Mittelständler entscheiden Busverkehrs-Ausschreibung für sich

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Europaweites Vergabeverfahren abgeschlossen

Mit der Zuschlagserteilung an die Bietergemeinschaft der Wollschläger & Partner GmbH, der Lorenz & Sohn GmbH, der Büchner Omnibus GmbH und der Omnibus- und Güterverkehr Klaus Gessert e. K. für die Gesamtleistung ist kürzlich das europaweite Vergabeverfahren zur Erbringung des Busverkehrs im Landkreis Gotha ab 1. Juli 2019 zu Ende gegangen. Der Kreistag hatte den entsprechenden Vergabevorschlag unlängst in nicht öffentlicher Sitzung bestätigt und gleichzeitig die Veröffentlichung des Ergebnisses beschlossen. In der Vergabekammer beim Thüringer Landesverwaltungsamt ist kein Antrag auf Nachprüfung der Zuschlagserteilung eingegangen.

Die Ausschreibung wurde, nach vorheriger Vorab-Bekanntmachung im Frühjahr 2017, Anfang April 2018 veröffentlicht. Insgesamt bewarben sich sechs Bieter und Bietergemeinschaften aus dem In- und Ausland um die Leistung. Sie umfasste vier Bediengebiete im Landkreis und damit vier Lose, um den Wettbewerb mittelstandsfreundlich zu gestalten. In der Summe beläuft sich das Volumen aller vier Lose auf rund 4,3 Mio. Fahrplankilometer pro Jahr. Der Leistungszeitraum erstreckt sich auf zehn Jahre und beginnt zum 1. Juli 2019.

Zur Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebotes wurden neben dem Preis auch qualitative Faktoren in die Bewertung einbezogen: So konnten Bieter ihre Platzierung beispielsweise durch Steigerung des Einsatzes barrierefreier Fahrzeuge oder mithilfe einer hohen Energieeffizienz ihrer Fahrzeugflotte verbessern. Ebenfalls intensiv geprüft wurde die Einhaltung der Tarifvereinbarungen für das Fahrpersonal und die Plausibilität der Kalkulation insgesamt. Fazit der Beratungsgesellschaft Econum, die im Auftrag der Nahverkehrs­gesellschaft des Landkreises Gotha das Ausschreibungsverfahren begleitete: Die bezuschlagten Angebote sehen die Anwendung des MDO-Tarifs und den ausschließlichen Einsatz von barrierefreien Bussen ab 1.1.2020 vor. Ferner werden die kalkulierten Entgelte als auskömmlich und wirtschaftlich angesehen – was angesichts der jüngeren Ereignisse im ÖPNV des Landkreises Gotha eine wichtige Aussage darstellt.

Die Weichen für das nun beendete Wettbewerbsverfahren wurden bereits im Sommer 2016 mit dem Beschluss zum Nahverkehrsplan und zur Gründung der Nahverkehrsgesellschaft des Landkreises Gotha gestellt. Damit einher ging die Entscheidung, die Organisations- und Managementleistungen im Busverkehr künftig von der reinen Verkehrsleistung zu trennen und somit den wettbewerbsrechtlichen Vorgaben der Europäischen Union Rechnung zu tragen. Das bisherige Organisationsmodell der Regionalen Verkehrsgemeinschaft – als Verkehrs­managementgesellschaft unter gesellschaftsrechtlicher Beteiligung der ausführenden, den Verkehr erbringenden Unternehmen – konnte diese unionsrechtlichen Vorgaben nicht länger erfüllen, weshalb die 2009 getroffene Betrauungsvereinbarung als Übergangsregelung nun zum 30.06.2019 ausläuft.

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