Thüringen begeht die Jahrestage der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora
Erinnerung wachhalten, Verantwortung übernehmen:
Rund um den 81. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora steht Thüringen in diesen Tagen im Zeichen des Erinnerns, der Begegnung und der demokratischen Verantwortung. In Veranstaltungen in Nohra, Weimar, Buchenwald und Mittelbau-Dora kommen Überlebende, Angehörige ehemaliger Häftlinge sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft zusammen. Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Steffen Teichert vertritt dabei Kulturminister Christian Tischner. An der Gedenkveranstaltung in Mittelbau-Dora nimmt Staatssekretär Dr. Bernd Uwe Althaus teil.
Den Auftakt bildet am 11. April 2026 die 99. Pflanzaktion des inklusiven Gedenkprojekts „1000 Buchen“ in Nohra. Das Projekt verbindet die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus mit einem sichtbaren Zeichen in der Gegenwart und macht deutlich, dass Gedenken nicht im Rückblick stehen bleibt. Es wirkt in die Gesellschaft hinein, stiftet Gemeinschaft und setzt ein Zeichen für Menschenwürde und Teilhabe. Staatssekretär Teichert wird dort ein Grußwort sprechen. Vorab erklärte er: „Erinnerung ist keine Pflichtübung. Sie ist eine demokratische Notwendigkeit. Projekte wie ,1000 Buchen‘ machen Gedenken sichtbar und zeigen, dass Erinnerungskultur dann besonders stark ist, wenn sie nicht nur bewahrt, sondern beteiligt. Dass Menschen mit und ohne Behinderung dieses Erinnern gemeinsam gestalten, ist ein starkes Zeichen. Es widerspricht jeder Form von Ausgrenzung und bekräftigt in aller Klarheit: Die Würde jedes Menschen gilt – ohne Einschränkung, ohne Abstufung, ohne Ausnahme.“
Am Abend desselben Tages setzt sich das Gedenken in Weimar in einem persönlichen Rahmen fort. Beim Abendessen anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung des KZ Buchenwald stehen die Begegnung mit Überlebenden und ihren Angehörigen, das Zuhören und das Weitergeben von Erinnerungen im Mittelpunkt. Gerade in solchen Momenten wird sichtbar, dass Erinnerungskultur nicht allein aus offiziellen Zeremonien besteht, sondern vor allem vom menschlichen Austausch und von der Bereitschaft lebt, die Erfahrungen der Überlebenden in die Gegenwart zu tragen. Auch hier wird Staatssekretär Teichert ein Grußwort halten. „Dass Überlebende und ihre Familien nach Thüringen kommen und ihre Geschichten mit uns teilen, ist ein großes Geschenk. Ihre Präsenz gibt der Geschichte ein Gesicht und eine menschliche Stimme. Zugleich macht sie uns bewusst, wie groß unsere Verantwortung ist, dieses Wissen weiterzutragen – in Bildung, Wissenschaft, Kultur und in der öffentlichen Erinnerung“, so Teichert.
Auf diese persönliche Begegnung folgt am 12. April 2026 die zentrale Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald in der Gedenkstätte Buchenwald. Dort nimmt Staatssekretär Teichert in Vertretung von Minister Christian Tischner an der Veranstaltung teil. Das öffentliche Gedenken verbindet historische Erinnerung mit Stimmen aus Politik, Kultur und Gesellschaft: Es sprechen unter anderem der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Wolfram Weimer, der Präsident des Thüringer Landtags, Dr. Thadäus König, und der Schauspieler und Enkel eines Überlebenden des KZ Buchenwald, Hape Kerkeling.
Den Abschluss der Gedenktage bildet am 13. April 2026 die Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Erwartet werden dort unter anderem die Überlebenden Albrecht Weinberg und Jerry Wartski mit Angehörigen sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur, Religion und Gesellschaft. Für den Bund spricht Dr. Robin Mishra, Abteilungsleiter für Erinnerungskultur beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, ein Grußwort. Seitens des Landes Thüringen spricht der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung, Georg Maier. Für das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur nimmt Staatssekretär Bernd Uwe Dr. Althaus an der Gedenkveranstaltung teil. Vorab betonte Althaus: „Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen ist keine Angelegenheit der Vergangenheit allein. Sie ist Aufgabe in der Gegenwart und Verpflichtung für die Zukunft. Das Gedenken an Buchenwald und Mittelbau-Dora mahnt uns, jeder Form von Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus, Hass und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.“
Hintergrund:
Das Konzentrationslager Buchenwald wurde am 11. April 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit. Mittelbau-Dora, zunächst als Außenlager des KZ Buchenwald errichtet und später eigenständiges Konzentrationslager, wurde ebenfalls im April 1945 befreit. Die jährlichen Gedenkveranstaltungen in Thüringen halten die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wach, würdigen die Überlebenden und stärken das Bewusstsein dafür, dass historische Verantwortung untrennbar mit der Verteidigung von Demokratie und Menschenwürde in der Gegenwart verbunden ist.
Weitere Informationen unter:
https://www.buchenwald.de/besuch/veranstaltungen/Gedenkveranstaltung-Jahrestag2026
https://www.dora.de/besuch/veranstaltungen/Gedenkfeier-81.Jahrestag-Mittelbau-Dora
https://lebenshilfewerk-weimar-apolda.de/1000-buchen-gedenkprojekt/

