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Neue Ausstellung im KunstForum Gotha zeigt bis 12. Juli 2020 Retrospektive des Gräfenhainers Gert Weber.

Die aktuelle Ausstellung im KunstForum Gotha spiegelt unter dem Titel „Malen gegen die Ohnmacht“ Erfahrungen aus dem Leben des Malers Gert Weber wider. Weber konnte während der DDR-Zeit nur im Schatten der Kirche ausstellen und arbeiten. Vom offiziellen Kunst- und Kulturbetrieb ferngehalten, entstanden während der 1980er Jahre zahlreiche systemkritische Werke, wie die fünfteilige Allegorie „Alte Männer“ (1988), die nun seit langer Zeit wieder in Thüringen zu sehen sein wird. Die Ausstellung zeigt als Überblick über Webers Schaffensperiode von 1974 bis zur Gegenwart 65 seiner Werke.

Nach dem politischen Umbruch behielt Gert Weber seinen kritischen Blick für die Missstände in der Welt bei. Das 2×3 Meter große Ölbild „Klagemauer“ zeigt die Leiden der unbekannten und unbenannten Drangsalierten, deren Druck das ordnende und beklemmende Gefüge der Mauer kaum länger zu widerstehen vermag. Das Ölbild „Fast-Nacht“ (1988) fügt sich ebenfalls nahtlos in das seit fast 30 Jahren wiederkehrende Ohnmachtsthema ein: Nicht die fünfte Jahreszeit hinterlassen hier ihre bleibenden Spuren, sondern vielmehr die Dämmerung vor der Nacht ohne Morgen als Symbol der Hoffnungslosigkeit. Die mahnende Botschaft in Webers Werken soll aber nicht als Negation des Lebens verstanden werden. „Wenn er auch weiterhin den Blick auf die dunklen Seiten des menschlichen Daseins lenkt, ist dies immer mit dem Glauben an die menschliche Vernunft und Toleranz gekoppelt, die auch jederzeit in hellere Sphären führen können“, analysierte Winfried Wiegand, Direktor der Meininger Museen.

Aus einer tief empfundenen Religiosität ergibt sich auch der zweite Themenkreis zur Passion. Die Leidensgeschichte Jesu fordert Weber zu immer neuen Interpretationen heraus, von denen er rund 20 zeichnerische Arbeiten auf Papier präsentiert. Des Malers Mission: Dem Leiden Gesicht und Gestalt zu verleihen, um auf diese Weise zur Humanität aufzurufen bzw. zu mahnen.

Die Ausstellung „Malen gegen die Ohnmacht“ von Gert Weber wird unterstützt durch die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen sowie ART-regio – dem Kulturengagement der SparkassenVersicherung. Das KunstForum Gotha befindet sich in der Querstraße 13-15 und hat wie gewohnt von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen in der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Ausstellung kostet 4,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro. Im Foyer können interessierte Besucher zudem den Ausstellungskatalog erwerben. Ein Getränkeverkauf kann zurzeit nicht angeboten werden. Weitere Informationen zum KunstForum Gotha und zur Ausstellung sind unter: www.kunstforum-gotha.de nachlesbar.

Aktuelle Einschränkungen für Besucher im KunstForum Gotha:

· maximal zehn Besucher gleichzeitig

· Abstandseinhaltung von mindestens 1,5 Meter zu haushaltsfremden Personen

· Tragen eines Mundschutzes

· separater Ein- und Ausgang (gekennzeichnet)

· Führungsrichtung in der Ausstellung beachten (gekennzeichnet)

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