Herzinfarktnetzwerk sichert schnelle und koordinierte Versorgung

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21 Thüringer Kliniken schließen sich zur Notfallversorgung zusammen

Thüringen verfügt ab sofort über ein sogenanntes „Herzinfarktnetzwerk“. Darin schließen sich 21 Thüringer Kliniken zusammen, um die schnellstmögliche Versorgung für Patientinnen und Patienten mit akutem Verdacht auf einen Herzinfarkt sicherzustellen. Rettungsdienste sind angehalten, in entsprechenden Notfällen gezielt eine der spezialisierten Thüringer Kliniken anzufahren, die sich in dem Netzwerk zusammengeschlossen haben. 

„Beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Mit dem Thüringer Herzinfarktnetzwerk stellen wir sicher, dass Patientinnen und Patienten im Notfall schnell in eine dafür spezialisierte Klinik gebracht werden und dort die bestmögliche Versorgung erhalten. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Qualität, Sicherheit und Verlässlichkeit in der Notfallversorgung“, betont Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk.

Achter Thüringer Krankenhausplan gibt Leitlinien vor

Die Gründung eines solchen Netzwerks ist eine wesentliche Zielstellung des Achten Thüringer Krankenhausplans und ein zentraler Baustein zur Verbesserung der Akutversorgung in Thüringen.

Der Rettungsdienst ist demnach angehalten, bei jedem Verdacht auf einen Herzinfarkt vorrangig ein Krankenhaus des Thüringer Herzinfarktnetzwerks anzufahren, sofern sich dieses in vertretbarer Nähe befindet. Die abschließende Entscheidung über das Zielkrankenhaus bleibt dabei weiterhin bei der Notärztin oder dem Notarzt beziehungsweise den verantwortlichen Notfallsanitätern und erfolgt unter Bewertung der jeweiligen Gesamtsituation.

Die teilnehmenden Kliniken verfügen über die erforderlichen personellen und strukturellen Voraussetzungen, um schnell, koordiniert und qualitätsgesichert akute Notfälle mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt zu behandeln. Zeitkritische Behandlungsprozesse werden dadurch optimiert und die Überlebens- sowie Genesungschancen deutlich verbessert.

„Wir geben dem Rettungsdienst mit dem Herzinfarktnetzwerk eine klare, leitliniengerechte Orientierung an die Hand – ohne die medizinische Entscheidungshoheit im Einsatz einzuschränken“, so Ministerin Schenk. „Damit unterstützen wir das rettungsdienstliche Personal und handeln bestmöglich im Sinne der Patientinnen und Patienten.“

Qualitätskriterien der teilnehmenden Kliniken

Das Thüringer Herzinfarktnetzwerk bilden alle Krankenhäuser, die über ein Herzkatheterlabor mit Linksherzkatheter-Messplatz verfügen und darüber hinaus folgende Empfehlungen umsetzen:

  • eigenständige Abteilung für Kardiologie, geleitet von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Kardiologie
  • Bereitschaftsdienstmodell der Abteilung für Kardiologie, das die Verfügbarkeit eines spezialisierten Arztes innerhalb von 30 Minuten nach Benachrichtigung sicherstellt
  • fachliche und organisatorische Diagnostik und Behandlung durch den Fachbereich Kardiologie, auch bereits bei Informationsübermittlung und Anmeldung durch den Rettungsdienst 
  • mindestens vier interventionelle Kardiologinnen oder Kardiologen mit koordinierter Dienstbereitschaft zur 24/7-Absicherung 
  • technische Vorhaltungen zur digitalen Übertragung des EKG vom Notarzteinsatzfahrzeug/Rettungswagen in die Notaufnahme des Krankenhauses und gleichzeitig in den Fachbereich Kardiologie
  • technische Vorhaltungen, die eine Kommunikation zwischen behandelndem Notarzt/Notfallsanitätern und Kardiologie des Krankenhauses ermöglichen

Übersicht digital abrufbar

Eine Übersicht der am Thüringer Herzinfarktnetzwerk teilnehmenden Krankenhäuser steht ab sofort auf der Webseite des Thüringer Gesundheitsministeriums zur Verfügung: https://soziales.thueringen.de/gesundheit/krankenhaus#c6160

Durch das zuständige Innenministerium wurden die Rettungsdienste über das Herzinfarktnetzwerk und die teilnehmenden Kliniken informiert. 

Geplant ist zudem, die Aufstellung zeitnah in das elektronische Einsatzdatenerfassungssystem „MEDiRett“ Thüringen einzubinden. Das System ermöglicht es den Rettungskräften, bereits im Einsatzgeschehen alle relevanten Daten digital zu erfassen und in geeigneten Krankenhäusern voranzumelden. Diese können sich anhand der übermittelten Informationen gezielt auf die Ankunft und Übernahme des Patienten vorbereiten. Dadurch entsteht ein erheblicher Zeitvorteil. Unabhängig von dieser technischen Komponente arbeitet das Netzwerk aber bereits.

„Die transparente Darstellung der teilnehmenden Kliniken und ihre Einbindung in MEDiRett Thüringen sind entscheidend, um im Einsatzfall schnell und sicher die richtige Entscheidung treffen zu können“, erklärt Schenk. „So stärken wir die Versorgungsqualität im ganzen Land.“

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