Behinderte Menschen partizipieren weniger von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt

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Beschäftigungspflicht im Kreis Gotha nicht erfüllt

Der 3. Dezember ist der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen“. Diesen Tag nutzt die Agentur für Arbeit Gotha für einen Blick auf die Beschäftigungssituation von betroffenen Menschen. Im Landkreis Gotha stieg die Zahl der schwerbehinderten Menschen, die einer Beschäftigung nachgehen, in den letzten fünf Jahren um fast ein Drittel an. Die aktuelle Auswertung der beschäftigungspflichtigen Unternehmen* der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass 1.652 Menschen mit einer Schwerbehinderung in Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern beschäftigt sind.

Trotz dieser positiven Entwicklung erfüllten viele Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote von 5,0 Prozent nicht. Insbesondere private Unternehmen haben hier noch Nachholbedarf, denn die Quote lag mit 3,9 Prozent unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert. Dagegen waren bei öffentlichen Arbeitgebern 7,6 Prozent aller Beschäftigten Menschen mit einer Behinderung.

Die meisten Schwerbehinderten arbeiten in der öffentlichen Verwaltung (480), gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe (428), dem Gesundheits- und Sozialwesen (200) sowie dem Bereich Verkehr/Lagerei (110).

„Die meisten Menschen sind nicht von Geburt an schwerbehindert. Die gesundheitlichen Einschränkungen stellt sich oft erst im Lauf des Lebens durch Krankheit oder Unfall ein. So sind im Landkreis Gotha 4 von 5 beschäftigten Schwerbehinderten älter als 45 Jahre. Das Fachwissen dieser betroffenen Mitarbeiter gilt es im Unternehmen zu halten. Daher sollten Firmen sich bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten noch stärker engagieren. Ebenso gilt es, das Fachkräftepotential bei der Neueinstellung komplett zu nutzen. Menschen mit einer Behinderung sind überwiegend gut ausgebildet und hoch motiviert. Dies zeigen uns positive Beispiele aus der Praxis“, betonte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Noch immer bestehen Vorbehalte gegen die Beschäftigung von Menschen mit einem Handicap. Während einer Probebeschäftigung, die bis zu drei Monaten dauern kann, können das Unternehmen und die Betroffenen testen, ob sie die Aufgaben in der Praxis gut erledigen können. Auch bei der Ausstattung oder Umgestaltung des Arbeitsplatzes berät die Arbeitsagentur und kann finanziell unterstützen.

Aktuell sind im Landkreis Gotha 403 Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. „Trotz der wirtschaftlich guten Lage auf dem Arbeitsmarkt profitieren Schwerbehinderte nicht im selben Umfang wie Nichtbehinderte. Viele Vorurteile existieren nur in den Köpfen und erweisen sich in der Praxis als haltlos“, so Ina Benad.

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