NachrichtenStadt Gotha

Hannah-Höch-Ehrung 2019 an Ute Mixanek

Lotte Reimers mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Zum zwölften Mal wurde heute das Wirken einer Gothaer Künstlerin mit der „Hannah-Höch-Ehrung“ gewürdigt. In diesem Jahr fiel die Entscheidung der Jury auf die Pädagogin Ute Mixanek, die von Dr. Lutz Wagner und dem Verein der Freunde und Förderer des Gymnasium Ernestinum Gotha vorgeschlagen wurde. Die Deidesheimerin Lotte Reimers wurde im Rahmen der Veranstaltung mit dem „Hannah-Höch-Ehrenpreis“ ausgezeichnet. Oberbürgermeister Knut Kreuch hielt die Laudatio auf die Preisträgerin und würdigte das Engagement der Ehrenpreisträgerin.

Ute Mixanek, der die Hannah-Höch-Ehrung zum 130. Geburtstag der Künstlerin zugesprochen wurde, ist als Lehrerin für Kunsterziehung am Gymnasium Ernestinum tätig und dort auf besondere Weise für ihre Schülerinnen und Schüler engagiert. Sie sprüht dabei vor Ideen und inspiriert die Schülerinnen und Schüler beim Zeichnen und Gestalten. Dabei stellt sie immer höchste Anforderungen an sich selbst und an ihre Schüler.

Ihr Credo ist, ob gezeichnet, gemalt, gestaltet, geformt, modelliert wird – probiert wird so lange, bis das Bild oder das Kunstobjekt fertig ist. Egal wie lange jeder Einzelne dafür an Zeit benötigt. Auch am Nachmittag oder in den Ferien kann unter ihrer Anleitung gearbeitet werden. Sie ist dafür immer bereit. Im Tonkeller des Gymnasiums geht es dabei oft zu wie im sogenannten „Ameisenhaufen“. Dort strömen Schüler, Eltern, Lehrer, Ehemalige, Omas und Opas durch das Schulhaus, es herrscht einfach immer großer Andrang. Jedes Jahr vor Weihnachten beginnt die kreativste Zeit und dann läuft der Brennofen Tag und Nacht, weil der Weihnachtsbasar vor der Tür steht und so manches Weihnachtsgeschenk unter ihren Augen entsteht.

Oft brennt bis in die Abendstunden Licht in der Keramikwerkstatt des Ernestinums. Nichts wird dabei dem Zufall überlassen. Erst muss alles perfekt vorbereitet sein, dann werden die Kunstwerke mit genauer Beschriftung zu Wettbewerben und Ausstellungen eingereicht. Das ist ein Garant für ihren Erfolg und den ihrer Schülerinnen und Schüler.

Direktor Dr. Lutz Wagner sagt über sie: „Ihr Lächeln ist wichtig. Dann ist die Welt für Frau Mixanek in Ordnung. Störungen in ihrem Umfeld sollten vermieden werden. Die Bilder und Modelle im ‚Kunsttempel‘ dürfen nicht verrückt werden. Das erzeugt Chaos“.

In Gedenken und Erinnerung an Gothas berühmteste Tochter Hannah Höch veranstaltet die Stadt Gotha jedes Jahr im November, die „Hannah-Höch-Ehrung“. Die Veranstaltung wird zum Anlass genommen, das künstlerische Schaffen Gothaer Frauen zu würdigen. Geehrt werden Künstlerinnen aller Genres, sowie kunst- und kulturinteressierte Frauen, die in Gotha geboren wurden oder lebten und einen engen Bezug zu Gotha haben. Vorschläge, wessen Werk mit der „Hannah-Höch-Ehrung“ gewürdigt werden soll, konnten Gothaer Bürgerinnen und Bürger bei der Stadtverwaltung Gotha einreichen.

Hannah-Höch-Preisträgerinnen der Residenzstadt Gotha

2008: Ingrid Seyffarth
2009: Helga Wilfroth
2010: Kerstin Damm
2011: Margarete Metze
2012: Natali Schmidt
2013: Jutta Amling
2014: Andrea Drewlo
2015: Daniela Rockstuhl
2016: Barbara Klose
2017: Monika Wilde
2018: Beate Aé Karguth
2019: Ute Mixanek

Oberbürgermeister Knut Kreuch zeichnete im Rahmen der heutigen „Hannah-Höch-Ehrung“ auch die aus Deidesheim in Rheinland-Pfalz stammende Lotte Reimers aus. Sie ist nicht nur eine herausragende Künstlerin der europäischen Keramikszene, sondern zugleich auch eine Sammlerin und Mäzenin zeitgenössischer Keramikkunst. Unmittelbar nach dem Mauerfall 1989 suchte sie den nun ungehindert möglichen Kontakt zu ostdeutschen Keramikkünstlerinnen und -künstlern, förderte sie, erwarb mit Kennerblick deren Arbeiten und bezog sie in ihre Sammlung und Ausstellungen ein. Auch den breit gefächerten Sammlungen des Schlosses Friedenstein in Gotha fühlt sich Lotte Reimers seit mehr als 20 Jahren eng verbunden. Im Jahr 2000 initiierte sie dort die große Sonderausstellung. In den darauffolgenden Jahren schenkte die Künstlerin dem Schlossmuseum der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha mehr als 120 eigene Arbeiten. Aus ihrem Privatbesitz übereignete sie der Stiftung im Jahr 2017 eine mit großer Kennerschaft zusammengetragene Sammlung internationaler Keramikkunst mit 301 Werken von 115 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt. Zudem initiierte und finanzierte sie den 2018 erschienenen Bestandskatalog „KERAMISCHE HORIZONTE. Die Lotte Reimers-Stiftung auf Schloss Friedenstein in Gotha“. 170 Werke aus dieser exzellenten Sammlung der Lotte Reimers-Stiftung werden derzeit erstmals in Gotha gezeigt – sowohl in der Sonderausstellungshalle, als auch in spannenden Zwiegesprächen mit historischen Kunstwerken in den Dauerausstellungen des Herzoglichen Museums.

Die Hannah-Höch-Ehrung, die seit 2008 von Kerstin Tornow, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadtverwaltung Gotha, organisiert wird, wurde diesmal von „Klatschmohn – das Thüringer Damensalontrio der besonderen Art“ (Judith Rotter, Eszter Rotter, Heike Besen) musikalisch begleitet.

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