Elisabeth R. Hager hat dem Gothaer Liebespaar im Herzoglichen Museum Gotha eine Stimme gegeben Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Philipp Hort
Kultur & FreizeitNachrichten

Die „Talking Heads“ verstummen: Literarische Intervention endet am Ostermontag

Noch bis Ostermontag, 1. April 2024, ist die „Beredsamkeit der Dinge“ zu erleben. Dann verschwinden die poetischen Objekttexte und die gemütlichen Sitzgelegenheiten aus den Sälen des Herzoglichen Museums Gotha wieder. Im Rahmen dieser literarischen Intervention im musealen Raum hat die österreichische Schriftstellerin, Klangkünstlerin und Kulturvermittlerin Elisabeth R. Hager acht Exponaten eine Stimme verliehen und poetische Objekttexte verfasst – und diese auch vertont. Ihre „Talking Heads“ – kluge, witzige und zeitkritische Klangkunstwerke – werden aber auch weiterhin hier zu hören sein: https://talkingheadsgotha.podigee.io

Die Stiftung setzte ihr museales wie literarisches Experiment mit Elisabeth R. Hager fort: Ihre „Talking Heads“ bilden die Fortsetzung der 2022 mit Miku Sophie Kühmel eröffneten Reihe, hinter der die Frage steht: Was geschieht, wenn ein Objekttext nicht wissenschaftlich erklärt, sondern mit den Mitteln der Literatur kommentiert, assoziiert und spielt? Denn: Objekttexte sind jene oft zu klein beschriebenen Schilder, die dem Museumsgast Auskunft zum Werk in unmittelbarer Nähe geben. Künstler, Titel, Datum, Material und Technik. Verfasst häufig in dichtem, bisweilen kryptischen Fachduktus. Geht das auch anders?

Hager hat sich dieser Herausforderung gestellt: Maximale Zeichenzahl, typisch Objekttext: 600, inklusive Leerzeichen. Ihr Fazit lautet: „Objekte nicht nur beschreiben, sondern aus ihnen heraus zu sprechen. Diese Herausforderung fand ich wirklich sehr spannend.“ Das Ergebnis können die Besucher*innen des Herzoglichen Museums nun erfahren und hören oder lesen, was das Gothaer Liebespaar, die Mumie der Tjen Tjen, Christoph Willibald Gluck oder Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha ihnen zu sagen haben. 

Elisabeth R. Hager stammt aus Tirol und ist erfolgreiche Romancière im Klett-Cotta Verlag, Gründungsmitglied von PEN Berlin und Teil des feministischen Autor*innen-Netzwerks „Writing with CARE / Writing with RAGE“. Gerade ist der Kollektivroman „Wir kommen“ erschienen (Dumont), in dem 18 Autor*innen, vor allem Mitglieder des Literaturkollektivs „Liquid Center“, anonym über das weibliche Begehren schreiben. Hager ist Mitherausgeberin und Autorin. Sie lebt mit ihrer Familie zwischen Berlin, Tirol und Neuseeland.

Die Informationen im Überblick:

„Die Beredsamkeit der Dinge. Talking Heads von Elisabeth R. Hager“

Herzogliches Museum Gotha

noch bis 1. April 2024

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag

10 – 16 Uhr (November bis März), am 1. April: 10 – 17 Uhr, an Ostermontag geöffnet

Der Eintritt in das Herzogliche Museum kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mit der Nutzung dieses Formulars erteile ich meine Zustimmung das meine Daten ausschließlich zum Zweck der Beantwortung Ihres Anliegens bzw. für die Kontaktaufnahme und die damit verbundene technische Administration gespeichert und verwendet werden. Rechtsgrundlage für die Verarbeitung dieser Daten ist unser berechtigtes Interesse an der Beantwortung Ihres Anliegens gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Zielt Ihre Kontaktierung auf den Abschluss eines Vertrages ab, so ist zusätzliche Rechtsgrundlage für die Verarbeitung Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. Ihre Daten werden nach abschließender Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Dies ist der Fall, wenn sich aus den Umständen entnehmen lässt, dass der betroffene Sachverhalt abschließend geklärt ist und sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.