Gotha: Orangerie-Freunde blicken auf 20 Jahre Engagement zurück

Foto: Uwe Ulrich
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20 Jahre Orangerie-Freunde e. V. – Eine Erfolgsgeschichte

Gotha. Der Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der im Juni 2006 gegründet wurde. Der Verein setzt sich zum Ziel, die Erhaltung der Orangerie von Schloss Friedenstein als öffentliche Einrichtung mit seinen Mitteln zu unterstützen. Derzeit zählt der Verein 52 Mitglieder, die alle ehrenamtlich tätig sind.

Die Orangerie Gotha ist eine spätbarocke Gartenanlage aus dem 18. Jahrhundert, die zu den Parkanlagen des Schlosses Friedenstein in Gotha gehört. Sie ist nicht nur die größte Orangerie Thüringens, sondern auch eine der größten derartigen Anlagen im deutschsprachigen Raum.

In der wechselhaften Geschichte gab es viele Höhen und Tiefen sowie wechselnde Nutzungen der Gebäude und des Orangerie-Parterres. Erinnert sei hier an die Bibliothek im Orangenhaus (1950–2014) und an das „Orangerie-Café“ im Lorbeerhaus (1960–1986). Im 20. Jahrhundert ging auch der Bestand an Orangen-, Zitrus- und Lorbeerbäumchen, den Namensgebern der Orangerie, verloren.

Die Stadt Gotha bewarb sich 1994 als Standort der geplanten Thüringer Spielbank und hoffte darauf, bei einer Konzessionserteilung vor allem das verfallende Lorbeerhaus, das ebenfalls leerstehende Hofgärtnerhaus und das benachbarte Winterpalais sanieren zu können. Nach siebenjähriger Diskussion um den künftigen Spielbankstandort in Thüringen war die Gothaer Orangerie 2001 als letzter Mitbewerber aus dem Rennen, den Zuschlag erhielt die Landeshauptstadt. Der Zustand der seit 1994 für das Spielbank-Projekt freigehaltenen Gebäude verschlechterte sich weiter.

Schloss und Park Friedenstein sowie die Orangerie gingen 2004 von der Stadt Gotha in den Besitz der 1994 gegründeten Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten über.

In der Fernsehsendung „Ein Schloss wird gewinnen“ des MDR gewannen die Gothaer am 7. Mai 2006 durch ihre Anrufe überraschend 500.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Sanierung des maroden Lorbeerhauses. Im Juni 2006 gründeten engagierte Bürger, die im Vorfeld der Sendung zur Beteiligung an der Telefonabstimmung aufgerufen hatten, den Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e. V., der im Herbst mit der Beräumung des ehemaligen HO-Orangerie-Cafés begann. Auch der einstige Kaffeegarten hinter dem Lorbeerhaus wurde durch die Vereinsmitglieder von über Jahre abgelagertem Müll befreit.

Wesentliche Ziele des Vereins sind die Unterstützung der Sanierung des Lorbeerhauses und der Erhalt aller Orangeriegebäude, die Erweiterung des Pflanzenbestandes und der Garteneinrichtung, die Bekanntmachung der Geschichte und Bedeutung der Orangerie über die Residenzstadt hinaus sowie die Förderung der Vermarktung als touristische Sehenswürdigkeit.

Um diese Ziele zu erreichen, stehen die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, beispielsweise Konzerten und Ausstellungen, im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.

Um aus einem Garten wieder eine Orangerie entstehen zu lassen, wurden etwa 300 Orangen- und Lorbeerbäumchen samt Pflanzkübeln für rund 70.000 Euro über Spenden und Eigenmittel beschafft. Fast 110.000 Euro stellte der Verein der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für die Sanierung des Lorbeerhauses zur Verfügung.

Bei einem Brandanschlag auf den Westpavillon des Lorbeerhauses im April 2009 wurden zwei Fenster und der gerade sanierte Innenraum schwer beschädigt. Über zwei Konzerte in der Orangerie konnte der Verein Spenden in Höhe von 20.000 Euro für die Wiederherstellung bereitstellen. Um weiterem Vandalismus vorzubeugen, wurden zudem die Kosten für eine Videoüberwachung übernommen.

Leider wurde durch ein Sonderinvestitionsprogramm für die Restaurierungsarbeiten auf Schloss Friedenstein die Restaurierung des Lorbeerhauses bis auf Weiteres eingestellt. Ob im nächsten Förderzeitraum ab 2032 Mittel für die Orangerie zur Verfügung stehen, ist derzeit noch ungewiss.

Um unter diesen Bedingungen weiter für die Orangerie arbeiten zu können, entstand ein neues Projekt: der Neubau eines Kamelienhauses. Kamelienpflanzen waren bereits in früheren Jahrhunderten Bestandteil der Orangerie und wurden hier kultiviert. Im Frühjahr 2022 konnte das neue Kamelienhaus für 280.000 Euro eingeweiht werden. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden und erwirtschaftete Eigenmittel der Orangerie-Freunde.

Es gibt viele Projekte, die durch die Hilfe der Orangerie-Freunde kurzfristig umgesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise die Reparatur des undichten Springbrunnenbeckens, der Austausch der Beleuchtung im Orangerieparterre oder aktuell die Anschaffung von Verschattungsrollos für das Orangenhaus.

In den vergangenen 20 Jahren konnte der Verein über eingeworbene Spenden und Eigenmittel rund eine halbe Million Euro für den Erhalt und die Verschönerung der Orangerie bereitstellen. Auch für die kommenden Jahre gibt es bereits neue Projekte, um die Anlage weiter aufzuwerten und zu erhalten.

Ausstellung bis September 2026

Bis zum 13. September 2026 findet im Orangenhaus eine von den Orangerie-Freunden und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten organisierte Ausstellung statt. Unter dem Motto „Zitrus, Kamelien, Ananas – Orangeriekultur im Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha“ erhalten Besucher zahlreiche Einblicke in die Geschichte der Orangerie, die Gründung des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha im Jahr 1826 sowie den Einfluss von Herzog Ernst I. auf die Entwicklung des Orangeriegartens.

Die Ausstellung ist jeweils freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Orangerie-Freunde bitten um Spenden für die weitere Verschönerung der Orangerie.

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