Fußballspiel in Erfurt: Bundespolizei ermittelt nach Vorfällen bei An- und Abreise
Erfurt / Leipzig / Jena / Naumburg (ots/red.)
Beim Fußballspiel zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und der BSG Chemie Leipzig im Erfurter Steigerwaldstadion kam es am Sonntag rund um die An- und Abreise zu mehreren Vorfällen. Die Bundespolizei wurde dabei von zusätzlichen Kräften unterstützt, darunter Hundeführer, Einheiten der Bundesbereitschaftspolizei sowie der Flugdienst.
Mehr als 400 erkennbare Anhänger des Heimvereins sowie etwa 600 Fans aus Leipzig reisten mit der Bahn an und ab.
Bereits während der Anreise beschädigten Leipziger Fans in einem Zug mehrere Überwachungskameras, indem sie diese überklebten. Außerdem wurde ein Graffiti in der Zugtoilette angebracht. Zudem wurden Fanschals von Anhängern des Halleschen FC, die im selben Zug unterwegs waren, entwendet.
Nach dem torlosen Remis kam es im Erfurter Hauptbahnhof zu Einschränkungen bei den Reisendenströmen, da die Fanlager getrennt werden mussten. Zwischen Anhängern aus Erfurt und Leipzig kam es zu verbalen Auseinandersetzungen. Aus der Leipziger Fangruppe heraus wurde außerdem eine volle Bierdose über den Bahnsteig gegen Bundespolizisten geworfen. Der betroffene Beamte und sein Diensthund blieben unverletzt.
Nach der Abfahrt der Gästefans kam es während der Rückreise zu einem weiteren Vorfall. Ein Erfurter Fan wurde von Leipziger Anhängern beraubt, wobei ihm Schal und T-Shirt entwendet wurden. Zudem wurde er beim Halt in Hopfgarten dazu gezwungen, den Zug zu verlassen.
Die Bundespolizei ermittelt unter anderem wegen Sachbeschädigung, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Raubes und Nötigung. Videoaufzeichnungen sollen bei der Identifizierung der Täter helfen.
Parallel reiste außerdem eine zweistellige Zahl von Fans des FC Carl-Zeiss Jena mit der Bahn nach Leipzig. Für die Bundespolizei bestand die Herausforderung darin, die unterschiedlichen Fangruppen – insbesondere im Bereich Naumburg – voneinander fernzuhalten. Durch einen verstärkten Einsatz von Kräften und abgestimmte Maßnahmen konnte ein Aufeinandertreffen verhindert werden.



