Verbraucherzentrale zeichnet Schulen für engagierte Verbraucherbildung aus
121 Verbraucherschulen erreichten in den vergangenen zwei Schuljahren über 68.000 Schüler:innen und werden dafür am 23. März in Berlin ausgezeichnet
Verbraucherzentrale fordert: Verbraucherbildung verpflichtend an allen Schulen umsetzen
Weiterfinanzierung dringend notwendig, sonst stehen Netzwerk und Auszeichnung Verbraucherschule vor dem Aus
Gezielte Werbung auf Social Media oder Schuldenfallen beim Online-Shopping: Schon junge Menschen sind aktive Verbraucher:innen. Um sie frühzeitig in die Lage zu versetzen, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, braucht es starke Verbraucherbildung. Genau hier setzt das Netzwerk Verbraucherschule an. Am 23. März zeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband Schulen aus, die Kinder und Jugendliche auf ihr Handeln als Verbraucher:innen vorbereiten.
„Der Verbraucheralltag von Kindern und Jugendlichen ist bereits sehr komplex. Sie wachsen mit süchtig machenden Online-Medien auf, sind mit Werbung und drohenden Schuldenfallen konfrontiert. Verbraucherbildung hilft dabei, Risiken zu erkennen und informierte Entscheidungen zu treffen. Mit der Auszeichnung Verbraucherschule würdigen wir das Engagement von Schulen, die schon junge Menschen auf ihren Verbraucheralltag vorbereiten“, so Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.
Über 68.000 Schüler:innen erreicht Am 23. März zeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband 121 Schulen aus 15 Bundesländern aus. Die Verbraucherschulen erreichten in den Schuljahren 2023/2024 und 2024/2025 mehr als 68.000 Schüler:innen – so viele wie nie zuvor. Der Verbraucherzentrale Bundesverband vergibt die Auszeichnung bereits zum achten Mal und setzt damit ein Zeichen, wie wichtig Verbraucherbildung an Schulen ist. Die Bildungsministerkonferenz hat im vergangenen Jahr ihre Empfehlung zu Verbraucherbildung an Schulen aktualisiert. Nun sind die Länder am Zug. Sie müssen Vorgaben und Richtlinien entwickeln, um Verbraucherbildung strukturell an Schulen zu etablieren. Bislang gibt es nur in der Hälfte der Bundesländer Vorgaben, wie Verbraucherthemen in den Schulalltag integriert werden sollen.
„Die Länder müssen Verbraucherbildung in die Lehrpläne bringen. Gleichzeitig braucht es Unterstützungsangebote für Schulen. Nur so bekommen alle Kinder und Jugendlichen Alltagskompetenzen an die Hand. Das stärkt alle: Es schützt junge Menschen, entlastet Eltern und macht die Gesellschaft krisenfester“, so Pop.
Netzwerk Verbraucherschule: Weiterfinanzierung ab 2027 unklar
Insgesamt 500-mal wurde die Auszeichnung Verbraucherschule bereits vergeben. Das Netzwerk Verbraucherschule unterstützt Lehrkräfte mit Fortbildungen und weiteren Angeboten. Das Ziel: Verbraucherthemen an Schulen in den Fokus rücken. Seit dem Start der Online-Fortbildungen im Jahr 2020 haben sich mehr als 2.750 Teilnehmende über Verbraucherthemen und Unterrichtsideen informiert. Doch die Finanzierung des Bildungsangebots ist nur bis Ende 2026 gesichert. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Bundesregierung auf, das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen und die Finanzierung der Verbraucherschule dauerhaft zu sichern.
Auszeichnungsfeier der neuen Verbraucherschulen
Am 23. März 2026 zeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband die neuen Verbraucherschulen im Tagungswerk Berlin aus. Gewürdigt werden Schulen, die ihre Schüler:innen engagiert und lebensnah für einen selbstbestimmten Verbraucheralltag stark machen. Schirmherrin Dr. Stefanie Hubig, Bundesverbraucherschutzministerin, und Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, überreichen die Auszeichnung. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.vzbv.de/termine/auszeichnung-verbraucherschule-2026



