Menschen in Gotha trauern um Queen Elisabeth II. von Großbritannien

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„Sie war nicht einfach nur eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Sie war ein Jahrhundert-Ereignis.“, mit diesen Worten zollt Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch der am 8. September 2022 verstorbenen englischen Königin Elisabeth II. seine Hochachtung. „Als meine Frau und ich ihr am 25. Juni 2015 im Garten des englischen Botschafters vorgestellt worden sind und sie mir die Hand reichte, habe ich diese Aura von Disziplin, Pflichterfüllung, Weltläufigkeit und Charme verspürt. Selten sind mir die Knie weich geworden, das war einer dieser seltenen Fälle.“ so das Stadtoberhaupt.

Die im Jahr 1926 geborene Monarchin mit der Abstammung aus dem Herzogshaus von Sachsen-Coburg und Gotha wusste zeitlebens aus den Schilderungen ihrer Familie, dass Flugzeuge mit dem Namen „The Gothas“, sogenannte Langstreckenbomber G V., im Jahr 1917 die englische Hauptstadt London bombardierten und ihrem Heimatland großen Schaden zufügten. Im II. Weltkrieg stand sie als Kronprinzessin an der Seite der englischen Truppen gegen Hitlerdeutschland. Sie sah ihr Leben als große Friedensmission, denn sie hat es verstanden immer wieder Brücken aufzubauen, zu verzeihen, aber nie zu vergessen. Kein Land der Erde hat sie mehr auf offiziellen Staatsreisen besucht als Deutschland, zuletzt 2015.

Queen Elisabeth II. von Großbritannien ist eine Urenkelin von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha und seiner Frau Queen Victoria von Großbritannien, deren Mutter ebenfalls eine Prinzessin aus dem Hause Sachsen-Coburg-Saalfeld war. Sowohl das Haus Sachsen-Coburg und Gotha wie auch das Haus Sachsen-Coburg-Saalfeld entstammen dem Haus Sachsen-Gotha, dessen Gründer 1640 Herzog Ernst „der Fromme“ war. Doch die Wurzeln der Königin reichen noch viel weiter zurück, denn sie ist auch eine Nachkommin von Augusta Dowager Princess of Wales (1719-1772), der Schwiegertochter von König Georg II. von Großbritannien (1683-1760) und Mutter von König Georg III. von Großbritannien (1738-1820), dem Großvater von Queen Victoria von Großbritannien (1819-1901), der Gemahlin von Prinz Albert (1818-1861). Und man kann auch noch weiter in die Geschichte eintauchen, dann ist Elisabeth Markgräfin von Meißen und Landgräfin von Thüringen (1286-1359), die Gotha zu einer führenden Residenz in Deutschland ausbaute, eine der ersten Stammmütter der Queen.

„Mein Mitgefühl gilt ihren drei Söhnen, ihrer Tochter Anne sowie ihren Enkelinnen, den Enkeln und deren Nachkommen. Wenn die Welt ein großes Staatsoberhaupt verloren hat, so ist der Familie die Mutter, Großmutter und Urgroßmutter genommen worden. Ich kenne diesen Schmerz.“ sagte der Oberbürgermeister, der in einer Kondolenz an die Familie das Mitgefühl der Bürgerinnen und Bürger zum Ausdruck brachte.

Seit dem Jahr 2007, als im Gothaer Friedensgespräch die offizielle Entschuldigung der Stadt vor den Opfern des Bombardements von 1917 erfolgte, steht Gotha im ständigen Kontakt zum englischen Königshaus und Queen Elisabeth II. übernahm im Jahr 2011 die Schirmherrschaft des Deutsch-Englischen Jahres in Gotha. Bereits 2009 hatte der Prince of Wales die Schirmherrschaft für die Exposition „Ein Prinz entdeckt die Welt. Die Reisen und Sammlungen Herzog Alfreds von Sachsen-Coburg und Gotha“ übernommen. Für eine Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein im Jahr 2012 entsandte die Königin sogar einmal einen gelben Hut, der zu wahren Besucherströmen im größten frühbarocken Schloss Europas in Gotha führte.

Aus Ehrerbietung vor dem dienstlängsten Staatsoberhaupt der Welt wird in Gotha am Tage der Beisetzung von Queen Elisabeth II. die Flagge am Rathaus auf Halbmast gehisst.

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