EF EPI 2025: Wie Thüringen bei den Englischkenntnissen abschneidet

Foto von Tim Mossholder auf Unsplash
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Die Deutschen sprechen im internationalen Maßstab sehr gutes Englisch. Das belegt der aktuelle EF English Proficiency Index (EPI) 2025. Mit 615 Punkten sichert sich die Bundesrepublik den vierten Platz im weltweiten Ranking und fällt in die höchste Kategorie der Sprachkompetenz. Zum Vergleich: Der globale Durchschnittswert liegt bei lediglich 488 Punkten. Der vierte Platz ist ein bemerkenswertes Resultat, wenn man bedenkt, dass in vielen anderen Staaten Englisch eine Amtssprache oder noch tiefer im Alltag verankert ist.

Dennoch zeigt die Detailauswertung klare Abstufungen. Besonders hohe Werte erzielen die Testteilnehmer hierzulande beim Lesen (623 Punkte) und Hören (609 Punkte). Ausbaufähig bleibt hingegen das aktive Sprechen, das mit 521 Punkten den bundesweit schwächsten Kompetenzbereich darstellt. Wer dieses freie Formulieren gezielt trainieren möchte, wählt oft Englisch-Sprachreisen ins Ausland, da der Alltag in einem anderen Land den ständigen Gebrauch der Sprache erfordert.

Einordnung des Freistaats im nationalen Ranking

Betrachtet man die Ergebnisse auf nationaler Ebene, offenbaren sich messbare regionale Unterschiede. Thüringen erreicht im aktuellen Bericht 603 Punkte. Damit positioniert sich das Bundesland auf dem zehnten Rang der 16 deutschen Länder. Dieser Wert liegt leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 615 Punkten, bescheinigt den Menschen in der Region aber weiterhin gute Fähigkeiten in der Fremdsprache.

Ein Wert von 603 Punkten bedeutet konkret, dass die Befragten komplexere Fachtexte verstehen und sich fließend in bekannten beruflichen oder privaten Situationen ausdrücken können. Der zehnte Platz zeigt, dass Thüringen im soliden Mittelfeld agiert. Spitzenreiter im nationalen Vergleich sind Bayern mit 624 Punkten und Nordrhein-Westfalen mit 621 Punkten. Im Vergleich zu diesen wirtschaftlichen Ballungsräumen gibt es im Freistaat noch Luft nach oben. Die Differenz von 21 Punkten zu Bayern mag auf den ersten Blick gering wirken, entscheidet im geschäftlichen Alltag aber oft darüber, wie souverän Verhandlungen geführt oder Präsentationen gehalten werden.

Wirtschaftliche und bildungspolitische Relevanz

Für die Wirtschaft in Thüringen ist die englische Sprache ein wertvolles Gut. Der Freistaat, mit seinen traditionsreichen Universitätsstädten und einem stabilen industriellen Kern, ist stark in globale Lieferketten eingebunden. Gerade wegen der Ausrichtung auf den Export benötigen heimische Betriebe Personal, das problemlos mit internationalen Kunden kommuniziert. Viele mittelständische Unternehmen, die beispielsweise im Maschinenbau tätig sind, agieren auf internationalen Märkten. Sie sind darauf angewiesen, technische Spezifikationen und Verträge präzise in englischer Sprache zu verhandeln. Fehlt diese sprachliche Basis, drohen Wettbewerbsnachteile.

Auch für die Attraktivität des Standortes bei der Ansiedlung von Firmen aus dem Ausland sind solide Sprachkenntnisse der Belegschaft ein starkes Argument. Gleiches gilt für die Sicherung von Fachkräften und den Austausch in der Forschung. Universitäten und Hochschulen pflegen Partnerschaften rund um den Globus. Wer dort studiert oder arbeitet, benötigt ein hohes Maß an sprachlicher Flexibilität.

Die beruflichen Anforderungen spiegeln sich deutlich in spezifischen Branchenwerten des Index wider: Fachleute in den Bereichen Strategie und Projektmanagement erreichen bundesweit 700 Punkte, in der Forschung und Entwicklung sind es 682 Punkte. Die IT-Branche verzeichnet 646 Punkte. Junge Menschen in Thüringen verbessern ihre beruflichen Perspektiven auf dem regionalen und globalen Arbeitsmarkt spürbar, wenn sie in diesen Gebieten sicher auf Englisch kommunizieren.

Sprachpraxis als Weg zu höherer Kompetenz

Der Herausgeber des Index, die Bildungsorganisation EF, erhebt diese Daten jährlich, um die Entwicklung der weltweiten Sprachfähigkeiten nachzuzeichnen. Um das größte Defizit – das freie Sprechen – zu überwinden, raten Sprachexperten zu immersiven Lernmethoden. Wenn Lernende direkt in eine fremde Kultur reisen, erzielen sie in der Regel rasche Fortschritte. Formate wie Sprachreisen Englisch eignen sich gut, um theoretisches Wissen in den fließenden Sprachgebrauch zu überführen. Das Konzept hinter diesen Aufenthalten zielt darauf ab, die Teilnehmer aus der gewohnten deutschsprachigen Umgebung herauszunehmen. Wer nach dem Unterricht im Supermarkt oder beim Freizeitprogramm weiterhin Englisch sprechen muss, verliert schnell die Angst vor Fehlern.

Wie ein solcher Auslandsaufenthalt in der Praxis abläuft, schildert die 22-jährige Alina, die für ihren Kurs nach Dublin reiste: „Es macht unglaublich viel Spaß, und man erzielt schnelle und deutliche Lernfortschritte. Das Schulpersonal ist außerordentlich freundlich und nimmt sich für jeden Schüler in der Klasse Zeit und erklärt geduldig unklare Konzepte, bis man sie verstanden hat. Das Angebot an Aktivitäten ist vielfältig und ausgezeichnet.“ Praktische Erfahrungen dieser Art helfen dabei, das Erlernte im realen Umfeld zu festigen und Hemmungen beim Sprechen abzubauen.

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