Wieso viele Blicke jetzt in Richtung Stablecoins wandern
Mit der Unterzeichnung des neuen „Genius Act“ hat US Präsident Donald Trump ein ganz klares Signal gesendet: Die Vereinigten Staaten sollen künftig eine führende Rolle im Markt für digitale Vermögenswerte einnehmen. Mit diesem Gesetz sollen erstmals einheitliche, bundesweit gültige Regeln für Stablecoins und andere Krypto-Assets realisiert werden. Befürworter sprechen von einem historischen Schritt für Innovation und Investitionen, während die Kritiker davor warnen, die Regulierung sei viel zu oberflächlich.
Was Stablecoins sind und wie sie funktionieren
Stablecoins gelten als das Bindeglied zwischen klassischem Geld und Kryptowährungen. Sie sind digitale Token, die auf der Blockchain basieren und meist im Verhältnis 1:1 an eine Fiat Währung, etwa den US Dollar, gekoppelt sind. Jeder Stablecoin soll also durch eine entsprechende Menge an echtem Geld oder vergleichbaren Vermögenswerten abgesichert sein.
Der Ökonom Peter Bofinger von der Universität Würzburg hat das Prinzip mit einem Spielbank-Jeton verglichen: „Man tauscht echtes Geld gegen einen digitalen Gegenwert ein, mit dem man innerhalb des Systems zahlen kann.“ Dadurch lässt sich Kapital schnell zwischen Kryptobörsen bewegen, ohne in volatilen Coins wie Bitcoin oder Ethereum zu bleiben.
Für den Anleger liegt der Reiz in den geringeren Kursschwankungen. Während andere Kryptowährungen teils täglich zweistellige Preisänderungen verzeichnen, bleibt der Wert eines Stablecoins in der Regel stabil. Deshalb sind Stablecoins besonders attraktiv für Trader, die kurzfristig Gewinne sichern oder Kapital parken möchten, ohne dass die Blockchain Positionen aufgegeben wird. Manche nutzen Stablecoins auch, um Preisunterschiede auf verschiedenen Handelsplattformen auszunutzen. Abschließend kann man sagen, Stablecoins sind das genaue Gegenteil von Meme Coins. Hier geht es um das rein Spekulative – bei Meme Coins gibt es oft nur eine Community im Hintergrund, die den Preis nach oben treibt. Über https://99bitcoins.com/de/krypto-kaufen/meme-coins/ findet man eine gute Übersicht, welche Meme Coins aktuell am Markt zur Verfügung stehen bzw. das Potenzial haben, für Gewinne zu sorgen. Problematisch ist an Meme Coins, dass hier oft das verlorene Interesse der Community dann dazu führt, dass der Preis wieder sinkt.
Der Markt wird von Tether und USD Coin dominiert
Der globale Stablecoin Markt wird aktuell von zwei großen Akteuren geprägt: Tether (USDT) und USD Coin (USDC), der vom Unternehmen Circle ausgegeben wird. Zusammen kontrollieren sie nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) rund 90 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung.
In den vergangenen Jahren hat das Volumen stark zugenommen. Laut einer BIZ-Studie hat sich der Gesamtwert aller Stablecoins in gerade einmal zwei Jahren auf etwa 225 Milliarden US Dollar verdoppelt. Besonders in Regionen mit instabilen Finanzsystemen spielen sie heute eine bedeutende Rolle: Laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds machen Stablecoin-Transaktionen in Lateinamerika und in der Karibik rund 7,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. In Afrika und im Nahen Osten sind es 6,7 Prozent.
Die wachsende Bedeutung der Stablecoins stellt die Regierungen und Notenbanken weltweit vor neue Herausforderungen: Jetzt geht es nämlich darum, dass sie Wege finden, wie man Innovation zulassen kann, ohne die Kontrolle über Geldströme und Finanzstabilität zu verlieren.
Wie sicher sind Stablecoins wirklich?
Ein zentrales Versprechen der Anbieter lautet, dass jeder ausgegebene Stablecoin vollständig durch liquide Vermögenswerte gedeckt ist. In den USA bestehen diese Reserven meist aus kurzfristigen Staatsanleihen, die als äußerst sicher gelten. „Selbst wenn viele Investoren gleichzeitig ihre Coins zurücktauschen wollten, könnten diese Positionen problemlos aufgelöst werden“, ist Bofinger überzeugt.
Bisher haben auch Krisen wie der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank oder der Absturz eines algorithmischen Stablecoins keine flächendeckenden Turbulenzen ausgelöst. Zweifel gibt es dennoch.
Kritiker verweisen vor allem darauf, dass eine mangelnde Transparenz das größte Problem darstellt, insbesondere wenn man sich den Branchenführer Tether ansieht. Dessen Finanzberichte wurden bislang von keinem unabhängigen Prüfer testiert. Teile der Reserven bestehen laut Beobachtern aus volatilen Vermögenswerten wie Bitcoin. Zudem besteht hier auch die Gefahr, dass Stablecoins für illegale Finanztransaktionen genutzt werden. Die Financial Action Task Force (FATF) warnt etwa davor, dass die internationale Regulierung bisher zu lückenhaft sei, um Geldwäsche effektiv verhindern zu können.
Auch wirtschaftlich gibt es einige Risiken: Wenn in Schwellenländern immer mehr Menschen Stablecoins statt lokaler Währungen verwenden, könnten diese Volkswirtschaften ihre geldpolitische Souveränität verlieren.
Was der „Genius Act“ konkret regelt
Mit dem Genius Act wird vorgeschrieben, dass Stablecoins zu 100 Prozent durch liquide Mittel wie US Dollar oder kurzfristige Staatsanleihen gedeckt sein müssen. Emittenten sollen künftig regelmäßige Prüfberichte vorlegen, sodass die Transparenz erhöht wird.
Es geht darum, Anleger zu schützen und das Vertrauen in digitale Finanzprodukte zu stärken. Bei einer Insolvenz sollen Kunden hier den Vorrang gegenüber anderen Gläubigern haben. Damit zieht die US Regierung Lehren aus früheren Krypto-Pleiten, bei denen Anleger ihr Geld verloren haben.
Kritik bleibt dennoch nicht ganz aus. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete das Gesetz als „halbherzig und zahnlos“. Ihrer Meinung nach schwäche der Genius Act die Kompetenzen wichtiger Bundesbehörden wie der SEC (Börsenaufsicht) und des Justizministeriums.
Für Präsident Trump ist der Genius Act nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein politisches Projekt. Die neue Regulierung will die Vormachtstellung des US Dollars im globalen Finanzsystem festigen. Wenn Stablecoins an den US Dollar gekoppelt und durch US Staatsanleihen gedeckt sind, steigert das natürlich indirekt die Nachfrage nach amerikanischen Schuldtiteln. Das mag durchaus ein Vorteil für die hoch verschuldete US Regierung sein. Zudem möchte Trump die Technologiebranche und Investoren verstärkt in die USA locken. Der Krypto-Sektor gilt als besonders wachstumsstark und klare Regeln sollen Kapital anziehen, das bisher in asiatische Märkte abgewandert ist.
Allerdings gibt es auch Interessenkonflikte: Die Familie Trump ist über die Plattform World Liberty Financial selbst im Kryptogeschäft aktiv und hat kürzlich einen eigenen Stablecoin auf den Markt gebracht. Dass die Kritiker dem Präsidenten daher vorwerfen, mit dem Genius Act auch persönliche wirtschaftliche Interessen zu verfolgen, kommt daher nicht überraschend und ist auch zum Teil nachvollziehbar.
Europa hinkt bei Krypto-Regulierung hinterher
Während die USA also ihre rechtlichen Rahmenbedingungen modernisieren, befindet sich Europa noch in der Beobachterrolle. Die EU hat mit der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation) zwar ein umfassendes Regelwerk geschaffen, doch Ökonomen sehen darin einige Schwächen.
Laut Peter Bofinger verpflichtet MiCA große Stablecoin-Anbieter, 60 Prozent ihrer Reserven in Bankeinlagen zu halten. Das erhöht aber das Risiko, weil Banken selbst krisenanfällig seien. „Wenn eine Bank ins Wanken gerät, kann auch der Stablecoin leiden und umgekehrt“, so Bofinger.


