„CHECKST DU?“ – Thüringer Sozialministerium startet Kampagne zum Schutz vor K.O.-Tropfen
Unter dem Motto „CHECKST DU?“ startet das Thüringer Sozialministerium eine Kampagne zum Schutz vor K.O.-Tropfen in Clubs, Diskotheken und der Thüringer Feierszene. Die Kampagne soll für das Thema sensibilisieren, Beschäftigte und Verantwortliche in Clubs im Umgang mit Verdachtsfällen unterstützen und dazu beitragen, dass Betroffene schnell und angemessen Hilfe erhalten.
Dabei geht es nicht darum, die Verantwortung für den Schutz vor K.O.-Tropfen den potenziell Betroffenen zu übertragen. Wer anderen heimlich Substanzen verabreicht, trägt die Verantwortung für diese Gewalttat.
„Wer den Einsatz von K.O.-Tropfen vermutet, sollte den Verdacht ernst nehmen und nicht wegschauen. Gerade beim Feiern kommt es darauf an, aufmerksam zu sein, Betroffene zu unterstützen und im richtigen Moment zu handeln. Sicheres Feiern darf aber nicht davon abhängen, dass insbesondere Frauen ständig ihr Getränk im Blick behalten oder sich selbst vor Übergriffen schützen müssen. Verantwortung tragen diejenigen, die K.O.-Tropfen einsetzen. Gleichzeitig können Clubs und ihr Personal viel dazu beitragen, Übergriffe zu verhindern und Betroffenen schnell zu helfen. Mit ‚CHECKST DU?‘ geben wir den Betreibern und Beschäftigten von Clubs konkrete und alltagstaugliche Hilfestellungen an die Hand. Gleichzeitig sorgen wir mit Getränkeschützern, Postern und weiteren Informationsträgern für Aufmerksamkeit bei den Gästen“, sagt Sozialministerin Katharina Schenk.
Zum Start der Kampagne erhalten Clubs und Diskotheken ein Kampagnenkit mit Materialien für den Einsatz vor Ort. Dazu gehören eine praxisorientierte Checkliste, Poster, Aufkleber, Bierdeckel und Getränkeschützer. Die Materialien können über das Thüringer Sozialministerium nach Bedarf bestellt werden.
Damit soll das Thema dort sichtbar werden, wo Prävention und schnelles Handeln besonders wichtig sind: direkt im Club – bei Beschäftigten ebenso wie beim Publikum. Im Mittelpunkt steht dabei eine gemeinsame Kultur des Hinschauens und Eingreifens.
Vorbeugen, erkennen und handeln
Die Checkliste „Schutz vor K.O.-Tropfen im Club – Hinschauen. Handeln. Schützen.“ bündelt konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Cluballtag. Sie gliedert sich in die drei Bereiche Vorbeugen, Erkennen und Handeln.
Im Rahmen der Kampagne wird bei einem entsprechenden Vorfall auch auf die Sicherung wichtiger Spuren verwiesen. Betroffene können sich jederzeit an die Vertrauliche Spurensicherung wenden. Die Nummer findet sich auf der Checkliste und den Postern der Kampagne.
„Prävention funktioniert dann besonders gut, wenn Verantwortung gemeinsam übernommen wird. Deshalb richten wir uns ausdrücklich auch an die Menschen, die Clubs betreiben und dort arbeiten. Sie können Situationen früh erkennen, Betroffenen glauben, schnell Unterstützung organisieren und dafür sorgen, dass niemand mit seinem Verdacht allein bleibt. Unser Ziel ist ein Umfeld, in dem Menschen sicher feiern können und in dem bei einem Übergriff hingeschaut und gehandelt wird“, so Ministerin Schenk.
Die Bedeutung des Themas zeigt sich auch auf parlamentarischer Ebene: Der Thüringer Landtag befasst sich heute mit einem Antrag der Fraktionen SPD, CDU und Thüringen.Gerecht. Dieser fordert unter anderem eine Stärkung der Prävention und Sensibilisierung sowie eine bessere statistische Erfassung von Straftaten im Zusammenhang mit K.O.-Tropfen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Mit „CHECKST DU?“ setzt das Thüringer Sozialministerium auf Information, Aufmerksamkeit und gemeinsames Handeln. Clubs und Diskotheken sind wichtige Orte, an denen Beschäftigte und Gäste gemeinsam dazu beitragen können, kritische Situationen frühzeitig wahrzunehmen und Betroffene zu unterstützen. Entscheidend ist dabei: Die Verantwortung für einen Übergriff liegt immer bei der Person, die ihn begeht. Prävention bedeutet nicht, diese Verantwortung auf mögliche Betroffene zu verlagern, sondern Strukturen zu schaffen, die Übergriffe erschweren und schnelle Hilfe ermöglichen.
Die Kampagne macht deutlich: Hinschauen schützt. Zuhören hilft. Handeln ist entscheidend.
Weitere Informationen zur Kampagne:
www.gleichstellungsbeauftragte-thueringen.de/ko-tropfen
Informationen zur Vertraulichen Spurensicherung:
Universitätsklinikum Jena – Vertrauliche Spurensicherung

