Nach 116 Jahren Jahren frisch restauriert ins Kultur- und Stadtarchiv Gotha

Foto: © Gotha-Aktuell/ T.S.
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Gotha in farbigen Bildern und Geschichten in einer Leipziger Zeitung.

Eine Gothaer Ärztin fand im Nachlaß Ihres Vaters eine völlig zerfetzte alte Zeitschrift. Was tun? Da es sich um eine alte Zeitung handelte, in der sich viel Geschichte und noch dazu einige Bilder zur Geschichte der Stadt Gotha und des Gothaer Landes befanden, bot sie diese Zeitschrift dem Oberbürgermeister an, der sie dankend annahm. Beim genauen Sudium der völlig zerstörten, an den Rändern eingerissenen und verfärbten Zeitschrift stellte sich heraus, es handelt sich hier um die am 24. Februar 1910 erschienene Sonderausgabe der „Illustrierte Zeitung“ – Kulturbilder aus Deutschland I: Sachsen-Coburg und Gotha, Nr. 3478, Hundertvierunddreißigster Band, im Verlag von J. J. Weber in Leipzig, Reudnitzer Straße 1-7.

Diese Zeitschrift passt natürlich ganz exakt zum Jubiläumsjahr 2026, dem Jahr, wo das jüngste ernestinische Herzogshaus auf sein 200-jähriges Bestehen blicken kann. Die Familie von Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha, die heute den König der Belgier stellt und die mit allen europäischen Herrscherhäusern verwandt ist, ist nach dem Tod von Herzog Friedrich IV. von Sachsen-Gotha-Altenburg als neues Herzogshaus aus dem alten Stamm von Sachsen-Gotha gebildet worden.

Durch Verträge vom 11. August und 12. November 1826 wurde die letzte Teilung ernestinischen Besitzes in der jahrhundertealten Geschichte des Herzogshauses Wettin vollzogen. Nach dem Tod von Herzog Friedrich IV. von Sachsen-Gotha-Altenburg stritten die verbliebenen drei Staaten des Hauses Gotha um die Nachfolge. Durch Entscheid des Königs von Sachsen wurde das Stammland Sachsen-Gotha-Altenburg neu aufgeteilt und es entstanden die Staaten Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg sowie Sachsen-Coburg und Gotha. Da die ersteren Staaten schon vorhanden waren bzw. schon einmal in der Geschichte existierten, war der Staat Sachsen-Coburg und Gotha als Doppelherzogtum mit zwei Staaten, zwei Hauptstädten und einem Regenten die letzte Neugründung eines ernestinischen Landes.

Das Jahr 2026 ist deshalb das Jubiläumsjahr „200 Jahre Sachsen-Coburg und Gotha“ einer Dynastie, die noch heute namensgebend das Königshaus der Belgier stellt.

Die vorliegende Zeitschrift ist von hoher regional- und zeitgeschichtlicher Bedeutung für die Sammlungen. Deshalb die Stadtverwaltung auf Empfehlung einer leider in den Ruhestand gegangen Restauratorin die Paperminz Bestandserhaltung GmbH in Leipzig angefragt, ob sie die Restaurierung übernehmen könnte. Für die Begleichung der Kosten konnte die „Dietrich-Burger-Stiftung“ gewonnen werden, die zu einhundert Prozent die Kosten finanziert hat. Die Stadt Gotha dankt der Stiftung und besonders ihrem Vorsitzenden Frank Scholze, Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main für die großzügige Unterstützung.

Die restaurierte Zeitschrift soll in einer Ausstellung 2026 im Kultur- und Stadtarchiv Gotha am Ekhofplatz 24 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Nach der Ausstellung wird die Zeitschrift im Archiv verwahrt und zu Ausstellungszwecken genutzt.

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