Digitale Skepsis in Thüringen: Warum jeder Dritte „zu viel Digitalisierung“ kritisiert

Foto von Daniel Hering auf Unsplash

Das Thema „Digitalisierung“ ist kein neues und vor allem eins: Es ist zäh. Der Begriff wird heutzutage so inflationär benutzt, dass er vollkommen seine Bedeutung verloren hat. Bedeutet mehr Digitalisierung schnelleres Internet? Kryptowährungen als Zahlungsmittel? Oder doch die elektronische Patientenakte? Es scheint, als hätten viele Bürger den Bezug zu dem Thema verloren – besonders in Thüringen. Laut D21-Digital-Index 2024/25 sagt jeder dritte Thüringer, es werde „zu viel digitalisiert“. Bundesweit liegt der Anteil bei nur jedem Vierten. Woran liegt das? Und was genau ist mit „zu viel digitalisiert“ überhaupt gemeint?

Laut Digital-Minister Steffen Schütz liegt das Problem hauptsächlich in der Debatte rund um die Digitalisierung selbst. Zitat: 

„Wenn wir die Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft in Thüringen erfolgreich umsetzen wollen, müssen wir die Vorbehalte in der Gesellschaft abbauen und das digitale Selbstbewusstsein der Menschen erhöhen.“

Was zunächst nach politischer Polemik klingen mag, hat einen sehr ernsten Kern. Digitalisierung ist etwas Positives und sorgt für mehr Bequemlichkeit und flüssigere Abläufe. Aber solange das nicht in der Gesellschaft angekommen ist, wird die Akzeptanz weiterhin ausbleiben.

Zwischen Fortschritt und Frust

Aber wie viel hat Thüringen denn digitalisiert? Momentan steht es im Ländervergleich ziemlich gut da. Der Glasfaserausbau schreitet konstant und schnell voran, viele Regionen haben 5G und Smart-City-Initiativen starten in Erfurt und Weimar. Das große Problem liegt aber in der Art und Weise, wie die neue digitale Infrastruktur aufgebaut wird.

Gerade ältere Generationen fühlen sich überfordert. Sie sind plötzlich gezwungen, digitale Kompetenzen aufzubauen, um die kleinsten Dinge erledigen zu können. Jüngere Bürger sind oft schlichtweg genervt von der ineffizienten und unbequemen Umsetzung der Digitalstrategie des Landes. Zu viele Portale, zu viele Formulare, zu lange Ladezeiten, keine einheitlichen Konten und Logins und so weiter. Jede Behörde, jede Krankenkasse, jede Meldestelle setzt ihre eigene digitale Strategie um. Das Ergebnis? Statt mehr Komfort und einfachere Vorgänge gibt es nur mehr Chaos und kompliziertere Abläufe. Und selbst wo gute Systeme eingesetzt werden, hinken Serverleistungen oder nutzerfreundliche Oberflächen zu weit hinterher. Aus technischer Modernisierung wird dann Frust – und Misstrauen.

Dabei zeigt sich: Es geht nicht um Ablehnung der Technik selbst, sondern um das Gefühl, dass man ihr ausgeliefert ist. Vertrauen entsteht erst, wenn digitale Angebote verständlich, zugänglich und fehlerfrei sind.

Vertrauen als Standortfaktor

Gerade für Unternehmen ist diese Stimmung ein Warnsignal. Wenn Menschen digitale Prozesse meiden, bleiben auch wirtschaftliche Chancen ungenutzt. Viele kleine Betriebe in Gotha, Suhl oder Nordhausen berichten, dass Kundschaft zwar Informationen online sucht, Verträge aber lieber weiterhin analog abschließt.

Die Digitalagentur Thüringen sieht darin eine Bildungslücke. Projekte wie die Digitallotsen Thüringen sollen helfen, Kompetenzen aufzubauen und Hürden abzubauen. In Workshops lernen Bürger, wie sie sichere Passwörter anlegen oder Online-Behördendienste nutzen. Klingt banal, ist aber entscheidend: Wer die digitale Welt versteht, verliert die Angst davor.

Transparenz schafft Vertrauen

Ein Schlüssel liegt in nachvollziehbaren Standards. Wenn Nutzerinnen und Nutzer erkennen, dass digitale Angebote kontrolliert und bewertet werden, wächst die Bereitschaft, sie auszuprobieren. Ein Beispiel, das diesen Gedanken aufgreift: Aviator Krypto Casinos im Test. Solche unabhängigen Bewertungsportale prüfen, ob Online-Angebote rechtlich sauber, transparent und verbraucherfreundlich sind.

Was das mit Thüringen zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn auch staatliche Dienste könnten durch unabhängige Audits und klare Prüfsiegel das Vertrauen der Menschen stärken. Wer nachvollziehen kann, wie Daten verarbeitet oder gespeichert werden, empfindet Digitalisierung nicht als Risiko, sondern als Fortschritt. Genau das fehlt vielerorts noch.

Infrastruktur ist nicht alles

Natürlich ist Netzausbau wichtig. Ohne flächendeckend gutes Internet bringen alle Modernisierungen nichts. Aber der digitale Wandel muss vor allem eines sein: komfortabel. Die Menschen müssen die Vorteile der Digitalisierung sehen. Es muss bequemer sein, als vorher und nicht einfach genauso umständlich, aber dafür mit Smartphone.

Dazu gehört, digitale Bildung schon in Schulen zu verankern und Verwaltungsvorgänge so zu gestalten, dass sie nicht abschrecken, sondern erleichtern. Erst wenn Bürgerinnen und Bürger einen konkreten Nutzen erkennen, verschwindet die Skepsis. Infrastruktur schafft Möglichkeiten – Vertrauen sorgt dafür, dass sie genutzt werden.

Vom Misstrauen zur Mündigkeit

Thüringen hat die Chance, aus der eigenen Skepsis zu lernen. Wenn das Land es schafft, den digitalen Wandel menschlicher, transparenter und verlässlicher zu gestalten, kann daraus ein echter Standortvorteil entstehen.

Denn Digitalisierung funktioniert nicht gegen die Menschen, sondern nur mit ihnen. Und wer verstanden hat, dass Vertrauen das Fundament ist – nicht die Technik selbst –, der hat schon den schwierigsten Teil geschafft.

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