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Drastische Lieferkürzungen von AstraZeneca zwingen Thüringen zum Stopp der Terminvergabe

Am Freitagabend hat das Bundesgesundheitsministerium die Gesundheitsministerien der Länder darüber informiert, dass der Impfstoffhersteller AstraZeneca für die zweite Märzhälfte umfassende Lieferkürzungen angekündigt hat. In der 11. und 12. Kalenderwoche sollen statt der angekündigten 31.200 Impfdosen nur 9.600 Impfdosen nach Thüringen geliefert werden. Da Thüringen alle erwarteten Lieferungen bereits mit Terminen untersetzt hatte, wirkt sich das Minus von 21.600 Impfdosen unmittelbar auf die Impforganisation aus.

Als erste Reaktion musste noch am gestrigen Abend die Terminvergabe für die letzten offenen Termine im Ostthüringer Impfzentrum in Gera gestoppt werden. Außerdem wird ein Teil der bereits gebuchten Impftermine mit den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer oder Moderna durchgeführt werden. Die für kommende Woche angekündigte Lieferung von 10.800 Impfdosen des Moderna-Impfstoffs sollte eigentlich für das Modellprojekt zur Einbindung der Hausärzte genutzt werden. Dieses Vorhaben kann nun im März nicht mehr starten. Auch die Eröffnung von zwei überregionalen Impfzentren im Norden und im Süden Thüringens nach Ostern liegt damit erst einmal auf Eis. Nur, wenn verlässliche Planungen möglich sind, können auch weiter Kapazitäten aufgebaut werden.

Dazu erklärt Gesundheitsministerin Heike Werner: „Die Mitteilung zum Freitagabend über eine derart drastische Lieferkürzung ist absolut inakzeptabel. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Länder im Februar mehrfach öffentlich aufgefordert, von AstraZeneca keinen Impfstoff zurückzuhalten, weil die Liefermengen sicher seien. Genau das haben wir getan und jede einzelne Impfdosis verplant. Jetzt zwingt uns die Ankündigung aus dem Bundesgesundheitsministerium zu einem Stopp unserer Terminvergabe und zur Verschiebung der Einbindung der Hausärzte. Das ist mehr als ärgerlich. Damit ist auch der letzte Funke an Vertrauen in verbindliche Zusagen erloschen. Ich fordere den Bundesgesundheitsminister auf, sofort zu intervenieren.“

Mit der veranlassten Umplanung will das Thüringer Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung sicherstellen, dass keiner der bereits gebuchten Termine vom März in den April verschoben werden muss. Zudem läuft die Planung für April bereits auf Hochtouren. Neue Termine im Internetportal werden freigeschaltet, sobald die genauen Liefermengen bekannt sind. Das ist aktuell noch nicht der Fall.

Gesundheitsministerin Werner: „Wichtigstes Ziel ist jetzt, dass alle für März gebuchten Impftermine auch stattfinden können. Die Verunsicherung, die mit einer Terminverschiebung einhergeht, möchte ich niemandem zumuten. Und es ist wichtig für die Impfbereitschaft der Menschen, dass wenigstens wir verlässlich bleiben. Im Moment bin ich vorsichtig optimistisch, dass uns das gelingt. Wenn das sichergestellt ist, planen wir weiter. Die Terminvergabe soll so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. Dazu brauchen wir jetzt zügig Informationen zu den Lieferungen im April.“

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