Gothaer Stadtwerke bauen Großwärmespeicher
Offizieller Baustart am 12. März – Speicher ermöglicht flexible Wärmebereitstellung – positive Auswirkungen auf Wirtschaftlichkeit
Gotha. Speicherlösungen sind in der aktuellen Phase der Energiewende wichtige Instrumente, um die Flexibilität der Versorgung zu gewährleisten und damit auch Kosten zu senken. Deshalb beginnen die Gothaer Stadtwerke ENERGIE GmbH mit dem Bau eines Großwärmespeichers beim Fernwärmekraftwerk Gotha-West. Er ermöglicht es, die im Kraftwerk erzeugte Wärme zu speichern und flexibel abzugeben – genau dann, wenn sie gebraucht wird. Beim offiziellen Baustart am Donnerstag (12. März) waren Oberbürgermeister Knut Kreuch und Sven Anders, Geschäftsführer der Gothaer Stadtwerke ENERGIE, vor Ort in der Walterhäuser Straße. „Wir freuen uns, dass die Gothaer Stadtwerke ENERGIE die Wärmeversorgung der Zukunft nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich auf solide Beine stellen“, sagt Knut Kreuch. Sven Anders erläutert: „Eine kommunale Wärmeversorgung muss zuverlässig sein, aber sie muss auch wirtschaftlich tragbar sein“ Das Projekt zeige, dass die Gothaer Stadtwerke ENERGIE in die Infrastruktur investieren, Systeme entwickeln und Verantwortung für die Energieversorgung in Gotha übernehmen. Der Bau des Großwärmespeichers ist bis Mitte nächsten Jahres geplant.
Basis für Integration erneuerbarer Energien
Für die schrittweise Transformation der Fernwärmeversorgung in Gotha hin zu klimaneutralen Systemen ist der Speicher ein wichtiger Baustein, denn er ermöglicht den vermehrten Einsatz von effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen). Über die Wärmepumpe in der iKWK-Anlage (innovative Kraft-Wärme-Kopplung) in Gotha-Siebleben, die 2025 in Betrieb ging, werden schon jetzt 4 Prozent der Wärmebedarfs der Gothaerinnen und Gothaer mit erneuerbarer Energie gedeckt. Mit weiteren Maßnahmen wie dem Bau einer Abwasser-Wärmepumpe könnte dieser Anteil bis 2030 auf 40 Prozent ansteigen. „Dadurch benötigen wir rund 40 Prozent weniger Gas für die Wärmeerzeugung, leisten einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende und sind dadurch weniger abhängig von den Schwankungen am Gas-Beschaffungsmarkt“, sagt Sven Anders.
So funktioniert die Kraft-Wärme-Kopplung
Im Heizkraftwerk Gotha-West entstehen mithilfe des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme zugleich. Mit dem neuen Speicher können die Produktion von Strom und die Bereitstellung von Wärme voneinander entkoppelt werden. Ohne Speicher muss das Kraftwerk so gefahren werden, dass die Produktionsmenge auf den Bedarf abgestimmt ist. Mit Speicher kann beispielsweise mehr Strom erzeugt werden, wenn die Strompreise am Markt hoch sind – die dabei erzeugte überschüssige Wärme kann zu einem anderen Zeitpunkt verbraucht werden. Oder umgekehrt: Ist der Strompreis gerade niedrig, kann das Kraftwerk heruntergefahren werden und dennoch Wärme nach Bedarf vom Speicher abgegeben werden. Die in Form von heißem Wasser gespeicherte Wärme fließt wiederum direkt ins Fernwärmenetz.
Rund 2800 Tonnen schwerer Stahltank
Bei dem Speicher handelt es sich um einen zylindrischen Stahltank mit einer Gesamthöhe von 23 Metern. Der Gesamtdurchmesser umfasst rund 13 Meter. Insgesamt wiegt der Tank rund 2.800 Tonnen und kann 2.600 Kubikmeter heißes Wasser speichern. Er verfügt über eine Kapazität von 60 Megawattstunden. Damit könnten rein rechnerisch 10 Einfamilienhäuser für ein Jahr mit Wärme versorgt werden. Oder, anders gerechnet, ein Wohnblock mit 80 Wohneinheiten für drei Monate. Die Steuerung und die Technik werden sich in einem begehbaren Container neben dem Tank befinden.
Für den Bau des Speichers erhält die Stadt Gotha Fördergelder aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Dies ist möglich, weil das Projekt zum Umwelt- und Klimaschutz beiträgt, indem Ressourcen effizienter genutzt werden. „Dass das Projekt mit Fördergeldern unterstützt wird, unterstreicht die strukturelle Bedeutung des Projekts für eine wirtschaftlich tragfähige und zukunftssichere Wärmeversorgung in Gotha“, sagt Sven Anders.
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