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Sozialarbeit: Drei weitere Schulstandorte profitieren

Jugendhilfeausschuss gibt grünes Licht für drei Stellen ab 2022/23

Die Schulsozialarbeit im Landkreis Gotha wird ab September auf drei zusätzliche Schulstandorte ausgeweitet. Der Jugendhilfeausschuss gab kürzlich die notwendigen Mittel für drei weitere Stellen für Schulsozialarbeiter frei. Zum Einsatz kommen sollen sie an der Regelschule Molschleben, der Regelschule Günthersleben-Wechmar und am Gymnasium Arnoldischule in Gotha. Damit zählen dann 33 Kolleginnen und Kollegen zur Riege der Engagierten, die sich der Kinder und Jugendlichen an den Schulen über die pädagogischen Belange hinaus annehmen. Die Regiestelle für den Einsatz der Sozialarbeiter ist im Jugendamt angesiedelt.

„Schulsozialarbeit leben wir im Landkreis Gotha seit 2013 aktiv. Inzwischen verfügen fast alle Grund-, Regel- und Berufsschulen sowie das Förderzentrum Lucas Cranach über mindestens einen Schulsozialarbeiter. Mit der Arnoldischule kommt das Thema jetzt auch in den Gymnasien an, was wir sehr begrüßen“, fasst der Zweite Beigeordnete und Sozialdezernent Thomas Fröhlich zusammen. Schließlich leiste Schulsozialarbeit wichtige flankierende Hilfe im Sozialraum Schule und biete Orientierung und ein offenes Ohr für die heranwachsenden jungen Menschen.

Grundsätzlich stellt Schulsozialarbeit die Förderung der individuellen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen in den Mittelpunkt. Sie schafft Angebote über das schulische Maß hinaus, um individuelle Fähigkeiten zu fördern und soziale Benachteiligung auszugleichen. Ferner unterstützt sie bei der Entwicklung von Lebensperspektiven sowie bei der Selbstreflektion, stärkt Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung und soll eine Brückenfunktion zwischen Schule, Elternhaus und – sofern notwendig – weiteren Hilfsinstanzen einnehmen. Als Anlaufpunkt steht sie auch dem Lehrpersonal und den Eltern offen.

Hintergrund: Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit in Thüringen definiert sich als Angebot der Jugendhilfe im Lern- und Lebensraum Schule. Sie setzt an Problemlagen an, die in der Schule in Erscheinung treten und Kinder und Jugendliche am Lernen hindern. Dabei ergänzt und unterstützt sie als sozialpädagogisches Angebot den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule. Sie ist sowohl Teil der Jugendhilfeplanung des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe als auch des Schulprofils innerhalb des Schulentwicklungsprogrammes der jeweiligen Schule. Seit Beginn des Schuljahres 2013/ 2014 fördert das Land Thüringen die Schulsozialarbeit in einem erheblichen finanziellen Umfang. Der Landkreis Gotha hat im Jahr 2013 in enger Abstimmung mit den Schulen, den Schulträgern und auf der Grundlage von Beschlüssen des Jugendhilfeausschusses der Region zunächst an fast allen Regelschulen und an den beiden Berufsschulen dieses Angebot etabliert. Mit der Erweiterung der finanziellen Rahmenbedingungen des Landes Thüringen sind seit 2019 auch die Mehrheit der Grundschulen im Stadt- und Landkreis Gotha sowie die Förderschule mit Schulsozialarbeitern ausgestattet.

Grundlage für den Einsatz der Schulsozialarbeiter waren stets Interessenbekundungsverfahren der jeweiligen Schule, die auch darauf ausgerichtet waren, dass der jeweilige Standort selbst, sich zu Schulsozialarbeit bekennen und die Notwendigkeit sowie den Einsatzbereich des Schulsozialarbeiters beschreiben sollte.

Die Partner des Landkreises Gotha sind dabei die freien Träger der Jugendhilfe im Landkreis Gotha, namentlich das Diakoniewerk Gotha, die Evang.-luth. Superintendentur Gotha, der Kreisjugendring Gotha e. V., die Sunshinehouse gGmbH Gotha und der Internationale Bund Mitte gGmbH. Im Haushaltsjahr 2022 sind 1,525 Mio. Euro für diese Aufgabe im Kreishaushalt eingeplant.

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