krebse aus den Friedensteinschen Sammlungen“ widmet sich der enormen Artenvielfalt dieser Gliedertiere. 

Im zweiten Obergeschoss des neu erschlossenen Westturms hat auch das BROMACKERlab in direkter Nähe zu den „Tieren im Turm“ eine neue Heimat gefunden. Hier gewinnen die Gäste einen Einblick in die Welt der Ursaurier und erfahren mehr über in ein Ökosystem vor 294 Millionen Jahren. Zudem können sie sich über die Forschungsarbeit an der Fossillagerstätte Bromacker informieren.

Bauen in Teilprojekten

Bei der Sanierung von Schloss Friedenstein wird aufgrund der Komplexität des Vorhabens in Teilprojekten vorgegangen, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden können. Neben der Dachsanierung am Westflügel samt Errichtung der neuen Erschließungsachse bilden die Sanierung von Westflügel und Westturm sowie die Sanierung von Ostflügel und Ostturm weitere Teilprojekte. Die Planungen dafür befinden sich im Genehmigungsverfahren.

Bereits 2021 konnte mit dem Abschluss der Dachsanierung am Westflügel das erste wichtige Etappenziel im Rahmen des ersten Teilprojektes erreicht werden. Die rund 100 Meter lange historische Dachkonstruktion wurde im Bestand saniert. Rund 127 Kubikmeter Holz wurden dabei verbaut, das Dach neu verschalt und mit gut 65 Tonnen Schiefer neu gedeckt. Der jetzt fertiggestellte neue Erschließungskern im Westflügel mit Treppenhaus, Aufzug, Sanitäranlagen und Personal- und Technikräumen schafft wichtige Infrastruktur in der Schlossanlage und für den Museumsbetrieb der Friedenstein Stiftung Gotha. Das Treppenhaus erschließt künftig alle Geschosse von Westflügel und Westturm. Wichtige Funktion kommt ihm aber auch als Fluchtweg in der weitläufigen Schlossanlage zu. Die Rohbauarbeiten für die neue Erschließungsachse konnten 2024 fertiggestellt werden. 2025 standen die Ausbaugewerke wie Elektroinstallationen, Bodenbeläge und Wandputz im Vordergrund. 

Nächste Bauvorhaben auf Schloss Friedenstein

Baulich steht in diesem Jahr die Fortsetzung der 2025 erprobten aufwändigen Sanierung der Arkadenpfeiler am Westflügel an, sie ist wichtige Voraussetzung für die anschließend geplante Sanierung der Innenräume im Westflügel, die vorausgesetzt der Bewilligung der Mittel von Bund und Land 2027 beginnen soll. Im Westflügel sollen dann die Baukonstruktion instandgesetzt, Decken saniert, Haustechnik modernisiert und die Oberflächen restauriert werden, sodass die Räume für den Museumbetrieb nutzbar sind.

Schloss Friedenstein in Gotha ist das größte Investitionsobjekt der STSG. Das 110-Millionen-Euro-Sanierungprogramm wird jeweils zur Hälfte gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die umfangreiche Förderung ermöglicht es, das Schloss erstmals seit seiner Errichtung im 17. Jahrhundert grundlegend in seiner Substanz instandzusetzen. Vor allem statische Maßnahmen bilden einen wichtigen Schwerpunkt bei der Sanierung. Durch die Baumaßnahmen werden aber auch deutliche Nutzungsverbesserungen für die in der Schlossanlage ansässigen Institutionen, die Friedenstein Stiftung Gotha und die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt, erzielt. Gebaut wird im laufenden Betrieb. Trotz der umfangreichen Baumaßnahmen sind wesentliche Teile des Schlosses für den Besucherverkehr zugänglich.

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