Thüringer Forschungspreis 2025: Wissenschaftsminister Tischner ehrt herausragende Forschungsteams
Wissenschaftsminister Christian Tischner hat am Abend des 11. November 2025 im Bücherkubus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek den Thüringer Forschungspreis 2025 verliehen. Mit der mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Auszeichnung wurden Teams des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena, der Friedrich-Schiller-Universität Jena/Universitätsklinikum und der Hochschule Nordhausen für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen geehrt.
Minister Tischner würdigte die Preisträger und betonte die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ihrer Arbeit: „Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen von der Alternsforschung bis zur Energietechnologie sind nur durch intensive Forschung zu finden. Die heute ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, dass Thüringen ein führender Standort für Spitzenforschung ist. Forschung – das ist Mannschaftssport. Gerade wir hier in diesem kleinen Land brauchen diesen Gemeinschaftsgeist.“
Im Zuge der Preisverleihung hob Tischner die Rolle der Wissenschaft im gesellschaftlichen Konsens hervor: „Das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung ist stabil. Die besondere Rolle von Wissenschaft und Forschung für unser Leben – das ist noch immer ein Grundkonsens in dieser Gesellschaft. Aber wir brauchen die Wissenschaft nicht nur am gesellschaftlichen Spielfeldrand. Gute Wissenschaft heißt immer auch aktiver Wissenstransfer in die Gesellschaft.“
Preisträger in der Kategorie Grundlagenforschung
Die Auszeichnung in der Kategorie Grundlagenforschung (25.000 Euro) geht an das Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena für die Forschungsarbeit „Globale Wechselwir-kungen des Kohlenstoff- und Wasserkreislaufs von Ökosystemen im Klimawandel – Quantifizierung anhand von Beobachtungsdaten und künstlicher Intelligenz“. Das Team um Dr. Martin Jung und Dr. Nuno Carvalhais nutzte Maschinelles Lernen, um die globalen Kohlenstoff- und Wasserflüsse neu zu modellieren. Die Erkenntnisse, dass Kohlenstoffumsätze stark mit dem globalen Wasserkreislauf interagieren, tragen entscheidend dazu bei, Prognosen zum künftigen Klimawandel zu verbessern.
Die Kategorie Angewandte Forschung (Gesamtdotierung 25.000 Euro) wurde geteilt, um zwei wegweisende Projekte zu honorieren:
Angewandte Forschung I (12.500 Euro): Neue Hoffnung bei Leukämie
Prof. Dr. Andreas Hochhaus von der Friedrich-Schiller-Universität Jena/Universitätsklinikum wurde für seine Arbeit „Neue Hoffnungen im Kampf gegen den Krebs – Innovationen bei der Behandlung der Chronischen Myeloischen Leukämie“ ausgezeichnet. Der Jenaer Onkologe leitete die internationale ASC4FIRST-Studie, die den neuen Tyrosinkinase-Inhibitor Asciminib testete. Die Studie bewies, dass dieser Wirkstoff die CML schneller und effektiver zurückdrängt als die Standardtherapie, was die Grundlage für dessen weltweite Zulassung als Mittel der ersten Wahl schafft.
Angewandte Forschung II (12.500 Euro): Regionales CO2-neutrales Recycling
Das Forschungsteam der Hochschule Nordhausen um Prof. Dr. Uta Breuer und Prof. Dr. Elmar Hinz erhielt den Preis für das Projekt „Regionale Kreislaufwirtschaft zur lokalen Wiederverwendung von Klärschlamm und Biomasse mit optimierter CO2-Bilanzierung – Carbo Mass“. Das Projekt „CarboMass“ löst die Entsorgungsproblematik von Klärschlämmen durch die Umwandlung in Carbonisat, das den wertvollen Nährstoff Phosphor bindet. In Verbindung mit Biomasse wird das entstehende Gemisch als Abdeckungsmaterial für Kalihalden genutzt, schafft so eine regionale Kreislaufwirtschaft und sorgt für eine verbesserte CO2-Bilanzierung.
Hintergrund
Der Thüringer Forschungspreis wird seit 1995 vergeben, um hervorragende und international beachtete Forschungsleistungen zu würdigen, die an Thüringer Hochschulen und Forschungs-einrichtungen entstanden sind.
Weitere Informationen unter:
https://bildung.thueringen.de/forschung-und-innovation/wettbewerbe-preise/forschungspreis



