Thüringenplan 2026: Verlässliche Unterrichtsversorgung sichern und weiter stärken

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Die Sicherung einer verlässlichen Unterrichtsversorgung hat für die Thüringer Landesregierung höchste Priorität. Bildung entscheidet über die Zukunftsfähigkeit des Landes. Unterrichtsausfall gefährdet Chancengleichheit und Bildungserfolge – das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur setzt daher zentrale Vorhaben des Regierungsvertrags konsequent um.

„Unser Ziel ist klar: Thüringen soll bei der Gewährleistung des Schulunterrichts wieder zu den führenden Ländern gehören. Unterricht muss verlässlich stattfinden – unabhängig von Schulart oder Standort. Mit dem Thüringenplan 2026 gehen wir diesen Weg konsequent weiter – für stabile Schulen, faire Bildungschancen und eine starke Zukunft Thüringens“, erklärt Bildungsminister Christian Tischner.

Bei der Umsetzung des Maßnahmenpakets gegen Unterrichtsausfall sind bereits spürbare Fortschritte erzielt worden. Das duale Studium für das Regelschullehramt wird weiter ausgebaut: Statt 50 stehen zum zweiten Mal 70 Plätze zur Verfügung. Die neuen Ausbildungsschulen wurden veröffentlicht, der Bewerbungsstart ist am 1. März. Insgesamt profitieren damit im dritten Jahr bis zu 190 Regel- und Gemeinschaftsschulen von diesem Modell.

Für die mittel- bis langfristig weiterhin hohen Bedarfe im MINT-Bereich sowie im Förderschullehramt sind zudem neue Studienangebote auf dem Weg: Zum Wintersemester 2026/27 startet an der Hochschule Nordhausen ein neues Bachelorangebot für das Lehramt MINT an Regelschulen. Darüber hinaus finden derzeit Gespräche mit der Universität Erfurt statt mit dem Ziel, durch ein verändertes Studienangebot neue Wege in die Förderpädagogik zu ermöglichen. So könnten Studierende des Grundschullehramts zukünftig neben dem Einsatz an Grundschulen eine weitere akademische Qualifikation für das Förderschullehramt mit überschaubarem Mehraufwand erwerben.

Parallel werden gezielte Anreize in Mangelfächern und -regionen gesetzt. Seit dem 1. Februar sind Sonderzuschläge in Höhe von 70 Prozent für Lehramtsanwärterinnen und -anwärter möglich, die in Mangelfächern oder in besonders vom Lehrermangel und Unterrichtsausfall betroffenen Regionen unterrichten. Knapp 27 Prozent der Anspruchsberechtigten nutzen die neue Zulage und stärken durch den Vorbereitungsdienst vor Ort die Regionen. Auch die Einstellungsoffensive zeigt Wirkung: Bezahlte freiwillige Mehrarbeit von Lehramtsanwärtern ist rechtlich möglich und wird gut angenommen – 300 zusätzliche Unterrichtsstunden können dadurch wöchentlich erteilt werden. Bewerbercoaches an den Schulämtern begleiten gezielt durch das Einstellungsverfahren. Knapp 700 Lehramtsanwärter erhielten eine erneute Jobzusage sowie ein individuelles Beratungsangebot im Zuge der aktuell laufenden Regionalkonferenzen.

Der Vorkurs zur Qualifikation von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern wird fortgesetzt. Gleichzeitig werden bestehende Benachteiligungen – etwa bei der Bezahlung von Fachpraxislehrkräften – schrittweise abgebaut. Seiteneinsteigende sind nach wie vor eine tragende Säule, gerade auch im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich und an den Regelschulen.

Trotz dieser Fortschritte bleibt der Handlungsdruck hoch – insbesondere in Mangelfächern, an Regel- und Förderschulen und im ländlichen Raum wird noch zu wenig Unterricht erteilt. Daher rückt die Erschließung weiterer Ressourcen in den Fokus. Aktuell ist das Bildungsministerium im Gespräch mit Verbänden und Gewerkschaften mit dem Ziel, ein weiteres Maßnahmenpaket zur Unterrichtsabsicherung zu erarbeiten.

Um weitere Verbesserungen bei der Unterrichtsversorgung zu erwirken, werden fortwährend mittelbare und unmittelbare Maßnahmen geprüft und angestoßen. Dazu gehört eine Reform des Organisations- und Rechtsrahmens der Schulorganisation, die ab dem Schuljahr 2027/28 wirksam werden soll, ebenso wie eine verbesserte Personalsteuerung mit schnelleren Besetzungsverfahren. Um den Fokus noch stärker auf die Unterrichtsabsicherung zu richten, folgen weitere Schritte: weniger Bürokratie für Lehrkräfte, einheitlichere Softwaretools und der Einsatz von KI-Lösungen.

Der freiwillige Einsatz von Grundschullehrkräften an Regelschulen sowie erweiterte kurzfristige Einsatzmöglichkeiten sollen zusätzliche Kapazitäten schaffen. Darüber hinaus werden Abordnungen und externe Verwendungen künftig stärker gesteuert: Systematische regionale Kooperationen in Clustern helfen besonders betroffenen Schulen, indem Personalengpässe durch schulartübergreifende Abordnungen kurzfristig abgefedert und durch die Zusammenlegung von Kursen zusätzliche Stunden freigesetzt werden. Die Unterrichtserfüllung wird über ein erweitertes Monitoring begleitet, verbunden mit einer klareren Steuerung der Einheiten für Unterrichtsabsicherung in den Schulamtsbezirken.

Verlässliche Unterrichtsversorgung ist zudem untrennbar mit der Gesundheit und Motivation der Lehrkräfte verbunden. Das Gesundheitsmanagement wird daher gezielt ausgebaut. Prävention, Beratung, Fortbildungsangebote und eine bessere Unterstützung im Schulalltag tragen dazu bei, die Dienstfähigkeit der Lehrerinnen und Lehrer langfristig zu sichern.

„Gute Arbeitsbedingungen, transparente Verfahren und echte Wertschätzung sind entscheidend, um Lehrkräfte dauerhaft im Beruf zu halten und neue zu gewinnen. Wer motiviert und gesund arbeitet, kann Schülerinnen und Schüler bestmöglich begleiten“, betont Bildungsminister Christian Tischner.

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