Thüringen bringt Künstliche Intelligenz datenschutzkonform in den Unterricht: Die KI telli steht ab sofort allen Schulen zur Nutzung zur Verfügung
Thüringen macht Künstliche Intelligenz für die Schulen im Freistaat rechtssicher innerhalb des Schulportals zugänglich. Ab sofort steht der KI-Chatbot telli über das Thüringer Schulportal kostenfrei allen Lehrkräften des Freistaats zur Verfügung. Die speziell für den schulischen Einsatz entwickelte Anwendung unterstützt Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung und ermöglicht Schülerinnen und Schülern, den Umgang mit KI in einem geschützten, datenschutzkonformen Rahmen zu erlernen.
Bildungsminister Christian Tischner: „Künstliche Intelligenz ist längst Teil der Lebenswirklichkeit unserer Schülerinnen und Schüler. Mit telli geben wir den Schulen ein Werkzeug an die Hand, das KI aus der Grauzone in die pädagogische Verantwortung holt. Unser Anspruch ist klar: Thüringer Schülerinnen und Schüler sollen KI nicht nur nutzen – sie sollen sie verstehen, hinterfragen und verantwortungsvoll einsetzen können.“
telli ist eine KI-Chatbot-Oberfläche, die im Auftrag aller 16 Bundesländer im Rahmen des DigitalPakt Schule 1.0 entwickelt wurde. Die Anwendung bietet Zugang zu verschiedenen Sprachmodellen und geht über einen einfachen Chat hinaus: Lehrkräfte können individuell konfigurierbare KI-Assistenten für die Unterrichtsvorbereitung einsetzen, eigene Dateien einbinden und Lernszenarien entwerfen, die per Link oder QR-Code mit Schülerinnen und Schülern geteilt werden. Darüber hinaus lassen sich fiktive Dialogpartner anlegen, etwa eine historische Persönlichkeit, mit der die Lernenden im Geschichtsunterricht diskutieren können. Oder „Einstein“, der mit den Schülern die praktische Physik diskutiert.
Die Anwendung erfüllt höchste Datenschutzstandards. Der Zugang erfolgt pseudonymisiert, die zugrundeliegenden Sprachmodelle werden ausschließlich auf Servern innerhalb der Europäischen Union betrieben. Nutzungsdaten werden weder an Dritte weitergegeben noch für ein Training der KI-Modelle verwendet. telli unterscheidet sich damit grundlegend von kommerziellen KI-Chatbots.
Minister Tischner weiter: „Das Angebot ist längst überfällig. Seine Einführung sollte jedoch mit System erfolgen: telli ist in die Digitalstrategie Thüringer Schulen eingebettet. Medienbildung ist in Thüringen bereits als Querschnittsaufgabe in allen Lehrplänen verankert. Mit dem Unterrichtsfach Medienbildung und Informatik sowie dem fächerübergreifenden Rahmenplan verfügt der Freistaat über eine tragfähige Struktur, in die sich der Einsatz von KI-Anwendungen wie telli sinnvoll einfügt. Zugleich wird die Einführung durch gezielte Fortbildungsangebote für Lehrkräfte begleitet, um einen reflektierten und pädagogisch fundierten Einsatz sicherzustellen.“
Begleitend zum Start wurde eine Fortbildungsinitiative angesetzt. Über das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) erhalten Lehrkräfte Zugang zu synchronen und asynchronen Fortbildungsformaten, darunter Kurse über die Thüringer Schulcloud, innerschulische Fortbildungen und begleitende Materialien. Der EU AI Act verpflichtet Bereitsteller von KI-Anwendungen, die KI-Kompetenz der Nutzenden sicherzustellen. Thüringen kommt dieser Verpflichtung mit einem systematischen Qualifizierungsansatz nach.
telli wird seit November 2024 als Open-Source-Lösung entwickelt und kontinuierlich für den pädagogischen Einsatz optimiert. Die Federführung liegt bei der Freien und Hansestadt Hamburg, die operative Umsetzung koordiniert das FWU, das Medieninstitut der Länder. Mehrere Bundesländer haben telli bereits flächendeckend eingeführt, darunter Bremen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, das Saarland, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Thüringen profitiert bei der Einführung von den Erfahrungen dieser Länder und setzt zugleich eigene Schwerpunkte bei der pädagogischen Begleitung.
Weitere Informationen unter:
www.BildungTH.de/telli



