Gotha: Bericht des Oberbürgermeisters vom 3. Februar 2026
– Es gilt das gesprochene Wort –
Liebe Mitglieder des Stadtrates Gotha, Herr Vorsitzender, werte Beigeordnete und Ortsteilbürgermeister, Liebe Gothaerinnen und Gothaer,
heute wäre Hans-Jochen Vogel, Bruder der thüringischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel, ein großer deutscher Sozialdemokrat, 100 Jahre alt geworden. Er schrieb am 2. Juli 1992 auf Einladung unseres Ehrenbürgers und Oberbürgermeisters Werner Kukulenz beim Besuch des Rathauses ins „Goldene Buch der Stadt“:
„Mit großen Respekt vor der Arbeit, die in diesem Hause geleistet wird!“.
Besser kann man den Arbeitsauftrag nicht schildern, der seit damals in diesem Hause und von den Akteuren in Stadtrat und Verwaltung geleistet wird. Ich begrüße Sie und ihre Familien sowie alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auch am heutigen Tage noch einmal ganz herzlich in einem hoffentlich glücklichen Jahr 2026.
Das Jubeljahr 2025 brachte so viele Freuden, dass wir nicht vergessen dürfen, wie viel Schmerz es auch bereitet hat. Wir haben Abschied genommen von zwei Ehrenbürgern – Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha sowie Dr. Edgar Jannott. Der Lebenskreis hat sich geschlossen für zwei Myconius-Medaillen-Preisträgerinnen und einem Preisträger – Helga Kukulenz, Dr. Helga Raschke und Andreas Dötsch. Wir haben Abschied genommen von 744 Einwohnern und nur 260 Kinder sind geboren. Diese Geburtenrate ist die niedrigste Geburtenzahl seit der Deutschen Einheit und selbst im bisher niedrigsten Jahr 1993 sind acht Kinder mehr geboren. Vor uns steht deshalb eine große Aufgabe, die wir gern annehmen, um eine generationengerechte Stadt der Zukunft zu schaffen.
Wichtigste Nachricht zum Beginn des neuen Jahres – Baugenehmigung Bahnhof erteilt
Am 15. Januar 2026 erhielt die Baugesellschaft Gotha mbH die Plangenehmigung für den Hauptbahnhof Gotha vom Eisenbahnbundesamt. Jetzt darf das Bauordnungsamt der Stadt Gotha die Nutzungsänderungen bearbeiten, was fix gelingen wird. Wir starten mit den Bauarbeiten, denn es laufen die Vorbereitungen für die Wegnahme eines Nebengebäudes, dessen Submission am 16. Januar 2026 stattfand, und die Wegnahme des kleinen Bauwerkes soll ab 17. Februar 2026 erfolgen. Die Planungsleistung für die Fernwärmeerschließung ist beauftragt und die Baustelleneinrichtung kann beginnen, dazu wird auch ein großer Baukran gestellt werden.
Die attraktive Altstadt – Herzstück des Stadtgesichtes
Gotha hat eine der schönsten Altstädte in Deutschland, das haben im letzten Jahr in 2.100 Stadtführungen mehr als 28.000 Gäste bestätigt. Unsere Maßnahmen des Citymanagements, der Stadtbuslinie, des Friedenstein-Expresses, der aktiven Vermarktung von Leerständen, der Organisation von Wochen-Märkten mit mehr Händlern als bisher, mit neuen Veranstaltungs- und Marktangeboten, soll die Attraktivität der Altstadt erhalten. Auch die am 20. Januar 2026 eröffnete Jugendherberge in der Jüdenstraße, die Sanierung des alten Waisenhauses in der Mönchelsstraße und des „Feldmannhauses“ am Ekhofplatz sind wichtige Bausteine für eine Willkommenskultur in der Altstadt. Natürlich trösten uns kleinen Erfolge nicht über die Großaufgabe hinweg, dass wir immer noch Nutzer für das alte Bauhaus-Kaufhaus suchen.
In der Mönchelsstraße haben sich sichtbar die Gehwege gesenkt. Grund dafür sind das Abreißen der Dachrinnen von den Entwässerungskanälen. WAZV und Stadt haben die größten Teile dieser Schäden schon wieder behoben, so dass wieder freie Zugänge zu den Geschäften möglich sind. Wir wissen, das Frühjahr ist die Zeit um Hochzeitskleider, Schmuck oder Fahrräder zu kaufen, aber auch um Reisen zu buchen oder einfach nur Brötchen zu holen.
Wir beeilen uns, um schnellstmöglich wieder ein attraktives Ladengesicht zu bieten, wozu auch Blumenkübel gehören, die gern in die Pflege der Ladengeschäfte übergehen dürfen.
Um attraktiven Wohnraum in der Altstadt zu schaffen, hat die Baugesellschaft Gotha mbH begonnen in der Salzengasse 5-7 die Heizungen auf Fernwärme umzurüsten und 10 Wohnungen zu sanieren, die ab 1. Mai 2025 ihre neuen Mieter aufnehmen werden.
Glasfaserausbau mit der Deutschen Telekom
Die Deutsche Telekom plant ein Modellprojekt in Gotha: Wie schnell ist es möglich eine ganze Stadt ans digitale Netz zu bringen? Wir werden das Telekomunternehmen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger bei seinen Arbeiten unterstützen, aber, nicht zulassen, dass sanierte Bereiche der Altstadt wieder aufgebrochen werden.
Starke Wirtschaft für Gotha
Die Auszeichnung der Firma LOVE ROSE als „Unternehmer des Jahres“ ist für die gesamte mittelständische Wirtschaft der Stadt eine große Wertschätzung. Auf dem Firmengelände in der Uelleber Straße ist eine beeindruckende Investition gelungen. Wir gratulieren von dieser Stelle den Unternehmerinnen und wünschen weltweite Erfolge, denn vor genau 200 Jahre hat die Seifenfabrik Blödner in Gotha mit der Kosmetikproduktion begonnen, eine Auszeichnung im Jubiläumsjahr, darf als sehr gutes Omen für die Zukunft gewertet werden.
Im Industriegebiet GothA4 laufen trotz der Witterung die Arbeiten am Regenrückhaltebecken, die Pumpen- und Pumpenschachtlösungen sind vollständig freigegeben, derzeit wird ein Kreisverkehr auf der Dr.-Troch-Straße geplant, um das Gebiet optimal anzuschließen.
Mit dem Empfang chinesischer Unternehmen aus Thüringen im Herzoglichen Museum haben Stadt und Friedenstein Stiftung Gotha versucht eine Brücke aufzubauen, um die mit einer hochkarätigen Ausstellung begonnenen Kontakte nach China wirtschaftlich zu flankieren.
Für 2026 ist geplant, dass die Friedenstein‘schen Kunstsammlungen ein großes Ausstellungsprojekt in XIAN in China verwirklichen.
Zu den wirtschaftlichen Faktoren der Stadt gehören selbstverständlich die städtischen Unternehmen, von denen die Stadtwerke als erste in diesem Jahr ihr 35-jähriges Firmenjubiläum begehen konnten, denn im Januar 1991 ist das erste Stadtwerk der neuen Länder durch die Stadtverordnetenversammlung Gotha gegründet worden. Heute befinden wir uns mit unserem Unternehmensauftrag für 40.000 Haushalte und Betriebe auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045. Dazu wird die in der nächsten Sitzung zu beschließende Klima- und Wärmplanung einen zentralen Baustein darstellen.
Nicht vergessen, am 12. und 13. März ist wieder „AZUBI Speeddating“, die Wirtschaftsförderung der Stadt und ihre Partner bieten wieder die Chance für junge Menschen sich in Gotha eine Zukunftsperspektive zu schaffen.
Guter Winterdienst in Gotha
Ich beginne mit einem Dank an die 50 Personen, die in diesen Tagen jeden Morgen ab 4 Uhr ihren Dienst auf 5 LKWs, 5 Kippern, 9 Schleppern und 10 weiteren Fahrzeugen beginnen und für freie Straßen in Gotha sorgen – auch wenn uns manchmal eine Flocke bremst, bringt doch niemand der Verkehr in Gotha zum Erliegen.
Die größten Herausforderungen hat derzeit die Stadtwirtschaft Gotha GmbH zu lösen, sie erledigt den Winterdienst, leert Papierkörbe, holt Tonnen aller Art. Dass es in dieser Zeit auch zu Verzögerungen kommen kann, dafür möchte ich um Verständnis bitten, denn die Freihaltung der Straßen hat für die Besetzung von rund 20.000 Arbeitsplätzen in der Stadt und die Erreichbarkeit der Arbeitsplätze für 10.000 Pendler höchste Priorität. Ich kenne das Prozedere natürlich schon sehr lange, kaum fällt die erste Flocke, schreien schon die Ersten nach dem Winterdienst. Wie schwierig es in Gothas engen Straßen ist, diesen Dienst zu leisten, kann nur derjenige erahnen, der einmal auf einem solchen Fahrzeug mitgefahren ist.
Es ist Brauch Autos nicht aufs eigene Grundstück zu stellen, sondern auf die Straße, wo das große Schiebeschild kaum durchkommt. Das, was vor dem Fahrzeug geschoben wird, muss aber auch irgendwo abgelagert werden, und wo soll das gelingen in unseren engen Straßen. Wir wollen auch umweltgerechten Winterdienst, das heißt, weniger Salz und Lauge, schwarze Straßen sind dort, wo sie mit Lauge freigesprüht werden. Und wenn ein Lastkraftwagen bei lockerem Schnee auf der Europa-Kreuzung stecken bleibt, dann liegt es nicht am Winterdienst, sondern an den Autoreifen. Deshalb darf ich an dieser Stelle meinen Lieblingsparagrafen § 1 zitieren:
„Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme sind unerlässlich, um Schäden, gefahren und unnötige Behinderungen zu vermeiden.“
Großinvestition Bundeswehr in Gotha und Ohrdruf
Durch die Bundesregierung wird die Bundeswehr fit gemacht für die Verteidigung der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes. Um dies zu erreichen ist auch geplant, den Bundeswehrstandort Gotha zu erweitern, dazu wurden in den letzten Wochen die notwendigen Grundstücke durch die Bundesrepublik erworben und der zum Standort Gotha gehörende Heimatschutzbataillon Ohrdruf soll ebenfalls Großinvestitionen von rund 44 Millionen Euro erhalten.
Damit bleibt Gotha ein sehr starker Zukunftsstandort der Bundeswehr, was auch auf die städtischen Planungen für Wohnraum, Kindergarten und Schule sowie attraktive Altstadt Auswirkungen haben wird. In die bereits begonnene Diskussion um den Flächennutzungsplan werden diese Planungen einfließen. Alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch alle Unternehmen der Stadt sowie Interessierte können sich noch bis zum 16. Februar mit allen Ideen an die Stadtverwaltung Gotha, Stadtplanungsamt wenden, wo derzeit der Flächennutzungsplan zur Diskussion ausliegt.
Klimaschutz – Bäume für Gotha
Bisher sind in Gotha von Bürgerinnen und Bürgern 82.000€ in der Aktion „Bäume für Gotha“ gespendet worden, die nächsten 5 großkronigen Bäume werden im April in Gotha eintreffen, zu diesem Zeitpunkt werden auch die Ersatzpflanzungen auf dem Hauptmarkt im Rahmen der Gewährleistung vorgenommen. Gemäß Gothaer Stadtbaumkonzept haben wir derzeit neue Baumstandorte ausgewählt, wo sich der Spender individuelle seinen Standplatz aussuchen kann. Die Karten dazu sind im Internet veröffentlicht. Denken sie bitte daran, der Sekt zum Geburtstag landet im Kanal, der Baum zum Geburtstag oder Hochzeitstag schenkt 100 Jahre Freude.
Spenden für Gotha
Ich darf sie darüber informieren, dass der Stadt Gotha im Jahr 2025 Spenden in Höhe von 576.062,60€ zugeflossen sind, davon 320.000€ für eine Sportanlage. Zuwendungen erhielten wir für den Thüringentag, die Moderne Stadtgeschichte, das Deutsche Versicherungsmuseum Ernst Wilhelm Arnoldi, Baumpatenschaften, erhaltenswerte Grabmale, die Sommerblumenpflanzaktion, auch die Ortsteile sammelten für „Bänke für Siebleben“ oder für Festivitäten. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, denn jede Euro-Ankunft, schafft in Gotha Zukunft.
Gotha bleibt als Treffpunkt begehrt
Das Gotha sich einen Namen erworben hat als guter Treffpunkt für Menschen, die sich kulturell interessieren, wirtschaftlich investieren wollen und optimal zu feiern verstehen, das ist nach zwei EUROPEADEN und zwei THÜRINGEN-TAGEN national bekannt, aber auch die alljährlichen Gothardusfeste und das Metallgestaltertreffen tragen wesentlich zu diesem Charme Gothas bei.
Wenn in diesem Jahr die Friedenstein Stiftung Gotha auf das Barockfest verzichtet, dann hat dieses Fest seine Weiterentwicklung verpasst. Wir sind jetzt schon für Großveranstaltungen im Gespräch
Schon geplant sind:
- 2028 Deutscher Sparkassentag
- 2029 Deutscher Trachten- und Schützentag verbunden mit dem Gothardusfest
- 2029 Bundessommerlager der deutschen Pfadfinder auf dem Boxberg
- 2030 Royal Rangers Camp in Gotha auf dem Boxberg
Jetzt freuen wir uns erst einmal auf den Karneval, denn schwindet auch der Doktortitel, Narren kennen ein besseres Mittel, denn nur Feiglinge verlassen den Ring, zum Weiberfasching! In diesem Sinne bis zum Donnerstag, den 12. Februar, vor dem Rathaus 16 Uhr in diesem Jahr treffen wir uns und bis dahin keine Frage, schöne närrische Tage!
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