Adi Liraz Foto: Daniel Grünfeld)
Kultur & FreizeitNachrichten

Gotha – Ein Fest der Begegnung: ACHAVA FESTSPIELE THÜRINGEN 5. – 22. Oktober 2023

53 Veranstaltungen in 2 ½ Wochen. Erfurt, Eisenach, GOTHA, Weimar

Weimar, 30. September 2023; Die zweite Woche der ACHAVA Festspiele beginnt mit dem Gothaer Programm. Ein Fest der Begegnung in vielen verschiedenen Formen. Kochworkshop, Konzert, Umzug, Zeitzeugengespräche, Schülerprogramm. Schauen Sie rein, machen Sie mit! Es lohnt sich. Die Stadt Gotha und die Stiftung Schloss Friedenstein heißen Sie gemeinsam mit den ACHAVA Festspielen Thüringen willkommen.

Mo, 09. Oktober · 19:00 – 19.40 Uhr – Buttermarkt
16. Oktober – 19:00 – 19:40 Uhr – Limus Zukunftsschmiede

Friedensmeditation
Begegnung von Menschen aller Kulturen und Weltsichten, die im friedlichen Schweigen Verbundenheit erleben wollen.
Eintritt frei, Anmeldung: annette.annalena@freenet.de

Mi, 11. Oktober · 10–13 Uhr
Antidiskriminierungs-Workshop

»Ich bin doch nicht rassistisch, aber das wird man wohl noch sagen dürfen!« Niemand möchte als Rassist bezeichnet werden. Aber wo kommt der Rassismus her? Welche Rassismen habe ich als Kind schon gelernt und verinnerlicht? Und wie prägen sie mich noch heute? Welche Formen von Rassismus unterscheiden wir? Und welche Besonderheiten zeigen sich im antisemitischen Rassismus? Im Workshop reflektieren wir unsere eigenen Rassismen und gehen der Frage nach, wie unser Weltbild geprägt ist. Was haben sie mit Religion zu tun?
Anhand des Antisemitismus zeigen wir das Zusammenwirken mehrerer Diskriminierungsebenen und verschiedener Einflüsse auf. Wir erarbeiten Handlungsmöglichkeiten, um aktiv gegen rassistische Einstellungen angehen und ihnen entgegentreten zu können.

• Aşkın-Hayat Doğan · Diversity und Empowerment-Trainer

• Rita Zobel · Interkulturelle Beraterin
Eintritt 10€ | 5€ ermäßigt, Anmeldung: kontakt@neues-in-stille.de · Tel. 036 21 | 30 02 44
Limus – Zukunftsschmiede
Langensalzaerstraße 14
99867 Gotha

Mi, 11. Oktober · 15–18 Uhr
Das Geheimnis der Zeichen – Kalligraphie-Workshop – Arabisch & Hebräisch

• Malik Alkhalifa · arabische Kalligraphie

• Alexandra Husemeyer · hebräische Kalligraphie
Der Kalligraph Malik Alkhalifa und die Museumspädagogin Alexandra Husemeyer laden große und kleine Feriengäste ab 10 Jahren herzlich in die Stadtbibliothek Gotha ein.
Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Es wird das Schreiben von hebräischen und arabischen Schriftzeichen mit Bambusfeder und Tusche geübt. Kunst baut Brücken. Die Kunst der Kalligraphie offenbart die Schönheit der Schriften der Heiligen Bücher von Thora und Koran.
Eintritt frei
Anmeldung bis 9. Oktober über Cornelia Meleschko (Stadtbibliothek Gotha) c.meleschko@gotha.de
Stadtbibliothek, Friedrichstraße 2–4, 99867 Gotha

Do, 12. Oktober · 15–17.30 Uhr
Do, 19. Oktober – 15 – 17:30 Uhr
Jüdischer Friedhof in Gotha – Führung

Seit fast 150 Jahren hütet die Stadt Gotha ein besonderes Juwel, das trotz aller Unbill den Widrigkeiten des 20. Jahrhunderts widerstanden hat – den jüdischen Friedhof in der Eisenacher Straße.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ­eröffnet, war der jüdische Friedhof noch bis ins Jahr 1942 Begräbnisstätte für die jüdische ­Gemeinde Gothas. Die ca. 150 Grabstätten wurden während der Zeit des Nationalsozialismus geschändet, doch wie durch ein Wunder überstand der Friedhof in seiner Grundstruktur diese leidvolle Phase der deutschen Geschichte.

• Uwe Adam · Stadtführer
Hinweis: Männer müssen eine Kopfbedeckung ­mitbringen, um den jüdischen Friedhof betreten zu dürfen.
Eintritt 10€ | 4€ bis 16 Jahre
Tickets: Tourist-Information, Tel. 03621- 51 04 50, tourist-info@gotha-adelt.de
Jüdischer Friedhof, Eisenacher Straße, 99867 Gotha

9. bis 11. Oktober · jeweils 10–16 Uhr
Lebendige Erinnerung – Die Leben des Pavel Taussig und Petro Mischtschuk – Animationsfilme
Workshop, Film, Musik und Zeitzeugengespräch
Ferienworkshop für Jugendliche, Klassenstufe 8 bis 12

In diesem Kurs werden die Grundlagen und verschiedenen Techniken für die Erstellung ­eines Legetrick-Animationsfilms erlernt und praktisch angewendet.
Dabei wählen die Teilnehmer:innen in kleinen Gruppen anhand der vorher vorgestellten Geschichten der Zeitzeugen Pavel Taussig und Petro Mischtschuk Auszüge. Anschließend ­lösen sie diese in aufeinanderfolgende Filmszenen mithilfe eines Story­boards auf.
Mithilfe von vorbereitenden Übungen werden die Grundlagen für die Legetrick-Technik im Anschluss mit der Dozentin erlernt. Die Charaktere und die Hintergründe der Szena­rien werden im Folgenden collagiert und die ausgewählten Erinnerungen in Kleingruppen gemeinsam mit der Dozentin animiert. Pavel Taussig ist selbst noch als Künstler tätig. Er gestaltet Collagen und wird auch mit den Kursteilnehmer:innen arbeiten.
Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, wodurch sich alle auf ihre individuelle Weise kreativ frei entfalten können. ­Unterschiedliche Papierarten und Materia­lien, Fotokopien aus der damaligen und der heutigen Zeit und Bilder aus Katalogen und Zeitungen, Bleistifte, Buntstifte und Fineliner werden genutzt, um den Animationsfilm entstehen zu lassen.
In einer weiteren Gruppe in Weimar wird der Musiker und Sohn von Pavel, Martin Taussig, mit Schüler:innen musikalisch arbeiten und die Musik zum Animationsfilm arrangieren und einspielen.
Das Ziel des Kurses ist es, sich in die Situation eines diskriminierten Menschen hineinzuversetzen und zusammen kurze Filme und Collagen anhand der Zeitzeugen-Biografien entstehen zu lassen und anschließend öffentlich zu präsentieren.
Anmeldung bis zum 4. Oktober sekretariat@stiftung-friedenstein.de
Jüdenstraße 1, 99867 Gotha
art der stadt e. V., Ekhofplatz 3, 99867 Gotha12. Oktober, 19 Uhr
Öffentliche Präsentation
mit Pavel Taussig und Eva Stocker-Füzesi

• Tina Wagner · Fotografin, Filmerin, Künstlerin

• Pavel Taussig · Holocaustüberlebender, Bildender Künstler, Autor

• Eva Stocker-Füzesi · Holocaustüberlebende, Filmerin

• Petro Mischtschuk · Holocaustüberlebender Ukraine (digital)

Eintritt frei
Kino Cineplex, Gartenstraße 31, 99867 Gotha

Sa, 21. Oktober · 10 Uhr
Salam Kitchen – Interkultureller Kochworkshop
Ein Fest der Sinne! Beim Kochworkshop mit »Salam Kitchen« bereiten Kinder und ­Erwachsene ein köstliches orientalisches Mittagessen vor.

Christen und Atheisten, Juden und Muslime begegnen sich in Gotha und pflegen gute Nachbarschaft.
Das ungeschriebene Gesetz der Nachbarschaftshilfe lernte Malik Alkhalifa schon als Kind in Syrien kennen. In Freuden- oder Notzeiten hilft man sich gegenseitig: einer bringt Wasser und eine andere kocht Suppe für die Nachbarn.
Beim gemeinsamen Kochen kommen Menschen verschiedener Herkünfte für einen Vormittag zusammen. Man schneidet Salat und lernt sich kennen. So verlieren sich Berührungsängste und Vorurteile. Das Motto von Alexandra und Malik lautet: Zusammen kochen, essen und genießen!
Die zubereiteten Speisen werden beim Kiddusch, im Anschluss an die interreligiöse ­Begegnung, mit allen Gästen geteilt und verkostet.
Eine Produktion der ACHAVA Festspiele in Zusammenarbeit mit der Diakonie Gotha und der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Gotha.
Gemeinsames Mittagessen · 12.30 Uhr
nach der interreligiösen Begegnung zum Shabbat

• Malik Alkhalifa (SY)

• Alexandra Husemeyer (DE)

Eintritt frei (Spende erbeten)
Orangenhaus, Friedrichstraße 6, 99867 Gotha


Sa, 21. Oktober · 10 Uhr
Hört die Lieder! – Interreligiöse Begegnung zum Shabbat

Ein beliebter Gast bei den ACHAVA Fest­spiele ist seit mehreren Jahren Yoed Sorek, Kantor der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover. Erst im letzten Jahr verfolgten 140 Besucher:innen die lehr- und stimmungs­­reiche Einführung in einen jüdischen G’ttesdienst im Gothaer Augustinerkloster. Als Kantor hat er eine tragende Rolle in der jüdischen Liturgie.
Auch dieses Jahr sind Menschen jeden Glaubens und auch Menschen ohne religiöse Bindung eingeladen, sich dieser interreligiösen Begegnung zum Shabbat anzunähern, verständlich und charmant geleitet von Yoed Sorek und Pfarrerin Angela Fuhrmann (Kirchgemeinde Gotha). Mitsingen ist ebenso ­erwünscht wie Fragen im Anschluss.
Yoed Sorek studierte Gesang und Klavier an der Jerusalemer Akademie sowie in Den Haag und Mailand. Die Bandbreite seiner ­Aktivitäten ist beeindruckend, von Oper bis Konzert, vom klassischen Liederabend bis zum eigenen Programm »Simas Lieder«, in dem er jiddische Volkslieder im Andenken an seine Großmutter neu arrangiert hat. Am 22 Oktober singt er beim 410. Wartburgkonzert in Eisenach auf der Wartburg Synago­galmusik.
Im Anschluss an »Hört die Lieder« sind die Gäste herzlich zum gemeinsamen Festessen eingeladen. »Salam Kitchen« entführt mit feiner orientalischer Küche in die Levante.
Gemeinsames Mittagessen · 12.30 Uhr
Spenden für das Büffet erbeten.
Orangenhaus, Friedrichstraße 6, 99867 Gotha


So, 22. Oktober · 14.15–15.30 Uhr
Adi Liraz · neue bauhaus-kapelle weimar
Öffentlicher Umzug mit Kunstperformance und Musik

Mit der interdisziplinären Künstlerin und Pädagogin Adi Liraz und der wieder zum Leben erweckten Musik des niederländisch-jüdischen Swing-Duos »Johnny &amp Jones« durch die neue bauhaus­kapelle weimar bewegen wir uns bei diesem ungewöhnlichen wie ausdrucksstarken Umzug beschwingt zwischen Orten jüdischen ­Lebens.
Treffpunkt Jüdenstraße
Jüdenstraße 1
99867 Gotha

Jewish Land and Gypsy Style / Workshop 18. – 21. Okt
Musikworkshop und Abschlusskonzert
Eine musikalische Reise durch Freud und Leid · Lemberg – Gotha – Ohrdruf – Bukarest

Die Zusammenarbeit zwischen Helmut Eisel und den jungen Musiker:innen der Musikschule begann bei ACHAVA 2022. Es harmonierte auf Anhieb und das Abschlusskonzert im Kulturhaus Gotha endete mit Standing Ovations. Der Lehrkörper und die Schüler:innen der Musikschule bestanden auf ­einer Fortführung des Projekts, so dass dieses Jahr die Zusammenarbeit intensiviert wird. Mit dabei: Joscho Stephan, der beste Gypsy-Gitarrist Europas, der gemeinsam mit Helmut Eisel den Musikworkshop leitet.
Neben der Musik werden sich die jungen Menschen mit der Geschichte ihrer Region auseinandersetzen. Eine gemeinsame Begehung des KZ-Komplexes Ohrdruf/Jonastal steht auf dem Plan. Helmut Eisel hat für das ACHAVA Projektorchester und seine Musikerkollegen eigens Kompositionen ­geschrieben, die sich mit dem jüdischen Holocaust und dem Holocaust der Sinti und Roma im Nationalsozialismus auseinandersetzen.
Abschluss der gemeinsamen Arbeit ist ein öffentliches Konzert in der Augustinerkirche Gotha. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gelehrt, dass die Konzerte für Groß und Klein, für Mitwirkende und Gäste immer ganz besonderes Hightlight im Festivalkalender sind.

Abschlusskonzert So, 22. Oktober · 16 Uhr
Augustinerkloster Gotha

• ACHAVA Projekt Orchester · Schüler:innen der Musikschule »Louis Spohr« Gotha

• Helmut Eisel · Komposition, Klarinette, Künstlerische Leitung

• Joscho Stephan · Sologitarre, Künstlerische Leitung

• Günter Stephan · Rhythmusgitarre

• Volker Kamp · Bass

Eintritt 15€ | 10€ ermäßigt, Augustinerkirche, Klosterstraße, 99867 Gotha

Der jüdisch-christliche Jahreskalender 2023/2024
Erhältlich auf allen ACHAVA Veranstaltungen, gegen eine Spende, solange der Vorrat hält.

ACHAVA Festspiele Thüringen
Das mittlerweile größte jüdisch-interkulturelle Festival in Deutschland engagiert sich seit 2015 um den interkulturellen und interreligiösen Dialog in Thüringen. Träger ist der ACHAVA e.V.
Mehrere Formate bieten Anknüpfungspunkte und Gesprächsmöglichkeiten an, darunter Konzerte, Kochkurse, Workshops, Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Zeitzeugengespräche, u.a. in Weimar, Erfurt und Gotha. Eisenach lädt dieses Jahr bereits zur 5. Interkulturellen Begegnungswoche ein. Das Schülerforum im Thüringer Landtag und die Schülerpanels in verschiedenen Thüringer Schulen sind wichtige Bestandteile im Bildungsbereich. Der inoffizielle Start ist der 3. Oktober, der mit „Deutschland singt!“ in Weimar und Eisenach zum Gedenken an die deutsche Wiedervereinigung begangen wird.

Weitere Informationen zum Festival und Programm finden Sie auf www.achava-festspiele.de.

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