Im Kreis Gotha sind 75 Prozent der Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand

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Frauentag am 8. März: NGG warnt vor prekärer Beschäftigung

Prekäre Arbeit ist meist weiblich: Im Landkreis Gotha sind aktuell 75 Prozent aller Beschäftigten, die einen Teilzeit- oder Minijob haben, Frauen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zum Internationalen Frauentag am 8. März hingewiesen. Die NGG beruft sich hierbei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit – und fordert größere Anstrengungen bei der Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt.

„Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus, obwohl sie mehr zahlen müssten“, kritisiert Jens Löbel von der NGG-Region Thüringen. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen – etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. „Die Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen“, so Löbel. Laut Arbeitsagentur sind im Kreis Gotha 69 Prozent aller Teilzeitstellen im Gastgewerbe in Frauenhand.

Der NGG-Geschäftsführer spricht zudem von einer Karrierefalle: „Wer nur 20 oder 25 Stunden pro Woche arbeitet, hat es beim beruflichen Aufstieg deutlich schwerer.“ Das gehe aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Danach sind für Teilzeitbeschäftigte Gehaltszuwächse und Beförderungen seltener.

Die Gewerkschaft fordert die Unternehmen auf, mehr prekäre Jobs in sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen umzuwandeln. „Das ist auch das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel“, so Löbel. Zugleich müsse die Politik mehr tun und einen gesetzlichen Anspruch auf „gleiches Geld für gleichwertige Arbeit“ anpacken – „der dann auch Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt wird“.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. In Ostdeutschland ist die Lohnlücke mit sieben Prozent jedoch deutlich kleiner.

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