Das Café Suzette in Gotha schließt nach über 100 Jahren

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Am 23. Dezember schließen sich die Türen des Cafés von René Przybilla für immer.

Es ist eine schwere Entscheidung: Am 23. Dezember schließt das Café Suzette nach über 100 Jahren Cafébetrieb in der Bebelstraße 8 in Gotha. Konditormeister René Przybilla hatte das Café 2013 von seinen Eltern übernommen. Die Schwierigkeiten der Coronajahre spitzten die Probleme zu: „Die Türen schließen sich für immer.“ An dieser Stelle wird es kein neues Café geben.

1906 wurde dort eine Bäckerei und Konditorei eröffnet. 1981 wurde sie von Frank und Przybilla übernommen. Hochwertige Qualität stand seitdem im Mittelpunkt. „Ich habe immer auf Chemie in meinem Gebäck verzichtet“, sagt der Konditormeister. Er nutze gute Zutaten,
stelle alles selbst her – und muss deshalb auch einen entsprechenden Preis verlangen. Viele Menschen kamen besonders an den Wochenenden, um sich an seinen köstlichen Torten und Kuchen zu erfreuen. Aber auch Konfekt und Pralinen, Plätzchen, Eistorten oder Hochzeitskuchen verließen seine Backstube.

Doch dann kam erst Corona, danach stiegen die Energiepreise und die Inflation. „Ich kann meine zusätzlichen Kosten nicht mehr auf meine Waren aufschlagen, die kauft dann nämlich keiner mehr.“ Zugleich bemerkt er, wie die Kunden weniger wurden: „Kuchen braucht man nicht zum Überleben.“ Wer weniger Geld im eigenen Portemonnaie hat, geht nicht zum Konditor.

Viel Herzblut steckt in seinem Café Suzette. Jetzt kann er nicht mehr. „Am 23. Dezember schließt das Café, am 24. werden die letzten Weihnachtsbestellungen ausgeliefert. Dann ist endgültig Schluss.“ René Przybilla stehen die Tränen in den Augen. „Ich sehe in der nächsten Zeit keine Perspektive für das Café.“

Seinen Abschied will er würdig über die Bühne bringen. Auf der Facebookseite des Cafés wird er einen kleinen Wettbewerb ausrufen. Wer dort sein schönstes oder auch skurrilstes Erlebnis mit dem Suzette postet, nimmt an einer Verlosung teil. „Ja, die fünf Gewinner werden sich freuen“, ist sich René Przybilla gewiss.

Schon jetzt fängt er an, seine Zutatenvorräte in die letzten Torten und Kuchen zu verwandeln. Es soll nichts übrigbleiben oder weggeworfen werden. Ab dem 24.11. veranstaltet er auch einen kleinen Flohmarkt bei sich im Café. Dort können seine Backutensilien für kleines Geld erworben werden – Geräte, Hilfsmittel, halt alles, was in einer Konditorei so im Laufe der Jahre angeschafft und genutzt wurde. „Vielleicht freut sich ein Hobbybäcker darüber.“

Foto: © Bernd Seydel

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